Verrückte Formel-1-Tage gehen weiter
Mercedes-Lausbub Antonelli zerstört Russells Träume

Montreal bleibt im Ausnahmezustand. Trotz der 2:3-Heimpleite in der 73. Minute lebt der Traum vom 25. Stanley-Cup-Triumph weiter – 1:2-Rückstand im Halbfinal gegen Carolina. Und Russell sieht in der Formel 1 die Titelträume langsam schwinden.
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Max Verstappen (r.) gratuliert Kimi Antonelli.
Foto: IMAGO/PsnewZ
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Die kanadische Millionen-Metropole erlebt packende Tage. Mit Playoff-Spiel vier am Mittwoch. Lewis Hamilton, der in Montreal mit dem 2. Platz im Ferrari schockte, blieb mit Mama Carmen am Montag extra für den Hockey-Krimi in Montreal. Bereits in China hatte Carmen Glück gebracht – bei seinem ersten Podest-Auftritt 2026 auf Platz drei.

Jetzt hofft Ferrari am 7. Juni in Monaco endlich auf den ersten Sieg nach 33 Rennen! Vor einem Jahr hatten McLaren und Ferrari sowie Verstappen dort die ersten fünf Plätze belegt – Mercedes blieb ohne Punkte.

Der Sonntagskrimi in Montreal hatte, der Strecke sei Dank, den Fans ein Rennen voller Emotionen beschert. Antonellis vierter Sieg in Serie wurde durch das packende Duell Hamilton – Verstappen abgerundet. Nur noch Leclerc («mein schlechtestes Rennen») blieb als Vierter in der gleichen Runde. Allerdings mit 44 Sekunden Rückstand.

Nervenbündel Toto Wolff

Der grosse Verlierer: George Russell (28), den der Motor (oder war es doch die Batterie?) als Leader kurz vor der Halbzeit stoppte. Selbst Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli (19) fand es schade, dass das epische Duell «nicht bis zur Ziellinie dauerte».

So blieb Teamchef und Nervenbündel Toto Wolff (54) ein möglicher Herzinfarkt erspart. Wann greift der Wiener in das Duell ein, wie vor über zehn Jahren bei Hamilton gegen Rosberg? Und was sagte Russell? «Ich werde Kanada mit der Zufriedenheit verlassen, mein Bestes gegeben zu haben.»

Antonelli hat 2025 vergessen

Antonelli entzückt als schnellster Lausbub der Welt auf alle Fälle mit seiner jugendlichen Frische und Frechheit Millionen von Fans. Wie einst Kimi Räikkönen. Doch im Gegensatz zum meist schweigenden Finnen redet Kimi Antonelli (19) gerne: «Ich bin nicht hier, um lange von meinem Teamkollegen zu lernen. Ich will ihn bei jeder Gelegenheit schlagen!»

Eine klare Ansage des Italieners, der 2025 in seiner Rookie-Saison noch bös untendurch musste. Das Quali- und Rennduell verlor er gegen Russell jeweils mit 3:21. Der Brite wurde mit 319 Punkten WM-Vierter, Antonelli mit 150 Zählern WM-Siebter.

Lauda setzte voll auf Russell

Vor acht Jahren hatte Niki Lauda bei einem Frühstück in São Paulo Blick den frischgebackenen Formel-2-Meister vorgestellt: «Roger, das ist George Russell, der nächste Weltmeister mit Mercedes!»

Selbst Lauda wusste damals nicht, dass hinter den Formel-1-Kulissen ein Jahrzehnttalent heranwuchs: Kimi Antonelli. Ferrari lehnte in jener Zeit den Mann aus Bologna für die eigene Academy ab. Mercedes schlug dann sofort zu.

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