Kompromisse
Die Formel 1 ist in Europa und beginnt am 7. Juni die eigene Saison mit dem Klassiker GP von Monaco. Und dort wird der Zirkus mit dem kleinsten Antrittsgeld herzlich empfangen. Monte Carlo gehört wie Ferrari zur Formel 1 und umgekehrt. Beide können ohne den anderen schlecht leben. Also sind hier Kompromisse nötig, solange die Königsklasse unterwegs ist.
Geschichte geschrieben
In Monaco 1966 wurde Geschichte geschrieben. Am 22. Mai tauchte damals im Fürstentum ein 28-jähriger Neuseeländer mit einem Eigenbau auf, dem McLaren-Ford M2B: Bruce McLaren. Der Mann, der seit fast 20 Jahren wegen einer Krankheit die Beine verkürzen lassen musste, war aber kein Unbekannter. 1959 gewann McLaren beim WM-Finale in Sebring auf Cooper-Climax seinen ersten Sieg und blieb mit 22 Jahren und 104 Tagen bis Alonso 2003 der jüngste GP-Sieger der Formel 1. McLaren wollte damals Teamkollege Jack Brabham den Sieg überlassen, damit dieser sicher Weltmeister wurde. Doch der Australier hatte Probleme. So gewann McLaren 0,6 Sekunden vor Maurice Trintignant (Bürger von Monte Carlo). Und Brabham? Der schob auf dem über 8 km langen Kurs sein Auto ins Ziel und wurde mit fünf Minuten Rückstand noch Vierter und war Champion. Lang, lang ist es her und eben dieser Bruce McLaren stand dann 1966 in Monaco auf dem zehnten Startplatz und fiel bei der Geburt des heute zweitbesten Teams hinter Ferrari (siehe Kasten) mit einem Ölleck aus. Leider wurde McLaren nur 32 Jahre alt: Am 2. Juni 1970 wurde ihm in Goodwood (Gb) eine Testfahrt im Can-Am-McLaren zum tödlichen Verhängnis, als sich bei Tempo 310 die Heckverkleidung löste. 1968 in Spa war es McLaren vergönnt, den ersten Sieg und einzigen Sieg im eigenen Auto zu feiern.
Erfolgsstory
McLaren ist eine Erfolgsstory. Und jetzt wollte das Team in Monaco die 60 Jahre mit dem 1000. Grand Prix feiern. Doch es ist nur das 999. Rennen, weil dieses Jahr in China gleich beide Autos von Norris und Piastri aus technischen Gründen nicht starten konnten! McLaren schrieb vor 35 Jahren durch das giftige Duell zwischen Senna und Prost Geschichte. 2007, als Alonso in Monaco den 150. GP für McLaren gewann, hiess dessen Teamkollege Hamilton. 1974 wurde Fittipaldi im McLaren Weltmeister und verhinderte den WM-Titel von Clay Regazzoni um drei Punkte.