Rivalen feiern ihn schon als Champion
Auch Russell gibt auf – wann krönt sich Antonelli?

George Russell (28) ist nach 166 Rennen ein gebrochener Mann. Der Brite sieht sein Lebensziel nach Madrid endgültig in weite Ferne gerückt: «Realistisch habe ich keine Chance mehr auf den Titel.»
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Kimi Antonelli machte mit seinem Sieg am Sonntag in Madrid einen weiteren Schritt Richtung WM-Titel.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Es sind Worte, die Russell nie aussprechen wollte. Aber an Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli (20) kommt er einfach nicht vorbei. Russells Selbstvertrauen ist verschwunden. Ein früherer Satz holt ihn jetzt ein: «Ich würde viel Geld für ein Auto zahlen, mit dem ich Weltmeister werden könnte!»

Im Schatten von Antonelli I.

Jetzt kassiert er über zehn Millionen Dollar im Jahr und hat ein siegfähiges Auto. Doch der Schatten eines Italieners, den sie in der Heimat schon als König Antonelli I. verehren, steht ihm 2026 und wohl noch länger im Weg.

Die 81 Punkte Rückstand sind in den letzten acht oder neun Rennen (entweder Katar und Abu Dhabi oder als Ersatz Imola) einfach nicht aufzuholen. Zu schnell und zu gut ist der Mann aus Bologna. Schafft er es schon beim Triple-Header Baku, Sepang, Singapur?

Wenn Norris alles gewinnt…

Mathematisch sind bei acht Rennen und einem Sprint noch 208 Punkte zu holen. Wenn Weltmeister Norris (106 Punkte zurück), der grosse Pechvogel vom Sonntag, alle Rennen gewinnt, reichen Antonelli acht vierte Plätze und ein Podestrang.

Der Brite: «Über den Titel müssen wir gar nicht mehr diskutieren. Mit 20 Jahren macht Kimi einen sensationellen Job, und er wird, wenn er weiter so abliefert, die Meisterschaft gewinnen. Tipps gebe ich ihm allerdings keine, weil wir wohl noch jahrelang Rivalen an der Spitze sein werden.»

Der grosse Cola-Ärger

Für Norris war der dritte Platz nach dem um eine Sekunde verpassten Boxenhalt (VSC-Phase) in Spanien ein schlechter Lohn. Aber der Ärger danach war noch grösser und unnötiger.

Als Norris mit einer Coca-Cola-Dose den Erfrischungsraum vor dem Podiumsauftritt betrat, wurde er von einem Ordner gebeten, die Dose zu entsorgen. Grund: Coca Cola gehört nicht zu den Sponsoren der Formel 1. Dafür Pepsi. Norris trank weiter: «Nach einem Rennen schreibt mir niemand vor, was ich trinken darf.» Und Coca-Cola ist einer der grossen Geldgeber seines McLaren-Teams! Ein Kommentar erübrigt sich!

Auch Verstappen mit Lob – Ferrari out

Auch Max Verstappen (28) sieht Antonelli schon lange als Weltmeister 2026. «Was Kimi in seiner zweiten Saison abliefert, ist fantastisch. Er sollte jetzt keinen Stress aufkommen lassen und weiter seine Rennen abliefern. Dank seinem guten Umfeld wird er die Dinge auch nicht zu kompliziert machen. Ich hoffe, 2027 wieder vorne dabei zu sein.»

Bei Ferrari wird man beide Titel verlieren. Hamilton, der bis Madrid jede Rennrunde (auch im Sprint) absolvierte, wurde von den Bremsen gestoppt und aus dem Titelrennen geworfen. «Ohne diesen Defekt hätte ich gewinnen können!» Jetzt trennen ihn 101 Punkte von Antonelli.

Russell 7, Antonelli 8, Leclerc 9

Auch für Leclerc und Vasseur geht das Leiden weiter. Beide hofften bei der Madrid-Premiere in Führung auf eine Safety-Car-Phase oder rote Flaggen. Vasseur: «Dann wären wir aufs Podest gefahren oder hätten gar gewonnen!»

So blieben Leclerc nach 185 Rennen nur der vierte Platz und die Erkenntnis, dass er bisher erst neunmal erfolgreich war. Auch die Statistik von Russell nach 166 Rennen ist brutal – sieben Siege. Und Antonelli? Der feierte nach 38 Einsätzen bereits acht Triumphe. Alle seit März.

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