Der «Fall Colapinto» in Baku weckt Erinnerungen
Der Monza-Skandal 1978 – Fahrer sperrten Patrese

Weltmeister Norris, in Baku in den Dreiercrash mit Gasly und Sünder Colapinto verwickelt, holte sofort den Hammer raus: «Der Argentinier gehört für ein Rennen gesperrt.» Eine Aussage, die er bald bereute.
Kommentieren
1/8
Für Weltmeister Lando Norris (unten links) und Pierre Gasly (Nummer 10) ist das Rennen in Baku früh zu Ende.
Foto: IMAGO/PsnewZ

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Alpine-Fahrer Colapinto erhält Strafe von fünf Strafplätzen für Malaysia
  • 1978 wurde Patrese fälschlicherweise gesperrt, Schuld lag bei James Hunt
  • Ferrari seit fünf Rennen ohne Podium, Vasseur weiterhin in der Kritik
2 Frage21 Tupfer Benoit1_2 Benoit1_18 Aufmacher3.JPG
Roger BenoitFormel-1-Experte

Die FIA sah es – wie die meisten Fahrerkollegen anders – und büsste Alpine-Pilot Colapinto verständlicherweise «nur» mit fünf Strafplätzen für Malaysia. Dort beginnen am Freitag und Samstag das erste und dritte Training jeweils um 6.30 Uhr MEZ.

Heute nur noch Marionetten

Norris entschuldigte sich für seine Anklage bei Colapinto. Wie oft hätten in den letzten Jahren Fahrer für dumme Aktionen bestraft werden müssen? Es ist wohl das halbe Feld. Der «Fall Colapinto» wäre einer für die kaum noch existierende Fahrervereinigung (offenbar mit Russell und Wurz) an der Spitze.

Ocon-Aus bei Haas offiziell – Camara kommt

Was Blick vor sieben Tagen meldete, ist jetzt offiziell. Esteban Ocon (30), am Sonntag in Baku noch Achter, muss Ende Saison Haas-Ferrari verlassen. Damit ist die Formel-1-Karriere des Franzosen nach bisher 195 Rennen und einem Sieg (Ungarn 2021 auf Alpine) vorbei. Bald wird Haas auch den Formel-2-Leader Rafael Camara (21, Bras) bestätigen.

Was Blick vor sieben Tagen meldete, ist jetzt offiziell. Esteban Ocon (30), am Sonntag in Baku noch Achter, muss Ende Saison Haas-Ferrari verlassen. Damit ist die Formel-1-Karriere des Franzosen nach bisher 195 Rennen und einem Sieg (Ungarn 2021 auf Alpine) vorbei. Bald wird Haas auch den Formel-2-Leader Rafael Camara (21, Bras) bestätigen.

Früher war die Fahrervereinigung Grand Prix Drivers' Association (GPDA) noch eine Macht – unter anderem auch im Kampf gegen neue Regelauslegungen. Heute nickt man nur noch, getraut sich kaum was zu sagen. Marionetten der GP-Macher eben.

Der Sünder war James Hunt

Doch 1978, nach dem Feuer-Drama beim Start in Monza (Lotus-Star Ronnie Peterson starb dann in der Nacht an einer Lungenembolie), war der Schock gross. Und die GPDA beschloss, den Italiener Riccardo Patrese (den man als Sünder ausmachte) für das nächste Rennen in den USA zu sperren.

Arrows-Fahrer Patrese beteuerte immer seine Unschuld. Doch die Sperre blieb. Was für ein fataler Fehler. Denn Wochen nach dem Rennen tauchten plötzlich neue Bilder vom Unfall auf. Und da gab es keine Zweifel: Es war James Hunt im McLaren-Ford, der die Karambolage ausgelöst hatte. Das Rennen in Monza endete damals mit einem Brabham-Alfa-Doppelsieg durch Lauda und Watson vor Reutemann (Ferrari).

Darf Vasseur aufatmen?

Jetzt wartet Ferrari seit fünf Rennen auf einen Podestplatz. Der WM-Zweite kommt kaum mehr vom Fleck und kann froh sein, dass McLaren und Red Bull zu spät erwachten.

Klar, dass Ferrari-Chef Fred Vasseur (seit 2023) wieder mal in die Kritik geriet. Sein Vorgänger Mattia Binotto (2019 bis 2022) – jetzt der Ober-Guru bei Audi – musste wegen fehlender Resultate gehen. Und Vasseur? Nach dem weltweiten Shitstorm gegen den Franzosen schaltete sich jetzt die rote Regierung, aber ohne Präsident Elkann, öffentlich ein. Man stärkte bei einer Medienkonferenz mit ausgewählten Journalisten dem angezählten Vasseur den Rücken. Im Fussball ist dies stets eine gefährliche Situation für umstrittene Trainer.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen