«Mein Lebensplan war anders»
Blick-Legende Benoit über seine Scheidung, Träume und den Tod

Dieser Mann hat Benzin im Blut: Der Formel-1-Experte beim Blick führt ein Leben auf der Überholspur. Beim Boxenstopp mit der GlücksPost spricht die Reporter-Legende über seine Scheidung, seine Träume und den Tod.
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Roger Benoit: «Die Formel 1 ist meine Familie, der ‹Blick› mein Leben.»
Foto: Thomas Meier
Thomas Wälti, GlücksPost
Glückspost

Roger Benoit (77) begrüsst den GlücksPost-Redaktor auf der Terrasse des Restaurants The Studio im Ringier-Pressehaus in Zürich. Die Blick-Reporterlegende pafft genüsslich eine Havanna, eine zweite Zigarre steckt einsatzbereit in der Hemdtasche.

«In einem Formel-1-Auto gibt es keinen Aschenbecher», spasst der gebürtige Basler und lenkt das Gespräch sogleich auf seine Kernkompetenz. 826 Grands Prix hat der anerkannte Motorsport-Experte seit 1970 vor Ort besucht, rund 140 Rennen verfolgte er in der Redaktionsstube. «Mich interessiert weder der Rennwagen noch die Technik. Für mich steht immer der Mensch im Vordergrund», sagt Roger Benoit. Der Mann mit Benzin im Blut kann kuriose und heitere, mitunter aber auch traurige Anekdoten erzählen. Sein Leben auf der Überholspur wird gerade im mitreissenden Buch «Formel Wahnsinn» von Autor Daniel Leu gewürdigt.

Roger Benoit: Ein Leben auf der Überholspur

Die Blick-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten.

Das 272-seitige Buch gibts auf beobachter.ch/shop und in allen Buchhandlungen der Schweiz. ISBN 978-3-03875-643-9. Es kostet 48 Franken und ist ab sofort erhältlich.

Für Blick-Leserinnen und -Leser gibts ein unschlagbares Angebot. Klicke hier drauf und du erhälst das Buch für nur 38 statt 48 Franken.

Die Blick-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten.

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Roger Benoit berichtet für die Blick-Redaktion nach wie vor mit viel Enthusiasmus über jedes Formel-1-Rennen der Welt. Aufgrund von Zeitverschiebungen arbeitet er oft mitten in der Nacht. Warum macht er das? «Es spornt mich an, wenn ich sehe, dass ich mit jüngeren Journalisten immer noch gut mithalten kann.» Leidenschaft beflügle ihn. Natürlich sei er sich bewusst, dass die Jugend von heute eine bessere Work-Life-Balance habe als er. Damit könne er aber gut leben. «Ich bin ein Nachtvogel!» Er lege sich hin, wenn es sein müsse. Einen Schlafrhythmus kenne er nicht. «Im Schlaflabor wäre ich vermutlich ein interessanter Proband.» An seinem Beruf würden ihm auch die vielen Reisen gefallen. «Den Jetlag spüre ich nie.»

Scheidung nach einem Jahr Ehe

Auf die Frage, ob ein Leben, so wie er es führe, eine gesunde Beziehung zulasse und er sich nochmals eine Partnerschaft wünsche, kommt Roger Benoit direkt zur Sache: «Nein, dauernde Rücksichtnahme ist mir zu anstrengend. Das möchte ich keiner Frau antun.» Das Buch erzählt von seiner Ehe, die nach nur einem Jahr und vier Tagen kinderlos geschieden wurde. Seine Frau sei eine Hochstaplerin gewesen und habe ihn sieben Kilo Gold und drei Tinguely-Bilder, die sie habe mitlaufen lassen, gekostet. War dies die grösste Enttäuschung seines Lebens? «Nein. Richtig enttäuscht sein kann man nur von Leuten, die einem etwas bedeutet haben. Das war eine Sache, die ich abhaken musste, sonst hätte ich mich hintersinnt. Und das war das Letzte, was ich wollte.»

Eigene Kinder hätte sich Roger Benoit, der als Einzelkind aufgewachsen ist, durchaus vorstellen können. Aber es habe sich nicht ergeben. «Wie sagt man so schön: Ein Mann muss im Leben ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und ein Kind zeugen», sagt er, «bei mir verlief der Lebensplan halt anders.» Dann zündet er die Zigarre neu an. Nach einer kurzen Pause fährt er fort: «Entweder mache ich etwas richtig oder ich lasse es sein. Ich bin ein Perfektionist. Das Zwischendurch hat bei mir keinen Platz.» Im Buch sagt er: «Die Formel 1 ist meine Familie, der ‹Blick› mein Leben.»

Tod von Jo Siffert als Tiefpunkt

Ein Formel-1-Reporter mit über 50 Jahren Erfahrung hat viel zu erzählen. «Das schlimmste Erlebnis war der Tod von Jo Siffert 1971 auf der Rennstrecke von Brands Hatch (England). Sein Unfall ging mir nah. Ich war der Letzte, der mit ihm gesprochen hatte. Kurz vor dem Start hatte ich ihn noch in der Startaufstellung fotografiert. Seppi stand damals auf der Poleposition.»

Berührt hat Roger Benoit auch das tragische Unglück von Jochen Rindt 1970 in Monza (I). Im Buch lesen wir: «Am Samstagmorgen sass ich mit Rindt auf der Boxenmauer. Wir haben über den defektanfälligen Lotus geredet und zusammen geraucht, er Zigaretten und ich Zigarren. Dann lief Jackie Stewart vorbei und sagte zu Jochen: ‹Hör endlich mal auf mit dem Scheiss, sonst lebst du nicht mehr lange.› Drei Stunden später war Jochen tot.»

Immer ein Bündel Banknoten im Hosensack

Ins Buch sind auch heitere Geschichten eingestreut. So erfährt man, dass Roger Benoit im rechten Hosensack stets ein Bündel Banknoten bei sich trägt – darunter auch mal eine Tausendernote. «Das ist Angewohnheit. Früher sagte ich mir immer: Ich muss so viel Geld dabeihaben, dass ich, wenn ich mir eine Schallplatte gönnen möchte, auch gleich den Schallplattenspieler dazukaufen kann. Ich will einfach immer genügend Cash dabeihaben. Punkt.»

Mehr in der «GlücksPost»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Aufwühlend ist das Kapitel, das sich mit Roger Benoits Lebenskrisen beschäftigt. «Wenn man so wahnsinnig lebt wie ich, kommt man zu einem Punkt, wo man sagt: So, jetzt ist fertig!» Zweimal nahm er eine Überdosis Tabletten ein – und überlebte. In den sieben Kapiteln der Biographie ist nachzulesen: «Der Arzt sagte mir: ‹Was Sie da alles genommen haben, das hätte kein Elefant überlebt.›» Er bereue es nicht, dass es nicht geklappt habe, «aber normalerweise mache ich Sachen, die klappen.» Zum Thema Tod äussert sich Roger Benoit auch an einer anderen Stelle: «Ich war – was den Tod betrifft – schon immer eiskalt. Wahrscheinlich ist das ein Schutz, ein Panzer, den ich mir selber zugelegt habe.»

Busse wegen Langsamfahren

Was möchte Roger Benoit noch erleben? «Das, was ich jetzt 56 Jahre lang gemacht habe, ist mein Lebenstraum – ein Traum ohne Ende. Ohne die Unterstützung von Verleger Michael Ringier, mit dem ich 1969 in London in die Schule ging, CEO Marc Walder und Chefdenker Frank A. Meyer wäre alles nicht möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar.»

Schreibt Benoit beruflich über Formel-1-Boliden, die mit Spitzengeschwindigkeiten von über 370 Stundenkilometern über den Asphalt rasen, ist er privat mit seinem Mercedes-Benz 180 Kompressor gemütlicher unterwegs. Auch dazu fällt dem begnadeten Geschichtenerzähler mit Wohnsitz in Pfaffhausen ZH eine Anekdote ein: «Ich bekam mal eine Busse, weil ich in einem Tunnel zum Flughafen zu langsam unterwegs gewesen war. Na gut, ich fuhr nicht nur zu langsam, sondern ich hatte auch kein Licht eingeschaltet, rauchte eine Zigarre und telefonierte.»

Das Buch «Formel Wahnsinn» über Roger Benoit ist ab sofort im Beobachter-Verlag erhältlich. 

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