Stallorder auch 2026 ein Thema
Als Piastri seine Seele verkaufte

Je enger der Titelkampf in der Formel 1 wird, desto wahrscheinlicher werden Teambefehle – mit womöglich entscheidenden Folgen. Da werden Erinnerungen an den Monza-GP 2025 wach.
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Monza 2025: Piastri musste Norris (v.) per Stallorder vorbeilassen.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Das Thema Stallorder wird auch in der Sommerpause bei den Fans, Mercedes und Ferrari für Diskussionen sorgen. Die ersten vier Fahrer liegen vor Ungarn nur 78 Punkte auseinander. Von Antonelli (204) bis Leclerc (126). Das scheint viel, aber wenn wir die Zähler der letzten drei Rennen anschauen, dann liegt Leclerc mit 51 Punkten vor Antonelli und Russell mit je 48 und Hamilton mit 44.

Erinnern Sie sich an den 7. September 2025? Monza. Da wurde die WM entschieden! Im 16. von 24 Rennen. Es war der Tag, als Oscar Piastri seine Seele verkaufte. Ein Tag, den er oft verdammte und ihn noch über das Ende seiner Karriere verfolgen wird.

Hinter dem späteren Sieger Max Verstappen mussten acht Runden vor Schluss noch beide McLaren zum Reifenstopp. Piastri wurde schnell abgefertigt und kam als Dritter wieder auf die Piste. Da tauchte eine Runde später Norris an den Boxen auf, verlor mehrere Sekunden, weil das linke Vorderrad klemmte. Der Brite fiel hinter Piastri zurück. Der Australier wurde aufgefordert, Norris vorbeizulassen! Piastri fragte warum und bekam als Antwort nur die Wiederholung des Befehls. Zwei Runden später liess er Norris stinksauer vorbei.

Piastri ein gebrochener Mann

Ein Schrei der Entrüstung hallte durch die Welt. Es war ein Skandal, da Piastri vor Monza mit 34 Punkten vor Norris und mit 104 Punkten vor Verstappen führte. Viele Fahrer kritisierten «Weichei» Piastri, warfen ihm Mutlosigkeit, Feigheit und Verrat am Sport vor. Während Piastri kaum noch ein gutes Rennen fuhr, kämpfen Norris und Verstappen um die Krone. Die holte sich am Ende der Brite mit zwei Punkten Vorsprung – 423:421. Piastri (410) guckte in die Röhre.

McLaren jubelte hinter vorgehaltener Hand: Denn nur die drei von Piastri in Monza gestohlenen Punkte machten Norris zum Weltmeister. Und Piastri zu einem gebrochenen Mann.

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