Formel-1-Stars staunen über Kämpfer Antonelli
«Wir haben hier unseren grossen Nachfolger gesehen»

Die Formel 1 schleppte den Wahnsinn diesmal nach Kanada. Zur dümmsten Entscheidung des Jahres. Zum besten Teamduell des Jahres. Und vielleicht zum geilsten Podest-Auftritt des Jahres.
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Kimi Antonelli (vorne) liefert sich in Kanada einen harten Kampf mit Teamkollege George Russell.
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kimi Antonelli gewinnt in Kanada viertes Rennen in Serie
  • Mercedes-Duo beeindruckt, doch Motorschaden könnte George Russell mögliche Titelchancen kosten
  • Antonelli führt WM mit 88 Punkten Vorsprung, historische Dominanz
Roger Benoit aus Montreal

Es begann mit den wieder einmal falschen Wetterprognosen. Warum Weltmeister McLaren (wie Audi, Cadillac und Sainz) bei einer kaum feuchten Strecke die grünen Intermediate-Reifen aufzog, bleibt ein Rätsel.

Die Strafe folgte prompt: Nur Sainz im Williams holte als Neunter Punkte und dadurch distanzierte sich Williams mit 7:2 Punkten noch weiter von Audi. Die sieben Intermediate-Fahrer mussten nach zwei Fehlstarts in der ersten Runde auf der fast trockenen Strecke gleich an die Boxen zum Reifenwechsel.

Und der Indy-Wahnsinn

Und genau in diese hektische Phase lieferte das Indy-500-Rennen auf dem anderen TV-Kanal den US-Wahnsinn des Jahres: Der Schwede Felix Rosenqvist schlug den Amerikaner David Malukas nach 804 Kilometern um 0,23 Sekunden. Der knappste Zieleinlauf im 110. Nudeltopf-Rennen. Indy war auch der Grund, weshalb erst um 22 Uhr Schweizer Zeit zum Formel-1-GP gestartet wurde.

In Kanada erlebten über 100'000 Fans mit dem vierten Sieg in Serie von Kimi Antonelli (19) im Mercedes ebenfalls eine Weltpremiere. Noch nie gewann seit 1950 ein GP-Pilot seine ersten vier Rennen hintereinander.

Antonelli kamen fast die Tränen

«Ich bin so stolz, neben diesen zwei Champions auf dem Podest zu stehen», sagte Antonelli fast ehrfürchtig und blickte Sir Lewis Hamilton (41, sieben WM-Kronen, 104 Siege) sowie Max Verstappen (28, vier Titel, 71 Siege) mit grossen Augen an.

Dann hob ihn Hamilton auf seine Schultern und sagte später: «Ich glaube, wir haben hier unseren grossen Nachfolger gesehen.» Und lachte: «Ich bin ja über 22 Jahre älter.»

Beste Leistung bei Ferrari

Dafür zeigte der Brite nach seinen spektakulären Aussagen («Vielleicht bin ich noch fünf Jahre dabei») ein sensationelles Rennen, lieferte das beste GP-Resultat (neben dem Sprint-Sieg 2025 in China) bei Ferrari ab und schlug seinen Weltmeister-Nachfolger Verstappen um 0,6 Sekunden.

«Als ich Max kurz vor dem Ziel überholte, verlor ich beinahe den Ferrari aus der Kontrolle und machte mir fast in die Hosen.»

Das tolle Duell und das Jahr 2016

Kimi Antonelli war dieser klare Sieg etwas peinlich: «Ich hätte gerne mit George bis zur Ziellinie Rad an Rad gekämpft. Das hat die Zuschauer bestimmt unterhalten.»

Der Applaus war dem Mercedes-Duo in einigen haarigen Situationen, beim Rennsport auf höchstem Niveau, sicher. Doch kurz vor Halbzeit musste Leader Russell die Segel streichen, rollte über die Wiese und kletterte sauer aus dem Auto: Motorschaden. Ein seltener Mercedes-Defekt, der ihn sogar den Titel kosten könnte. Wie Hamilton 2016 gegen Rosberg nach dem einzigen Motor-Knaller des Jahres in Malaysia, als er die WM um fünf Punkte verlor.

Auch Verstappen zufrieden

Pechvogel Russell: «Ich habe wieder einmal alles richtig gemacht und verloren. Aber der Kampf mit Kimi erinnerte mich an die besten Kart-Zeiten.»

Selbst Regel-Kritiker Max Verstappen konnte sich in Montreal etwas amüsieren: «Das war ein cooles Rennen mit guten Kämpfen und natürlich meinem ersten Podest 2026.»

Ob der Holländer ab Monte Carlo vom siebten Platz eine Aufholjagd beginnen kann, ist fraglich – sein Red Bull hat das Niveau von Mercedes noch lange nicht erreicht. Und Antonelli, der momentan alle Grenzen niederreisst, hat bereits 88 Punkte mehr.

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