Es sind 32 Rennen ohne Sieg! Die Ferrari-Fans müssen also schon lange leiden. Sie leben jeden Grand Prix von der Hoffnung auf den 250. Sieg! Warum nicht 249? Nun, 2008 im regnerischen Monza schockte ein gewisser Sebastian Vettel die Formel-1-Welt mit einem Sensationstriumph. Im Toro Rosso, angetrieben von einem Ferrari-Motor.
Kein neuer Schumi in Sicht
Die goldenen Zeiten von Michael Schumacher (57), der zwischen 2000 und 2004 gleich fünf WM-Titel eroberte, sind endgültig vorbei. Ferrari ist kein Siegerteam mehr, zu viele Episoden mit Pleiten, Pech und Pannen sowie endlose Geschichten aus der Gerüchteküche begleiten die Italiener. Mercedes, McLaren und Red Bull sind für viele Stars zur besseren Adresse geworden. Ohne Chaos, Gerüchte und wilde Spekulationen.
Wer trägt die Schuld am Dauer-Debakel in Maranello? Die Fahrer Lewis Hamilton und Charles Leclerc (seit 2025 Teamkollegen) versuchen meist alles, um aus dem Auto eine fahrbare Kiste zu machen. Doch im Hintergrund fehlen offenbar die genialen Ingenieure, die den Rückstand mit dem Chassis, Motor oder dem Energie-Management wettmachen können.
Droht wieder ein Nuller-Jahr?
«Dem Team fehlt vor allem die Seele. Auch der nötige Sportsgeist an der Spitze verhinderte die erwarteten Resultate», sagt der frühere erfolgreiche Ferrari-General Luca di Montezemolo (78) zu Blick.
In den letzten zehn Jahren blieb Ferrari 2016, 2020, 2021 und 2025 ohne GP-Erfolg. Auch Leclerc ist es nicht gelungen, seinen Lebenstraum in bisher acht Jahren und 154 Rennen zu erfüllen. Acht Siege aus 27 Polepositionen ist die schlechteste Bilanz in der Formel 1.
Leclerc holt Schumi ein
2027 wird der Monegasse, wenn er nicht das Team wechselt, einsatzmässig die rote Legende Schumacher mit 179 Einsätzen und 72 Siegen einholen. Mehr nicht.
Beim 55. GP Kanada am Sonntag ab 22 Uhr MEZ (TV live) führt McLaren im Duell mit Ferrari mit 13:12-Siegen. McLaren gewann hier letztmals 2012 mit Hamilton. Ferrari wartet seit 2018 (Vettel) auf einen Erfolg.
Keine neuen Worte
Die Montreal-Prognose von Ferrari-Teamchef Fred Vasseur (nächste Woche 58) ist eine Wiederholung von oft gehörten Worten: «Wir müssen vom Start weg am Ball sein. Und aus allen Situationen das Beste herausholen. Das gilt für das ganze Wochenende mit dem dritten Sprintrennen der Saison!»
Optimismus tönt anders. Und was die Fans am meisten ärgert: Der aktuelle WM-Leader Antonelli (19, Mercedes) aus Bologna wurde mit elf Jahren aus der Ferrari Academy geworfen, weil er einige Bedingungen nicht erfüllte!