«Gebt ihnen Zeit»
Peter Sauber verteidigt Audis Horror-Start

Wann läuft der Einstiegs-Bonus bei einem Neuling ab? Audi, als Nachfolger von Sauber, ist daran, diesen Bonus langsam zu verspielen. Bis jetzt muss die Saison unter dem Motto «Pleiten, Pech und Flammen» abgelegt werden.
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Audi bereitet sich auf den GP von Kanada vor.
Foto: Lukas Gorys
Roger Benoit aus Montreal

Bei der Zuverlässigkeit liegt momentan das grösste Audi-Problem: Autos, die nicht starten können, die in Flammen aufgehen oder sogar disqualifiziert werden. Noch ist der Standort Hinwil keine Erfolgsgeschichte.

Fahrer müssen Druck machen

«Man muss dem Team einfach mehr Zeit geben. Audi musste ja den Motor und das Getriebe von Beginn weg aufbauen. Da stellen sich die Erfolge nicht über Nacht ein. Die vielen Kritiken sind also verfrüht», sagt der frühere Formel-1-Teambesitzer Peter Sauber (82) zu Blick. Ja, der Zürcher leidet weiter mit «seinem» Team. Wie auch noch viele frühere Fans des Schweizer Teams.

Mit Gabriel Bortoleto (21) und Nico Hülkenberg (38) hätte man zwar eine ideale Fahrer-Mischung. Aber wenn die Kiste nicht läuft, ist jeder Einsatz hinter dem Lenkrad vergeblich. Die Loyalität zu Audi ehrt die beiden Fahrer. Aber man kann nur hoffen, dass sie hinter den Kulissen etwas Druck machen.

Cadillac vor Audi

Zurück zur Zuverlässigkeit. Da liegt Audi klar hinter dem Neuling Cadillac, der jedoch mit Ferrari-Power wenigstens gut bedient ist. Dank dem Start in Melbourne hat Bortoleto schon mal zwei WM-Punkte – Hülkenberg wartet wie nur noch die beiden Fahrer von Cadillac und Aston Martin-Honda auf einen zählbaren Erfolg.

Klar, dass Audi-Chef Gernot Döllner (57) jetzt in der «Sport Bild» sagt: «Wir sind in der richtigen Richtung unterwegs. Die Zwischenfälle gehören zum Aufbau eines neuen Teams!» Zum schnellen Abgang von Teamchef Jonathan Wheatley schweigt er. Und solange dieser Fall nicht öffentlich geklärt ist, schweben eben weiter dunkle Wolken über dem Team.

Hülkenberg 2026 Achter

Ob jetzt Kanada am Wochenende mit dem bereits dritten Sprintrennen eine Besserung bringt, muss man abwarten. Bei den bisherigen 26 Sprint-Shows war Sauber nur einmal erfolgreich – Bottas mit dem siebten Platz in Imola 2022. Damals lagen je zwei Red Bull, Ferrari und McLaren vor dem Finnen.

Im Rennen 2025 konnte Hülkenberg auf dem Inselkurs als Achter immerhin vier der insgesamt 70 Team-Punkte beisteuern. Die reichten aber nur zum vorletzten Platz (vor Alpine, 22). Die Franzosen sind jetzt WM-Fünfter mit 23 Zählern – Audi grüsst weiter vom 9. Rang.

Muss Ocon um Sitz zittern?

Die Formel 1 steht jetzt mit sieben Rennen an zehn Wochenenden vor der Sommerpause im Dauereinsatz. Auf dem Fahrermarkt ist es nur bei Haas-Ferrari unruhig: Esteban Ocon (29, 184 Rennen, 1 Sieg) steht vor dem Rauswurf. Der japanische Teamchef Komatsu flirtet mit Landsmann Yuki Tsunoda (Ende 2025 aus der Red-Bull-Familie rausgeworfen). Ob er Teamliebling Oliver Bearman wirklich das Wasser reichen kann?

Um den «Fall Verstappen» mit seinen unzähligen Wechselgerüchten herrscht momentan Funkstille. Der verbesserte Red Bull hat den Holländer neu motiviert. Aber 74 Punkte Rückstand auf WM-Leader Antonelli (19, Mercedes) sind nicht so leicht aufzuholen.

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