Erstes Malaysia-Training beim GP Bahrain
Später Verstappen-Exploit – Audi hinten

Willkommen in den Sümpfen von Sepang, wo immer noch Schlangen herumirren. Nach 2017 ist der Zirkus zurück. 60 Kilometer südlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Das erste Training bei 33 Grad ist ein Bullen-Festival: Verstappen vor Russell und Hadjar.
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Red-Bull-Pilot Max Verstappen ist der schnellste im ersten Training des Bahrain GP in Malaysia.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Noch sind zehn Fahrer von damals wieder am Start. Eigentlich sind es elf. Denn ein gewisser Charles Leclerc sass 2017 hier im Sauber-Ferrari – allerdings nur als Freitagsfahrer. Die Stammpiloten des WM-Letzten: Pascal Wehrlein und Marcus Ericsson. 2018 sass dann der Monegasse als Hinwiler Werksfahrer dabei und holte in zehn Rennen WM-Punkte.

Verstappen letzter Malaysia-Sieger

Ja, wo standen die heutigen Stars in Malaysia 2017? Verstappen feierte damals erst seinen zweiten GP-Sieg (jetzt 71). Hamilton, der vor neun Jahren Zweiter wurde, hatte erst drei WM-Titel. Leclerc war auf dem Weg zum Formel-2-Titel, Norris gewann die Formel-3-Euro. Piastri versuchte sich in der britischen Formel 4 – und Alonso war erst 36 Jahre alt…

Die Pole-Position von 2017 auf der kaum geänderten Strecke mit dem rauesten Belag im Kalender. Lewis Hamilton mit 1:30,076. Wie Michael Schumacher stand der Brite in Sepang fünfmal auf der Pole-Position.

Audi hinkt – Mercedes hofft

Von der ersten Trainingsminute an beim offiziellen GP von Bahrain (man reiste mit Streckenposten oder den Sitzbänken an!) gaben die Normalverdächtigen den Ton an: Verstappen, Russell, Antonelli, Leclerc, Hadjar und Hamilton. Die zwei Audi hielten sich noch zurück. Greifen die neuen Teile, die in 14 Bereichen an den R26 gebaut wurden, besser als vor einer Woche in Baku? Die Positionen 14 (Hülkenberg), 16 (Bortoleto) sind schon eher enttäuschend.

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In Malaysia kam auch Mercedes – erstmals nach Kanada – wieder mit einem grossen Paket. Chef Toto Wolff: «Wir wollen die zwei WM-Titel so schnell wie möglich sicherstellen!»

30 Superhirne für ein Autoteil

Die Frage bei den Upgrades ist immer dieselbe: Werden die Hoffnungen von zwei bis drei Zehntel schnelleren Rundenzeiten erfüllt? Bei Mercedes wurde das Auto vor allem im Bereich des Heckflügels, Diffusors, Unterbodens und den Seitenkästen verändert.

Dazu muss man wissen: Für jedes grössere Teil des Autos werden bei den Topteams bis zu 30 Superhirne (also Ingenieure) eingesetzt. Ein Technischer Direktor (wie zum Beispiel Newey bei Aston Martin) könnte wirkliche Verbesserungen nie allein schaffen.

Strafen für Hajdar und Lindblad

Für mindestens drei Fahrer wird die Qualifikation vom Samstag um 10 Uhr MEZ (live bei Blick und auf SRFzwei) eine besondere Aufgabe: Lindblad (Racing Bulls), der nach 30 Minuten das Mercedes-Duo sprengte, bekommt wie der Baku-Dritte Hadjar (Red Bull) einen fünften Motor – ab in die letzte Startreihe. Und für Baku-Sünder Colapinto (schoss Gasly und Norris ab) gibts eine Fünf-Positionen-Strafe.

Hadjar übernahm dann nach 30 Minuten in Malaysia (sorry Bahrain) die Führung – eine halbe Sekunde vor Teamkollege Verstappen. Dann Russell, Lawson, Lindblad, Antonelli und die beiden Ferrari. Bis zum Ende und dem Verstappen-Exploit gabs kaum noch Änderungen, viele Fahrer übten die Longruns (Distanzversuche) für das Rennen am Sonntag um 9 Uhr MEZ (TV live).

Kritiker Hamilton schlägt zu

Nach der weltweiten Kritik bei den TV-Stationen, Presse und sozialen Medien an Ferrari und Chef Vasseur liess sich Hamilton zu einem grossen Satz hinreissen: «Wer Ferrari kritisiert, hat keine Ahnung!»

Nun, wir erinnern uns an einige Funksprüche von Sir Lewis, bei denen er die Boxencrew beleidigte und die falsche Strategie zu Recht bemängelte. Zu den Facts: Seit fünf Rennen kein Podestplatz mehr, seit 2023 gerade mal acht Siege (2025 gar keinen). Und seit fast 20 Jahren ohne Titel.

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