Stallorder schon in Europa?
Mercedes und Ferrari warnen ihre Piloten

Die Situation vor dem Start in die zweite WM-Halbzeit ist heikel. Mercedes und Ferrari greifen nach den WM-Titeln bei den Fahrern und den Teams. Eine Stallorder ist keine Utopie mehr.
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Ferrari-Boss Frederic Vasseur (l.) und Mercedes-Teamchef Toto Wolff im Gespräch.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

«Wir haben, vor allem wegen der Zuverlässigkeit, bisher 100 Punkte verschenkt», klagt der Vize-Teamchef bei Mercedes, Bradley Lord. Sein Boss Toto Wolff: «Das können wir uns im Hinblick auf das Duell gegen Ferrari ab Zandvoort nicht mehr leisten. Die Fahrer sind gewarnt. Ein zweites Hamilton/Rosberg-Drama lasse ich nicht mehr zu!»

Der heisse WM-Stand

Die Punkte sagen alles: Antonelli (219). Hamilton (169), Russell (160) und Leclerc (138). Bei den Teams liegt Mercedes also noch 72 Punkte vor Ferrari.

Ob die beiden Weltmeister McLaren (220) und Norris (128) in der zweiten Jahreshälfte noch in die Titelentscheidungen eingreifen können, wäre eine Überraschung. Verstappen ist mit 109 Zählern nur noch krasser Aussenseiter.

Vasseur: Unpopuläre Massnahmen

Für Ferrari-Chef Fred Vasseur ist klar: «Lewis und Charles müssen jetzt noch mehr Respekt und ein korrektes Verhalten an den Tag legen. Es geht jetzt nicht mehr um den eigenen Ehrgeiz. Es geht um Ferrari. Also müssen wir vielleicht auch etwas unpopuläre Massnahmen treffen!»

Mit anderen Worten: Eine Stallorder ist in Sicht. Momentan müssen Leclerc und Russell mit einem potenziellen Platzabtausch rechnen. Wie die Reaktion der «Opfer» ausfallen würde, kann man sich jetzt noch nicht vorstellen.

Über zehn Sprints 2027?

In Zandvoort steht am Samstag ab 16 Uhr (TV live) der vorletzte und 29. Sprint der Geschichte auf dem Programm. Man darf diese Punkte von 1 bis 8 nicht unterschätzen.

Der sechste und letzte Sprint 2026 steigt dann am 7. November in Brasilien. Für viele Teams und Fahrer ist dieses Zusatzprogramm wegen der fehlenden Trainingszeit weiter ein Dorn im Auge. Doch Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali (61) wird dem Zirkus nächstes Jahr mindestens zehn Sprints aufs Auge drücken. Klar, die Veranstalter zahlen dafür rund vier Millionen Dollar mehr.

Peter Sauber redet am TV

Auf dem Transfermarkt blieb es während der Sommerpause eher ruhig. Okay, Schlusslicht Cadillac wechselte den Teamchef aus (Budkowski für Lowdon). Und am Dienstag wurde der Vertrag von Albon bei Williams um ein weiteres Jahr verlängert. Der Thai fährt jetzt seit 2022 beim drittältesten Team.

Ein TV-Tipp für alle Fans von Peter Sauber (82). Am Donnerstagabend stellt sich der frühere Teambesitzer den SRF-Fragen bei «Gredig Direkt». Da hat der Zürcher wohl einiges zu erzählen. 

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