Wheatley: «Mir war nicht bewusst, wie sehr ich die Schweiz liebe»
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Noch im November schwärmte er:Wheatley: «Mir war nicht bewusst, wie sehr ich die Schweiz liebe»

Sauber-Nachfolger wieder auf Teamchef-Suche
Teamchef Wheatley weg – Machtkampf bei Audi verloren

Aus dieser Nummer mit den weltweiten Schlagzeilen kamen weder Aston Martin-Honda noch Audi raus. Der Newey-Rücktritt bei den «Grünen» als Teamchef – öffnete jetzt, wie erwartet, die Türe für den bisherigen Teamboss bei Audi, Jonathan Wheatley.
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Jonathan Wheatley verlässt Audi nach wenigen Monaten.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Es ist, wie es immer war: Verträge in der Formel 1 sind oft kaum das Papier wert! Loyalität ist im GP-Zirkus meistens ein Fremdwort. Wo mehr Millionen locken, ist die Schmerzgrenze dehnbar. Kurz: der eigene Vorteil bleibt das oberste Gebot.

«Wir haben grosses Ziel»

Mit diesem Vorwurf muss jetzt auch Wheatley leben. Er war am 1. April 2025 – nach einige Wartemonaten – von Red Bull für Sauber (jetzt Audi) freigegeben. «Unser Ziel ist klar, der WM-Titel in einigen Jahren. Bis dann wollen wir uns jedes Jahr verbessern und die Grossen ärgern.»

Die Worte tönten gut, aber vom Start weg hingen einige Schatten über der Karriere des Briten. Audi hatte sich für Mattia Binotto (55) als CEO und Oberaufsichtsrat entschlossen.

Blick waren schon lange interne Stimmen bekannt, wonach sich Binotto und Wheatley wegen der Kompetenzgrenze hinter den Kulissen in die Haare gerieten. Doch nach aussen spielte Audi den internen Machtkampf runter. Die heile Welt des Sauber-Nachfolgers sollte nicht in Frage gestellt werden.

Ausrede: Die Schweiz?

Jetzt kam die Anfrage von seinem früheren Kumpel und Weltmeister-Macher (Vettel/Verstappen) genau zum richtigen Zeitpunkt. Newey wusste schon lange, dass seine Beförderung zum Teamchef ein Fehler war. In dieser Rolle konnte das Genie, das oft nicht mal den Weg zum Hotel allein findet, nur noch eines tun: den besten Nachfolger finden.

Den hat er jetzt gefunden. Und Wheatley kann sich höchstens damit rausreden, dass ihm sein Aufenthalt in der Nähe von Zug doch nicht so gut gefallen hat, wie er immer behauptete. Also zieht er mit seiner Familie wieder auf die Insel zurück. Nach Silverstone, also keine 20 Kilometer von seinem frühen Arbeitsort Milton Keynes entfernt.

Ohrfeige und Chaos bei Audi

Für Audi beginnt jetzt die erneute Suche nach einem geeigneten Mann an den Boxen. Andreas Seidl hatte Sauber/Audi vor über zwei Jahren rausgeworfen. Der Deutsche war von McLaren gekommen, wo er ebenfalls den Laufpass erhalten hat.

Egal, was jetzt passierte. Diese Ohrfeige muss Audi zuerst verkraften. Der oberste Chef, Gernot Döllner, ist in der Welt der Formel 1 angekommen. In Australien hatte er noch Bortoleto nach dessen 9. Platz herzlich umarmt. Jetzt darf sich Döllner mit der Besetzung des zweitwichtigsten Mannes keinen Fehler mehr erlauben. Interessant, dass Audi in den letzten Monaten dreimal den Medienchef wechselte.

Der Traum vom WM-Titel

Die Frage bleibt: Kann Wheatley, der jetzt wohl einige Monate Arbeitsverbot hat, Aston Martin wirklich aus der Krise führen. Und wie lange dauert die Geduld des milliardenschweren Besitzers Lawrence Stroll (66)?

Der Kanadier hatte einst trompetet: «Mit meinem Geld mache ich das Team zum Weltmeister!» Nun, keine Mannschaft im GP-Zirkus ist momentan weiter weg als Aston Martin. Und solange Stroll seinen Sohn Lance weiter beschäftigt und Chefpositionen wie seine Unterhemden wechselt, kehrt dort keine Ruhe ein.

Glückliches Wochenende für Max

Der glücklichste Mann im Formel-1-Zirkus ist an diesem Wochenende bestimmt Vierfach-Weltmeister Max Verstappen (28). Er darf sich in der «Grünen Hölle» mit dem GT3 Mercedes austoben. Beim zweiten Lauf der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) als Vorbereitung auf die 24 Stunden auf dem Nürburgring.

Teamkollege ist unter anderem der Österreicher Lucas Auer, der Neffe des zehnfachen GP-Siegers Gerhard Berger (66).

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