Darum gehts
- Franco Colapinto verzückt die Fans in einer Megashow
- Eine halbe Million Argentinier bejubelt den Formel-1-Fahrer
- Die grosse Frage: Wer gewinnt nach mehrwöchiger Pause den fünften F1-GP?
Zum fünften Mal gastiert der GP-Zirkus ab Freitag 18 Uhr MEZ mit dem einzigen Training über 90 Minuten (TV live, ORF 1) auf dem 5,412 Kilometer langen Kurs. Dabei geht es durch das Hard Rock Stadium der Miami Dolphins (NFL).
Sind sie wirklich Favoriten?
Die fünfwöchige Pause (wegen des Iran-Krieges) wurde bei allen Teams zur Weiterentwicklung der Autos und zum Motorenmanagement genutzt. Auf das Resultat darf man gespannt sein. Wo sind die Probleme weg, wo sind sie vielleicht sogar grösser geworden?
McLaren, das seinen Wagen neu aufstellte, sowie Red Bull, das den rotierenden Heckflügel von Ferrari kopierte und in Silverstone ausprobierte, werden als je zweifache Miami-Sieger als «Favoriten» genannt. Mercedes, das bisher alle vier Rennen gewann, und die Superstarter von Ferrari (seit 32 Rennen ohne Sieg) gehen als Fragezeichen in das zweite Sprint-Wochenende nach China.
Heisses Duell Bearman gegen Gasly
Die überraschenden Aussenseiterteams haben Namen: Haas-Ferrari und Alpine-Mercedes. Die beiden sind auf den sensationellen WM-Positionen vier und fünf.
In beiden Teams geben Oliver Bearman mit 17 Punkten und Pierre Gasly mit 15 Punkten klar den Ton an. Esteban Ocon und Franco Colapinto haben im Vergleich mit den sechs noch punktelosen Piloten je einen Zähler auf dem Konto.
Colapinto und der letzte GP 1998
«Ich bin selten motivierter zu einem Rennen gereist als jetzt. Die Freude der Fans kann wohl nur noch gesteigert werden, wenn Argentinien wieder einen Grand Prix bekommt!» Zuletzt war dies 1998 der Fall: Es siegte Schumi im Ferrari 22 Sekunden vor Häkkinen im McLaren.
Auch wenn Colapinto in der Megashow vor einer halben Million Fans nur in einem in die Alpine-Farben umgewandelten Lotus Renault E20 von 2012 fahren konnte, waren die Zuschauer begeistert. Und als der Fahrer danach auch noch in einer Replika des Mercedes-Benz W196 herumdonnerte, war der Höhepunkt erreicht. Denn damit holte Nationalheld Juan Manuel Fangio (er starb 1995) in den Jahren 1954 und 1955 zwei seiner fünf WM-Titel.
Der grosse Punktefrust
Im Formel-1-Keller warten der Neuling Cadillac-Ferrari und Aston Martin-Honda auf das erste Punkte-Erfolgserlebnis. Beim US-Team keine Überraschung, beim grünen Milliardenprojekt aus Silverstone darf langsam von einem Skandal gesprochen werden.
Mit lumpigen zwei Punkten zanken sich davor Williams-Mercedes und Audi um den achten WM-Platz. Bei beiden Teams soll die Stimmung in den Keller gefallen sein. In Hinwil hat der nach wie vor mysteriöse Abgang von Teamchef Wheatley (geht er wirklich zu Aston Martin?) für Unruhe gesorgt. Jetzt hat man den Schotten Allan McNish (56), dreifacher Le-Mans-Sieger und mit 16 Formel-1-Rennen für Toyota auf dem Buckel zum Renndirektor gemacht. Es waren zwei Jobs, die das Sauber-Urgestein Beat Zehnder (60), weiter bei Audi angestellt, bestimmt gerne ausgeführt hätte.