Junger WM-Leader erinnert an Formel-1-Legende
Keiner kann derzeit Antonelli das Wasser reichen

Kann ein Grand Prix mehr Chaos, Dramen und elf Strafen bieten als hier in Monte-Carlo? Kaum. Kann der Start in die Europa-Saison mit einem so hochüberlegenen Dauersieger beginnen? Kaum.
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Kimi Antonelli kostet seinen Sieg beim prestigeträchtigen Monaco-GP aus.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Was WM-Leader Kimi Antonelli (19) auf diesem schwierigen Kurs mit dem Mercedes demonstrierte, erinnerte schon an die Zeiten des sechsfachen Monaco-Triumphators Ayrton Senna.

Es ist fast unglaublich, was der junge Mann aus Bologna seit der «Niederlage» beim WM-Start in Melbourne ablieferte – fünf GP-Siege in Serie.

Auch wenn hinter dem Mercedes-Wunderkind die Hölle losbrach, Kimi liess sich vor 90'000 Fans nie aus der Ruhe bringen, machte keine Fehler. Und auch beim stehenden Neustart liess er Hamilton (Ferrari) nicht den Hauch einer Chance.

Zu diesem Neustart für die letzten sieben Runden war es gekommen, weil Stroll in der Zielkurve mit dem Aston Martin voll in die Leitplanke krachte. Kurz darauf crashte der an dritter Stelle liegende Hausherr Leclerc mit dem Ferrari am gleichen Ort. Rot, über eine halbe Stunde dauerten die Reparaturen, denn der Asphalt war aufgerissen.

Wegen der vielen Strafen (Unfälle, zu schnell in der Boxengasse usw.) wurde der Zieleinlauf auf dem Computer noch dreimal umgekrempelt.

Verstappen: «Freunde, das wars»

Da war der Mann, der neben Antonelli startete, längst daheim: Max Verstappen. Sein Red Bull kam nicht vom Fleck, der Holländer rettete sich auf die linke Seite und holperte dem Feld nach. «Was soll ich machen?» Die Antwort: «Bring das Auto nach Hause». In der Boxengasse kletterte Verstappen aus dem Auto und sagte: «Freunde, das wars. Ich gehe jetzt nach Hause. Ist ja nur 500 Meter von hier…»

Auf der Strecke fuhr Antonelli dem Feld einfach davon. Nur die beiden Ferrari konnten mit grossem Abstand folgen.

Dabei zeigte Hamilton seinem Teamkollegen Leclerc, dass er 2026 wieder voll im Saft ist. Das überraschte selbst Teamchef Fred Vasseur (58), der am Samstag wegen Atembeschwerden kurz ins Spital musste.

Weltmeister Norris von defekter Batterie gestoppt

Und Hamilton feierte zwei Wochen nach Montreal wieder als Zweiter mit seinem Mercedes-Nachfolger Antonelli auf dem Podest. Auch der dritte Mann auf dem Treppchen kam wie in Kanada von Red Bull. Aber diesmal war es nicht Super-Max, sondern Isack Hadjar.

Eine Sekunde vor Piastri, dessen McLaren-Teamkollege und Weltmeister Norris von einer defekten Batterie gestoppt wurde.

Der Brite kommt nicht mehr in Fahrt, rutschte auf WM-Rang sechs ab. Immerhin noch 15 Punkte vor dem jetzt endgültig entzauberten Verstappen.

Hamiltons Spruch

Und vorne: Da grüsst Antonelli mit 66 Punkten Vorsprung auf Hamilton. Der Brite lachte: «Toll, wenn ein 41-jähriger Mann mit einem 22 Jahre jüngeren Burschen noch mithalten kann.»

Antonellis Teamkollege George Russell (28) verliess auch Monte-Carlo bedient und angeschlagen. Zu viele Strafen und Fehler warfen ihn ins «Audi-Sandwich» auf Platz 12. Die Glücksgöttin hat dem früheren Titelfavoriten längst die kalte Schulter gezeigt. Und küsst nur noch Antonelli.

PS. Alpine hat gegen die beiden Strafen von Pierre Gasly in der Boxengasse (Tempolimit) Protest eingelegt.

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