«Mit jedem Sieg wurde es mit Schumi schwieriger»
1:57
F1-Legende Benoit packt aus:«Mit jedem Sieg wurde es mit Schumi schwieriger»

Blick-Legende Roger Benoit packt im Buch «Formel Wahnsinn» aus
So war das mit Senna, Schumacher und dem Schnaps

Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» erzählt die Blick-Formel-1-Legende Roger Benoit (77) unglaubliche Geschichten. Zehn davon erfährst du hier.
Kommentieren
RMS_Portrait_AUTOR_760.JPG
Daniel LeuStv. Sportchef

Wenn man ihn fragt, wer er eigentlich ist, erhält man meist diese Antwort: «Roger Benoit. Ich wollte nur mal kurz vorbeikommen und schauen, was sich hier so abspielt. Dass daraus Tausende von Geschichten entstanden sind, war so nie vorgesehen.»

Ein Teil dieser Tausenden von Geschichten ist nun im Buch «Formel Wahnsinn» erschienen. Darin blickt Benoit hinter die Kulissen der Formel 1, erzählt Anekdoten von über 825 besuchten Grand Prix, aber auch aus seinem verrückten Leben auf der Überholspur.

Das Ergebnis davon: unglaubliche Geschichten. Zehn davon erzählt er hier.

Roger Benoit: Ein Leben auf der Überholspur

Die Blick-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten.

Das 272-seitige Buch gibts auf beobachter.ch/shop und in allen Buchhandlungen der Schweiz. ISBN 978-3-03875-643-9. Es kostet 48 Franken und ist ab sofort erhältlich.

Für Blick-Leserinnen und -Leser gibts ein unschlagbares Angebot. Klicke hier drauf und du erhälst das Buch für nur 38 statt 48 Franken.

Die Blick-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten.

Das 272-seitige Buch gibts auf beobachter.ch/shop und in allen Buchhandlungen der Schweiz. ISBN 978-3-03875-643-9. Es kostet 48 Franken und ist ab sofort erhältlich.

Für Blick-Leserinnen und -Leser gibts ein unschlagbares Angebot. Klicke hier drauf und du erhälst das Buch für nur 38 statt 48 Franken.

1

Am Pool mit dem Posträuber

Verbrechen lohnt sich nicht: Ronnie Biggs.

1963 überfiel eine Bande britischer Räuber einen Postzug und erbeutete 2,63 Millionen Pfund. Es war einer der spektakulärsten Überfälle der Geschichte. Später flüchtete einer der Diebe, Ronald «Ronnie» Biggs, nach Brasilien und lebte dort im Exil. Benoit: «Als ich 1982 an den GP nach Brasilien reiste und im Interconti in Rio de Janeiro am Pool lag, planschte dort Ronnie Biggs. Wir wurden einander vorgestellt und er signierte für mich einen Interconti-Teller mit den Worten ‹Crime doesn’t pay›.»

2

Rauchen ist tödlich

Jochen Rindt: Er starb nicht wegen seines Lasters, sondern wegen seines maroden Lotus.
Foto: Rainer Schlegelmilch/Getty Images

Der Tod – er hat früh in Benoits Berufskarriere eine Rolle gespielt. Sein vierter GP, Monza 1970: «Am Samstagmorgen sass ich mit Jochen Rindt auf der Boxenmauer. Wir haben über den defektanfälligen Lotus geredet und zusammen geraucht, er Zigaretten und ich Zigarren. Dann lief Jackie Stewart vorbei und sagte zu Jochen: ‹Hör endlich mal auf mit dem Scheiss, sonst lebst du nicht mehr lange.› Drei Stunden später war Jochen tot.» Rindt war aber nicht das Rauchen, sondern sein maroder Lotus zum Verhängnis geworden.

3

Polizist Benoit

Haben einiges zusammen erlebt: Emerson Fittipaldi (l.) und Benoit.
Foto: Privatarchiv

Das kanadische Mosport in den 70er-Jahren: Benoit kannte dort die Polizistin Nancy. «Eines Tages sagte sie mir, sie müsse nun eine Geschwindigkeitskontrolle machen und ich könne gern dabei sein. Also sassen wir an einer Hauptstrasse zwischen Mosport und Oshawa im Streifenwagen, als von hinten ein Auto mit hoher Geschwindigkeit angebraust kam. Nancy stellte die Sirene an, fuhr los, hielt das Auto an – und wer stieg raus? Emerson Fittipaldi! Als er mich sah, verstand er die Welt nicht mehr. Ich erklärte Nancy, er sei ein Rennfahrer und die fahren nun mal gerne ein bisschen schneller. Deshalb blieb ihm eine noch grössere Busse erspart. Und Fittipaldi meinte später: ‹Ich weiss zwar nicht, was du in diesem Polizeiauto zu suchen hattest, aber du hast mir den Allerwertesten gerettet.›»

4

Mitten auf dem Parkplatz

Legendär: Ferrari-Pilot Gilles Villeneuve.
Foto: imago sportfotodienst

Gilles Villeneuve und Benoit – das passte. «Einmal war ich mit ihm in Imola zum Nachtessen verabredet, doch um 21 Uhr war er immer noch nicht da. Plötzlich ertönte ein Riesenkrach von draussen, und alle schauten aus den Fenstern raus. Dort landete mitten auf dem Autoparkplatz ein Helikopter, und Pilot Villeneuve leuchtete mit einer Stablampe auf den Boden, um sich dabei Licht zu spenden. Heute käme man dafür in den Knast, aber damals war das halt noch normal.»

5

Der wahnsinnigste Fahrer der Geschichte

Der Wahnsinn hat einen Namen: Otto Stuppacher.
Foto: IMAGNO/VOTAVA

Dieser Superlativ geht an den Österreicher Otto Stuppacher. 1973 in Mosport. Stuppacher kaufte sich damals einfach einen Tyrrell und nahm damit am ersten Training teil. Dabei hatte er zwölf Sekunden Rückstand auf die Besten. «Nach dem ersten Training rief Denny Hulme, damals Chef der Fahrervereinigung und Weltmeister von 1967, alle zusammen. Ich stand daneben, als Hulme erklärte: ‹Da ist einer unterwegs, der hat keine Ahnung vom Rennfahren. Es gibt nur eine Möglichkeit: Entweder fährt der nicht mehr, oder wir boykottieren das Rennen.› Daraufhin zog ihn dann die Rennleitung aus dem Verkehr. Aber rückblickend betrachtet war das schon der helle Wahnsinn.»

6

Schnapsidee

Prost! Michael Schumacher (l.) und Roger Benoit.
Foto: Privatarchiv

Es sind Bilder, die kein anderer Formel-1-Journalist sein Eigen nennen kann: Michael Schumacher hält ein Tablett, darauf sechs Schnapsgläser, und dies in der Williams Hospitality, für deren Team der Deutsche nie gefahren ist. «Ach, das», wiegelt Benoit ab, «hat sich irgendwann einfach so ergeben und war während Jahren eine Tradition vor den Rennen. Nein, stopp, schreib lieber: nach den Rennen.» Was hiermit erledigt wäre …

7

Hans im Glück

Nahm illegal an einem Formel-1-GP teil: Hans Heyer.
Foto: Imago

Wer noch einen Beweis dafür braucht, wie anders (und dilettantisch) es früher in der Formel 1 zu und her ging, der sollte Benoit auf den Namen Hans Heyer ansprechen. Der Deutsche mit dem Sennenhut war der bisher einzige illegale GP-Starter. 1977 hatte er sich mit seinem ATS nicht für den GP in Hockenheim qualifiziert, doch das schien ihn nicht zu stören. Beim Vorstart habe er sich hinter Grid Girls und Streckenposten versteckt, wie er Benoit erzählte. «Als die Flagge fiel, bin ich hinter dem Feld auf die Strecke eingebogen und normal über die Startlinie gefahren.» Die Rennleitung bemerkte es nicht. Doch nach neun Runden kam für Heyer das Aus: Schaltgestänge kaputt. Später wollte man ihn bestrafen. Aber wie? Heyer: «Ich sagte, sperrt mich in der Formel 1 auf Lebenszeit, ich fahre sowieso nie mehr …»

8

Eine Nacht im Casino

Haben viel miteinander erlebt: Ayrton Senna (l.) und Benoit.

Monaco 1993. «Ich traf Senna gegen Mitternacht im legendären Hotel Loews. Er fragte mich, was ich mache. ‹Ich gehe jetzt Blackjack spielen›, antwortete ich ihm. Also kam er mit. Doch weil Blackjack für einen Laien ein bisschen kompliziert ist, spielten wir Roulette. Ich sagte ihm, er solle auf die 5, 7, 9, 11 und 14 je umgerechnet 20 Franken setzen. Prompt kam die 9, und er bekam mit dem Schieber die vielen Jetons zugeschoben. Dann fragte er: ‹Und jetzt?› Ich erklärte ihm, dass wir nochmals die gleichen Zahlen nehmen. Da kam die 14, und er erhielt wieder einen Haufen Jetons. Als er dann erneut fragte: ‹Und jetzt?›, antwortete ich ihm: ‹Jetzt kommt der wichtigste Punkt: Nun musst du gehen.› Da hat er nur noch gestaunt und gelacht.»

9

Eine wilde Fahrt mit Siffert

Jo Siffert (l.) und Benoit kannten sich nur rund zwei Jahre. Erlebt haben sie aber in dieser kurzen Zeit einiges.

1971 durfte Benoit vor der legendären Targa Florio, einem Rennen auf Sizilien, eine Runde mit Jo Siffert mitfahren. «Seppi setzte sich in seinen Knickerbockern und einem T-Shirt hinters Steuer seines Porsches 914, ich auf dem Beifahrersitz, beide natürlich ohne Helm. Dann fuhr er los. Während des Trainings war die Strecke noch nicht abgesperrt. Auf der Strasse waren die Einheimischen mit ihren Mauleseln unterwegs. Und Siffert gab richtig Gas, raste durch die Dörfer. Als wir oben auf dem Berg ankamen, sagte ich ihm, er müsse sofort anhalten. Ich konnte gerade noch die Tür öffnen, bevor ich mich übergeben musste. Just in dem Moment kam Rennfahrerkollege Rolf Stommelen angebraust. Er hielt an und fragte, ob er ein Problem habe. Doch Seppi meinte nur: ‹Alles gut, du kannst weiterfahren, Roger hat nur gekotzt.›»

10

Mit Blaulicht quer durch die Stadt

Er war Kult: James Hunt.
Foto: Si

São Paulo 1976. Benoit: «Am Donnerstag vor dem GP von Brasilien spielten Bernie Ecclestone, McLaren-Teamchef Teddy Mayer, sein Fahrer James Hunt und ich im Hilton Backgammon. Als der Kellner um 1 Uhr das Restaurant schliessen wollte, fragte ihn Bernie: ‹Was verdienst du im Monat?› Er antwortete: ‹50 Dollar.› Also gab ihm Bernie 100 und sagte: ‹Jetzt bleibst du hier, bis wir fertig sind, und servierst uns Getränke und Sandwiches.› Als wir um 4 Uhr morgens fertig gespielt hatten, war Hunt völlig perplex: ‹Shit, um 10 Uhr beginnt bereits das erste Training.› Doch Bernie beruhigte ihn: ‹Alles kein Problem, wir treffen uns um 8 Uhr vor dem Hotel.› Als wir um 8 Uhr dort waren, stand da eine Polizeieskorte mit fünf Motorrädern und zwei Autos. Die fuhren uns dann mit Blaulicht quer durch die Stadt.» Hunt fuhr übrigens an jenem Samstag auf die Pole.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen