Darum gehts
- Audi-Teamchef Jonathan Wheatley tritt in Hinwil zurück, Binotto übernimmt Leitung
- McLaren-Fahrer Norris und Piastri mit WM-Quote von 55:1
- Kann in Japan jemand dem Mercedes-Duo gefährlich werden?
Es war peinlich, als vor zehn Tagen beim Start in Shanghai gleich vier Autos an den Boxen blieben: die beiden McLaren von Weltmeister Norris und Piastri, der Audi von Bortoleto und der Williams von Albon.
Das Chaos in Hinwil
Bereits beim WM-Auftakt in Australien konnte Audi nur einen Wagen auf die Reise schicken. Damals fehlte Hülkenberg. Inzwischen erlebte Hinwil ein Erdbeben: Teamchef Jonathan Wheatley (58) haute «aus persönlichen Gründen» ab.
In der Medienmitteilung von Suzuka wird dieser Knall mit keinem Wort erwähnt. Jetzt redet einfach CEO Mattia Binotto auch als Teamchef: «Wir haben noch einige Baustellen, die wir so schnell wie möglich reparieren müssen. Gewisse Defekte dürfen in Zukunft nicht mehr vorkommen. Wir sollten kein Terrain mehr verlieren.» Vor einem Jahr starteten beide Sauber von den Positionen 16 und 17. Im Ziel lag Hülkenberg auf Rang 16, Bortoleto auf 19 – beide in der gleichen Runde wie Sieger Verstappen.
Podest 2025 gibts nicht mehr
Die beiden Fahrer freuen sich – wie der Rest des Feldes – auf die geilste Rennstrecke der Welt. Ausser in Spa ist die Herausforderung nirgends so gross wie auf dem 5,807 km langen Suzuka-Kurs.
Vor einem Jahr stand Verstappen (Red Bull) auf der Pole-Position und siegte vor den beiden McLaren. Ein Resultat, das sich – so die bisherige Erfahrung – am Sonntag bestimmt nicht mehr wiederholen wird.
Wer setzt noch auf Norris?
Denn für die englischen Buchmacher ist der Titel-Express mit Mercedes Russell (Quote 1,5:1 und Antonelli (3,7:1) bereits abgefahren. Das Ferrari-Duo Leclerc und Hamilton sowie Verstappen werden nur noch als 15:1-Aussenseiter angeboten.
Und noch brutaler: Mit Norris und Piastri könnten die ewigen Papaya-Fans richtig Geld machen – bei einer Quote von 55:1. Wer da zehn Franken setzt, würde also beim WM-Titel 550 Franken bekommen!
Ferrari: Start top – Gummi flop
Die FIA verzichtet trotz massiver Kritik einiger Fahrer auf Regeländerungen. Die will man frühestens in Miami (3. Mai) durchsetzen.
Ferrari-Chef Vasseur: «Wir lehnen jede Regeländerung strikt ab. Wir sind schon mit dem neuen blauen Licht vor dem Start einen Kompromiss eingegangen.» Das blaue Licht erscheint jetzt vor den grünen Ampeln. Damit alle ihre Motoren auf Touren bringen können. Trotzdem wird Ferrari auch in Japan wieder seine Raketenstarts demonstrieren – und so Mercedes etwas am Nerv kitzeln können. Dann beginnt sich, so die bisherige Erfahrung, der rote Reifenverschleiss negativ auszuwirken.