Bayern-Patron Hoeness haut raus
Kompany-Lob, Basler-Widerspruch und DFB-Kritik

Wird auch das Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Bayern und PSG zum Spektakel? Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeness glaubt an den Einzug in den CL-Final. Zudem äussert er sich zu Personalien wie Kompany und Olise.
Kommentieren
1/8
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeness zeigt sich im Hinblick auf das Rückspiel im CL-Halbfinal gegen PSG optimistisch.
Foto: imago/Lackovic

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Uli Hoeness sieht Bayern nach 5:4-Hinspielsieg gegen PSG im Vorteil
  • Hoeness lobt Trainer Kompany als «nahezu perfekten» Menschen und Leader
  • Kritik an Nagelsmann: Keine klare Linie, wechselnde Aufstellungen beim DFB-Team

Wie gerne erinnern wir uns an den Dienstag, 28. April zurück. PSG empfängt Bayern zum Halbfinal-Hinspiel in der Champions League. Ein echter Leckerbissen, der zum Spektakel wird: 1:0 für Bayern, dann zwei PSG-Tore. Die Münchner gleichen aus, Paris geht vor der Pause 3:2 in Führung. Dann der PSG-Doppelschlag zum 5:2 und die Bayern-Tore zum 4:5.

Der Münchner Ehrenpräsident Uli Hoeness (74) sagt kurz vor dem Rückspiel in der Allianz-Arena im Dazn-Interview: «Wenn das Spiel zehn Minuten länger gegangen wäre, dann wäre vielleicht noch mehr drin gewesen.»

Genau das stimme ihn zuversichtlich: «So, wie die Mannschaft reagiert hat, wie sie zurückgekommen ist, unbeirrt weitergespielt hat und sich nichts anmerken liess, das ist schon phänomenal.» Hoeness ist sich sicher: «Das Momentum nach dem Hinspiel liegt beim FC Bayern – nicht bei Paris» und fügt hinzu: «Und wenn man im eigenen Stadion vier Tore bekommt, dann lässt das den Schluss zu, dass man auch in München etwas machen kann.» Und die Bayern-Ikone äussert sich nicht nur zum CL-Halbfinal.

Lobeshymnen für Kompany

Grossen Anteil am gegenwärtigen Erfolg hat für Hoeness der Coach Vincent Kompany (40), der eigentlich nur die vierte oder fünfte Option für den Trainerjob gewesen sei. Im Gegensatz zu den letzten Jahren habe man jetzt eine Mannschaft, die wirklich als Einheit auftrete, ein Verdienst Kompanys. «Er hat es geschafft, aus sehr guten Einzelspielern ein homogenes Team zu formen.» Den Belgier bezeichnet er als fleissigen, «nahezu perfekten» Menschen mit einer hohen fussballerischen sowie sozialen Kompetenz, der verglichen mit Thomas Tuchel (52) und Julian Nagelsmann (38) «etwas Besonderes» mitbringe.

Passend dazu liefert er ein Beispiel, das er als kleinen Seitenhieb gegen Vorgänger Tuchel nutzt. «Was mir besonders gut gefällt, ist, dass die Journalisten in München wieder arbeiten müssen. Denn bei dem einen oder anderen Trainer war es früher so – Tuchel lässt grüssen –, dass man nach einer Pressekonferenz immer eine schöne Geschichte hatte, die aber mit Fussball nichts zu tun hatte. Und jetzt müssen sie wieder über Fussball schreiben.»

Absage an Kompany wegen Xavi Simons

Kompany lobt Hoeness auch für dessen Reaktion, als jener respektiert habe, dass man Wunschspieler Xavi Simons (23) definitiv nicht verpflichten werde. Als Hintergrund: Nachdem beschlossen wurde, dass die Bayern Simons nicht kaufen werden, habe Kompany zuerst nicht locker gelassen.

Bei einem Treffen mit dem Trainer stellte Hoeness dann klar: «Ja, ja, ja – aber Vincent, ich muss eines klar sagen. Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder du isst noch ein zweites Stück Apfelkuchen und wir reden über alles Mögliche. Oder wir reden über Xavi Simons – aber da gibt es nichts mehr zu entscheiden. Wir haben das beschlossen.»

Widerspricht Basler hinsichtlich Olise

Flügelspieler Michael Olise (24), der seiner Meinung nach bei seinem Schuss ins obere Eck sogar noch mehr Präzision als Bayern-Legende Arjen Robben (42) hatte, lobt Hoeness ebenfalls in hohen Tönen.

Er widerspricht in diesem Zusammenhang zudem Ex-Bayern-Spieler Mario Basler (57): «Da sagte ‹der schlaue Mario›, man könne das verhindern. Nein, das kann man nicht verhindern. Dafür ist Olise technisch einfach zu stark.»

Vorwurf an Nagelsmann

Neben Tuchel hat Hoeness auch an Nagelsmann etwas auszusetzen. Sein Vorwurf: Deutschland habe unter ihm noch nie zweimal hintereinander mit derselben Elf gespielt – das habe er dem Trainer auch persönlich schon gesagt. Aktuell sehe er weder «hinten noch vorne» eine klare Linie: «Und wenn es so weitergeht, wird es passieren, dass wir zum ersten WM-Spiel eine Mannschaft auf den Platz schicken, die so noch nie zusammengespielt hat. Und das funktioniert nicht.»

Der DFB-Coach sei leicht beleidigt gewesen, so Hoeness. Ihm fehle bei Nagelsmann die Bereitschaft, zuzuhören und anzunehmen. Das sei aber seine Entscheidung, mit der er selbst leben müsse: «Wenn er erfolgreich ist, bin ich der Erste, der ihm gratuliert. Wenn nicht, dann wird es für ihn schwer.»

Was sagst du dazu?
Meistgelesen