Mercedes-Chef Toto Wolff (54) zieht gegenüber Blick schon mal die Handbremse an: «Geniessen wir einfach die unbekümmerten Auftritte eines der grössten Talente, die ich je gesehen habe!»
So ein Tag, so wunderschön wie heute
Normalerweise dürfen bei einem Sieger die Ingenieure oder sogar Mechaniker als vierte Kraft zum Dank mit aufs Podest. In Monte Carlo kletterte Wolff selbst auf das Treppchen.
Denn so einen Tag wird es auch bei Mercedes nur noch selten geben. Unheimlich, wie abgeklärt dieser junge Mann aus Bologna (wird am 25. August erst Zwanzig) mit der Erfahrung von jetzt 30 WM-Läufen den Stars den Overall auszieht.
Freude mit Hamilton und Antonelli
Auf dem Podest hatte Wolff allen Grund, mit Antonelli und der Champagnerflasche herumzutanzen. Denn solche Tage sind sehr selten. Auf der einen Seite sein neuer Superstar, daneben mit Sir Lewis Hamilton (41) seine frühere Lebensversicherung mit sechs WM-Titeln im Werksteam.
«Nach Lewis haben wir jetzt weltweit einen neuen Rockstar bei Mercedes. Er begeistert die Massen. Von Jung bis Alt. Egal, welches Geschlecht da mitfiebert», sagt Wolff zu Blick.
«Restaurant können wir vergessen»
Hat der schnelle Ruhm von Antonelli und der Hype rund um den Erdball auch Nachteile? Wolff lacht: «Ja, wir können zusammen in keinem Restaurant mehr essen gehen. Sofort bilden sich Schlangen von Autogrammjägern. Dann ist nichts mehr mit Ruhe und Gelassenheit.»
Antonelli führt jetzt in der WM mit 156:90 Punkten gegenüber Hamilton. Wer hätte vor der Saison darauf gewettet? Unheimlich, letztes Jahr eroberte Antonelli in den neun Europa-Rennen gerade mal drei lumpige Punkte (10. Budapest, 9. Monza). Jetzt sind es nach dem Auftakt schon 25. Und sechs Zähler mehr als insgesamt vor einem Jahr! Damals wurde der Italiener mit 150 Punkten WM-Siebter.
Ferrari hat Antonelli abgelehnt
Jetzt zählt dann bald nur noch der WM-Titel des Landsmannes, den ganz Italien schon im Visier hat. Leider nicht auf Ferrari.
Vater Marco Antonelli verriet Blick in Monaco: «Mit elf Jahren besuchten wir das Werk in Maranello und wollten in die rote Academy. Doch die Verantwortlichen lehnten ab, weil ihnen Kimi zu klein war! Wenig später unterschrieben wir bei Mercedes!»