PSG-Enrique gegen Arsenal-Arteta
EIn CL-Final-Trainer steht auf der dunklen Seite der Macht

Luis Enrique und Mikel Arteta hatten Pep Guardiola als Mentor. Aber dann haben der Trainer von Arsenal und der Coach von Paris Saint-Germain bei einer entscheidenden Abzweigung anders gewählt.
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Sie kennen sich, sie ähneln sich – aber sie lassen einen sehr unterschiedlichen Fussball spielen: Luis Enrique (l.) und Mikel Arteta.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Arteta und Enrique kennen sich seit gemeinsamen Zeiten beim FC Barcelona
  • Beide werden in ihrer Arbeit als Trainer von Pep Guardiola beeinflusst
  • Trotzdem wird der Final der Champions League ein Spiel der krassen Gegensätze
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Florian RazReporter Fussball

Nein, Lichtschwerter sind auch im Endspiel der Champions League nicht erlaubt. Paris Saint-Germain gegen Arsenal wird trotzdem zum Star-Wars-Final. Weil es ein spektakuläres Duell der krassen Gegensätze zu werden verspricht.

Hier die freigeistigen Pariser von Luis Enrique. Eine Mannschaft, die beim aberwitzigen 5:4 gegen Bayern München einen Offensivfussball gezeigt hat, wie er begeisternder und freier nicht aussehen könnte.

Arsenal und der erste Triumph nach 22 Jahren

Dort die grimmigen Londoner von Mikel Arteta (44). Ein Team, das die Gegner erstickt. Und das auf dem Weg zum englischen Meistertitel so viele Tore per Standards geschossen hat, dass auf der Insel bereits diskutiert wird, ob man vielleicht die Regeln ändern müsste.

Spontan wirken die beiden Spielstile, als hätten sie nichts miteinander zu tun. PSG mit der derzeit wohl besten Offensive der Welt. Arsenal mit einer Defensive, die den ersten Titelgewinn in der Premier League seit 22 Jahren ermöglicht hat. In Wirklichkeit aber ziehen beide Trainer ihre Kraft und ihre Ideen aus derselben Quelle. Nur nutzen sie sie ganz unterschiedlich.

Enrique fasst es am Freitag in der Puskas Arena in Budapest so zusammen: «Wir wollen dasselbe erreichen. Aber wir nehmen unterschiedliche Wege.» Um bei Star Wars zu bleiben: Arteta hat sich für die dunkle Seite der Macht entschieden. Enrique für die helle.

Der Startpunkt bleibt dennoch derselbe. Es ist der FC Barcelona und Mentor Pep Guardiola (55). Enrique spielt um die Jahrtausendwende mit ihm im Team und wird danach sein Nachfolger als Barça-Trainer. Arteta lernt bei Manchester City während drei Jahren als Guardiolas Assistent, bevor er bei Arsenal übernimmt.

Was Enrique und Arteta von Guardiola als Grundsatz mitgenommen haben: Spiele gewinnt jenes Team, das den Raum dominiert. Und das geschieht, indem die Spieler in jeder Spielsituation ganz klar festgelegte Positionen besetzen.

Arteta nutzt dieses Positionsspiel, um das Risiko für Gegentore mit aller Kraft zu minimieren. «Ich will Dominanz. Ich will, dass der Gegner nicht atmen kann», hat er einmal gesagt. Es geht darum, Räume zu schliessen.

Der Lehrling hat den Mentor bezwungen: Mikel Arteta (r.) hat mit Arsenal zum ersten Mal seit 22 Jahren die Premier League gewonnen. Pep Guardiola bleibt mit Manchester City das Nachsehen.
Foto: AFP

Enrique dagegen versucht, die Gegner mit ständigen Rotationen im Offensivspiel zu verwirren. Es geht darum, Räume zu öffnen. Trotzdem ist es falsch, wenn er heute als Erfinder eines fast schon chaotischen Fussballs gefeiert wird, in dem seine Spieler komplette Freiheit haben. Ganz im Gegenteil: Der 56-Jährige hat seinen Spielern in den drei Jahren in Paris richtiggehend eingetrichtert, welche Positionen, wann besetzt sein müssen.

Erst, als sie es begriffen haben, hat er die Zügel etwas losgelassen. «Von Jahr zu Jahr habe ich weniger Kontrolle», hat er zuletzt gesagt: «Im modernen Fussball brauchst du etwas weniger Kontrolle, um deine Gegner zu überraschen.»

Doch die Freiheit der Pariser Spieler besteht nicht darin, dass sie im Angriff tun und lassen können, was ihnen gerade einfällt. Enrique ist es bloss egal, welcher Spieler gerade welche Position besetzt. Nur besetzt müssen sie sein. Sonst wird er ungemütlich.

«Die Gefahr kommt von überall»

«Das ist unsere Stärke», sagt Verteidiger Marquinhos (32) am Tag vor dem Final: «Die Gefahr kommt von überall. Wir haben Angreifer, die hinten links verteidigen. Und Verteidiger, die angreifen.»

Vor einem Jahr wurde Inter Mailand mit dem bedauernswerten Schweizer Yann Sommer (37) im Tor von diesem totalen Fussball zerzaust und ging 0:5 unter. Am Samstag wollen Mikel Arteta und Arsenal beweisen, dass sie die Macht besser zu nutzen wissen.

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