Wer ordnete Regenreifen an?
Audi hat den Montreal-GP schon vor dem Start weggeworfen

Bei Audi läuft seit den glücklichen zwei Punkten zum Saisonstart in Melbourne fast alles schief. Da helfen keine schönen Worte aus Hinwil oder der Motoren-Stadt Neuburg an der Donau.
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Zum Start haben beide Audi-Boliden (hier vorne jener von Gabriel Bortoleto) die grünen Intermediates drauf.
Foto: Formula 1 via Getty Images
Roger Benoit aus Montreal

Das Auto mit dem neuen Motor und Getriebe hat im Normalfall (noch) kein Potenzial für sichere Punkteränge. Wie am Sonntag bei der Ausfallorgie in Kanada: 12. Hülkenberg, 13. Bortoleto. Bei zwei Runden Rückstand. Und sechs Ausfällen.

Sieben Fahrer sahen Grün ...

Und wenn dann auch noch die Chefetage versagt, ist das Debakel nicht mehr zu verhindern. Wäre eine Überraschung, wenn Audi bekanntgibt, wer für die Entscheidung verantwortlich war, beide Piloten bei einer kaum feuchten Piste mit den grünen Intermediates-Reifen auf die Reise zu schicken. Wie übrigens auch McLaren und Cadillac sowie Sainz im Williams. Der wurde immerhin noch Neunter!

Nun, der Wetter-Spuk dauerte für das Septett nach zwei Fehlstarts gerade mal eine Runde. Dann musste in den Boxen bei allen schon der rote oder gelbe Gummi aufgezogen werden.

Die Audi-Stimmen zum Montreal-GP

Allan McNish (Renndirektor): «In Montreal waren die Rennbedingungen und die Strategie zu Beginn entscheidend. Wir haben die Entscheidung getroffen, von der wir damals überzeugt waren, aber sie hat sich nicht zu unseren Gunsten ausgewirkt. Von da an kam es im Rennen vor allem auf die Position auf der Strecke an. Dennoch war die Zuverlässigkeit gut, und unsere Leistung hat sich im Vergleich zu Miami insgesamt verbessert. Die Grundlagen sind vorhanden – der nächste Schritt besteht darin, daraus Punkte zu machen.»

Nico Hülkenberg (12.): «Eine Herausforderung. Die Anfangsphase auf der Intermediate verlief nicht so, wie wir es uns erhofft hatten, und das hat uns Positionen gekostet. Danach war es nicht einfach, wieder aufzuholen. Es gibt viel zu analysieren von diesem Wochenende – wir nehmen die Erkenntnisse mit und blicken nun nach Monaco!»

Gabriel Bortoleto (13.): «Ein langes Rennen und eine mutige Entscheidung beim Start. Wir sind das Risiko mit den Intermediates eingegangen, aber die Bedingungen änderten sich schnell und es lief nicht zu unseren Gunsten. Von da an ging es darum, das Tempo zu kontrollieren und konzentriert zu bleiben. Beide Autos haben es bis zur Zielflagge geschafft und wir haben wertvolle Daten gesammelt. Es ist frustrierend, denn das Potenzial für Punkte war da – aber wir nehmen das Positive mit und richten unseren Fokus auf Monaco.»

Allan McNish (Renndirektor): «In Montreal waren die Rennbedingungen und die Strategie zu Beginn entscheidend. Wir haben die Entscheidung getroffen, von der wir damals überzeugt waren, aber sie hat sich nicht zu unseren Gunsten ausgewirkt. Von da an kam es im Rennen vor allem auf die Position auf der Strecke an. Dennoch war die Zuverlässigkeit gut, und unsere Leistung hat sich im Vergleich zu Miami insgesamt verbessert. Die Grundlagen sind vorhanden – der nächste Schritt besteht darin, daraus Punkte zu machen.»

Nico Hülkenberg (12.): «Eine Herausforderung. Die Anfangsphase auf der Intermediate verlief nicht so, wie wir es uns erhofft hatten, und das hat uns Positionen gekostet. Danach war es nicht einfach, wieder aufzuholen. Es gibt viel zu analysieren von diesem Wochenende – wir nehmen die Erkenntnisse mit und blicken nun nach Monaco!»

Gabriel Bortoleto (13.): «Ein langes Rennen und eine mutige Entscheidung beim Start. Wir sind das Risiko mit den Intermediates eingegangen, aber die Bedingungen änderten sich schnell und es lief nicht zu unseren Gunsten. Von da an ging es darum, das Tempo zu kontrollieren und konzentriert zu bleiben. Beide Autos haben es bis zur Zielflagge geschafft und wir haben wertvolle Daten gesammelt. Es ist frustrierend, denn das Potenzial für Punkte war da – aber wir nehmen das Positive mit und richten unseren Fokus auf Monaco.»

Offenheit wäre angebracht

Damit war vor allem für das Weltmeister-Team McLaren das Rennen zu Ende. Piastri wurde Elfter, Norris wurde von einem Getriebeschaden gestoppt. Beide hatten vor dem Start lautstark gegen die dumme Reifen-Entscheidung protestiert.

Was bei Audi hinter den Kulissen los war, wird wohl auch dort bleiben. Wie die Geheimniskrämerei seit Saisonbeginn beim kleinsten Defekt. Da wäre mal mehr Offenheit nach draussen angebracht.

Hülkenberg: Strafe und Dreher

Beide Fahrer hatten also vom Start weg schlechte Karten und wurden diese auch nicht mehr los. Und beide Piloten bekamen mit den FIA-Richtern Probleme. Hülkenberg kassierte fünf Sekunden wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse. Bortoleto hatte Glück, dass die FIA das Verlassen der Strecke mit Rennvorteil nicht ahndete. Später drehte sich Hülkenberg noch.

Das Team hat jetzt einige Tage Zeit, die Wunden zu lecken und sich auf den Europa-Start am 7. Juni in Monte-Carlo vorzubereiten. Der Neuling-Bonus läuft langsam aus. Und die Vorstellung in Kanada gibt nicht gerade Anlass zum grossen Optimismus. Dafür will Audi mit einem extravaganten Motorhome am Mittelmeer die Formel 1 überraschen.

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