McLaren fälscht das Monaco-Jubiläum
Wann kracht es bei Mercedes?

Vor dem Start in die Europa-Saison sieht es nach einem Mercedes-Titelkampf zwischen Jungstar Kimi Antonelli (19) und Routinier George Russell (28) aus. Ausser Ferrari kommt endlich in die Gänge oder Weltmeister McLaren erwacht.
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Zwei Heisssporne im gleichen Team: George Russell (l.) und Kimi Antonelli.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Am heikelsten ist die Situation für Russell. Er hat gleich zwei M-Probleme. Da wäre die Mathematik. Der unbekümmerte Antonelli führt mit 4:1-Siegen und 43 Punkten Vorsprung. Aber noch gravierender ist die Mentalität. Denn die Formel 1 bleibt eine Kopfsache.

Russell schon angeschlagen

Da hat Russell nach bereits 157 Rennen und nur sechs Siegen das grösste Defizit. Er sieht schon überall Geister, glaubt, dass Mercedes auf den weltweiten Antonelli-Zug aufgesprungen ist. Doch Chef Toto Wolff (54) ist zu intelligent, um seine Sympathien oder Pläne auch nur ansatzweise nach aussen durchdringen zu lassen.

Der Wiener hat eigentlich nur eine echte Sorge: Der interne Crash. Nicht mit Worten, sondern mit den Autonummern 12 (Kimi) und 63 (George). Das Motto ist uralt: Ihr dürft alles, nur nicht zusammenkrachen!

Wie lange hilft der Zufall?

Die Hoffnung und das Bitten an die Fahrer hatten schon vor über zehn Jahren bei Hamilton und Rosberg nichts genutzt. Auch jetzt prallen zwei Heisssporne aufeinander. Vor zehn Tagen in Montreal war es am Samstag und Sonntag zu heissen Millimeter-Aktionen gekommen. Fahrkunst? Eher Zufall, dass es nicht krachte.

Aber eine Stallorder ist (noch) nicht in Sicht. Auch auf dem 3337 Meter langen Leitplanken-Käfig wird es eng. Vor einem Jahr erlebte das silberne Duo hier mit Unfällen, technischen Defekten den Horror und zog mit den Positionen 11 (Russell) und 18 (Antonelli) ab. Der einzige Mercedes-Nuller 2025.

Ist Ferrari wirklich Favorit?

Das Nervenkostüm von Wolff ist angespannt. Auch wenn man in den WM-Läufen noch ungeschlagen ist, die Roten (Ferrari) sind in den engen Kurven und der geringeren Motorenleistung erstmals Favorit.

Und Weltmeister McLaren kassierte in Kanada wegen einer falschen Reifenwahl den zweiten Punkteflop beim WM-Rennen nach China in dieser Saison!

Sprint ist kein WM-Start!

Jetzt kommt die Statistik ins Spiel. Und da ist überall klar: Offiziell ist Monaco am Sonntag – 60 Jahre nach der Team-Premiere hier im Fürstentum – erst das 999. Rennen.

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Doch die Briten treten mit einer neuen Lackierung und der Zahl 1000 auf dem Auto an. Das gefälschte Jubiläum. Die Rechnung von McLaren: Obwohl man in China mit beiden Autos nicht am Start stand, zählte man einfach die Sprint-Teilnahme am Samstag in Shanghai (4. Norris, 6. Piastri) als offizielle WM-Teilnahme dazu.

Nun, letztes Jahr standen hier zwei McLaren-Mercedes auf dem Podest (Sieger Norris, Dritter Piastri). Es war das erste Erfolgserlebnis des aktuellen «Jubilars» am Mittelmeer nach 17 Jahren und Lewis Hamilton.

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