Darum gehts
- Gian-Luca Privitelli debütiert erfolgreich als Thun-Trainer gegen Dinamo Zagreb
- Thun erzielt 1:1, beeindruckt mit starker Leistung, beide Fanlager mit toller Stadionstimmung
- 48-jähriger Privitelli schätzt Vorgänger Mauro Lustrinellis Basisarbeit und plant Kontinuität
Gian-Luca Privitelli löst sein Versprechen ein, das er am Montag auf der Pressekonferenz gegeben hat. Der neue Thun-Trainer berichtet nach dem Spiel, wie er vor seiner Premiere als Profitrainer geschlafen hat: «Ganz gut! Ich bin nur einmal um drei Uhr aufgewacht.»
Dabei stand ihm der grösste Tag seiner bisherigen Trainerkarriere bevor. Zum ersten Mal coacht der 48-Jährige eine erste Mannschaft – und dann gleich in der Champions-League-Quali gegen Dinamo Zagreb. Das Debüt ist geglückt: Thun zeigt eine starke Leistung, geht in der ersten Hälfte verdient in Führung und muss den Ausgleich erst spät hinnehmen. Es ist ein erstes Ausrufezeichen des neuen Thun-Trainers, der sein Team gut gegen die Kroaten eingestellt hat.
Hektik an der Seitenlinie
Privitelli beschreibt den Moment, als er aufs Feld getreten ist: «Es war wunderschön, aber auch sehr intensiv.» Besonders bei den Wechseln sei er gefordert gewesen: «Bei den Einwechslungen wird es schon hektisch, da geht viel ab in einem solchen Spiel. Da muss man schon auch schauen, wie man wieder zu Energie kommt, damit man gut schlafen kann am Abend.»
Besonders genossen habe er die Stimmung, die die beiden Fanlager gemacht haben: «Es war sensationell. Das Stadion war voll, was gibt es Schöneres?» Seine rhetorische Frage beantwortet Privitelli dann gleich selbst: «Wahrscheinlich nichts.»
Lustrinellis Fundament
Einer der Fans im Stadion kennt den Klub wie seine Westentasche. Meistermacher Mauro Lustrinelli hat es sich nicht nehmen lassen, beim ersten Champions-League-Abend seiner alten Liebe vorbeizuschauen und zu unterstützen. Blick konnte mit dem 50-Jährigen sprechen. Er traut den Thunern Grosses zu: «Als ich vor 21 Jahren gegen Dynamo Kiew gespielt habe, hat uns auch niemand zugetraut, dass wir es schaffen. Aber wir haben es geschafft. Die Vorbereitung ist gut gelaufen. Die Mannschaft hat schon eine gewisse Solidität gezeigt.»
Dass die Berner Oberländer bereits diese Standfestigkeit haben, liegt zu Teilen auch noch an der Arbeit von Lustrinelli. Das weiss auch sein Nachfolger Privitelli: «Es wurde viel Vorarbeit geleistet. Das wegzuwerfen, wäre der Holzweg, wenn man an einen Ort kommt, an dem Geschichte geschrieben wurde, an dem über vier Jahre weg fantastische Arbeit geleistet wurde. Es ist die Idee, dass wir das Gute bewahren können.»

