Von ZSC-Knak bis Langnau-Kinnunen
Ein Kronprinz, ein Frechdachs und der neue Spassmacher der Liga

Die einen legen los wie die Feuerwehr, andere brauchen etwas mehr Anlaufzeit. Blick hat die Schnellstarter der einzelnen Klubs aufgespürt.
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Marcel AllemannReporter Eishockey

ZSC

Simon Knak: Hat sich den Kronprinzen-Platz neben Andrighetto/Malgin geschnappt und losgelegt, als gäbe es kein Morgen. Vier Treffer in den ersten drei Spielen und zuletzt beim 4:2 gegen Ajoie bereitete er das entscheidende Tor von Malgin vor. Dürfte seinen bisherigen Rekordwert von acht Saisontoren mehr als verdoppeln.

In Torlaune: Simon Knak.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Ambri

Jussi Tapola: Der Traditionsklub befindet sich im heftigen Gegenwind, finanziell sieht es zappenduster aus und jeder, der anderswo unterkommen kann, ergreift die Flucht (Heim, Manix Landry, Miles Müller). Und was macht Trainer Jussi Tapola? Schneidert seinem Team zum Trotz das perfekte System zusammen und gewinnt drei der ersten vier Spiele. Grandios!

Hat seine Spieler im Griff: Jussi Tapola.
Foto: Michela Locatelli/freshfocus

Zug

Vinzenz Rohrer: Liess sich vom EVZ – nach einer zuletzt bescheidenen Saison beim ZSC – mit einem dicken Vertrag vergolden. Damit halste sich der Vorarlberger mit Schweizer Lizenz viel Erwartungsdruck auf. Wie er damit umgeht, ist exzellent. Zwei Tore, sechs Assists – aktueller Ligatopskorer.

Kann mit Druck umgehen: Vinzenz Rohrer (l.).
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Bern

Christof von Burg: Wurde über ein Jahr lang übergangen, obwohl er in der Swiss League stets überragende Statistikwerte ablieferte. Manch einer hätte entnervt den Notausgang genommen, nicht aber der 25-jährige Aargauer. Dieser legt, als der grosse Moment endlich gekommen ist, ein bärenstarkes Debüt hin. Auch der SCB-Langsamstarter gehört zu den Schnellstartern in die Saison.

Überzeugendes Debüt: Goalie Christof von Burg.
Foto: Nico Ilic/ freshfocus

Kloten

Elia Liniger: War für die U21 vorgesehen, spielt sich aber durch Verletzungen ins Team und sogar ins Powerplay. Dass der 18-Jährige als Sohn von Trainer Michael Liniger unter besonderer Beobachtung steht, kann ihm nichts anhaben. Ein Frechdachs, der Spass macht.

Jung und frech: Elia Liniger.
Foto: keystone-sda.ch

Lausanne

Erik Brännström: Lausanne startete mit zwei Pleiten in die Saison. Doch dann nimmt der schwedische Spektakelverteidiger das Heft in die Hand und orchestriert mit je einem Doppelpack gegen Ambri und die SCL Tigers die ersten beiden Saisonsiege.

Übernimmt Verantwortung: Erik Brännström.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Lugano

Alessio Bertaggia: Es schien so, als würde der einstige 17-Tore-Mann als unbedeutender Mitläufer in Richtung Karriere-Sonnenuntergang reiten. Doch der 33-Jährige hat nochmals richtig losgelegt. Schon zwei Tore in den ersten drei Spielen – und damit gleich viele wie in der ganzen letzten Saison.

Meldet sich zurück: Alessio Bertaggia.
Foto: Patrick Straub/freshfocus

Fribourg

Sandro Schmid: Verpasste nicht nur die meisterlichen Playoffs und die Heim-WM wegen einer Knieverletzung, sondern auch einen Grossteil der Saisonvorbereitung. Was für ihn jedoch kein Argument ist, die neue Spielzeit gemütlich anzugehen. Mit drei Toren und zwei Assists schon wieder Gottérons Zugpferd.

Starkes Comeback: Sandro Schmid.
Foto: freshfocus

Ajoie

Antoine Keller: Der französische Nati-Goalie mit Schweizer Lizenz bestritt alle bisherigen vier Spiele und gab den Jurassiern mit starken Leistungen in jedem die Chance zu punkten. Dreimal klappte das dann auch, nur zuletzt gegen die hoch dekorierten ZSC Lions (2:4) nicht ganz.

Formstark: Antoine Keller.
Foto: Pascal Muller/freshfocus

Biel

Jeff Skinner: Der NHL-Saurier (1115 Spiele) ist einer der neuen Spassmacher der Liga. Zeigte seine grosse Klasse mit drei Toren in den ersten anderthalb Spielen, bis er sich beim dritten Streich – ohne gegnerischen Einfluss – verletzte und seither schmerzlich vermisst wird. 

Eine Attraktion: Jeff Skinner.
Foto: PIUS KOLLER

Servette

Jesse Puljujärvi: Die Genfer hatten einen äusserst komplizierten Saisonstart. Ein Last-Minute-Sieg am Dienstag gegen Rappi ist bislang die einzige Ausbeute. Und was macht der finnische Weltmeister in diesem schwierigen Umfeld? Skort (schon fünf Tore und zwei Assists) und grinst einfach weiter, als wäre nichts geschehen.

Schlechter Start des Teams beeindruckt ihn nicht: Jesse Puljujärvi.
Foto: keystone-sda.ch

Davos

Beni Waidacher: Der Aroser aus der Waidacher-Dynastie sorgte dafür, dass der Saisonstart des HCD zunächst glückte. Mit seinem Tor zum 1:0 ebnete er den Weg zum 4:1-Auftaktsieg gegen die SCL Tigers. Nur: Seitdem will bei Davos nicht mehr viel funktionieren – es setzte drei Niederlagen in Folge ab.

Erster HCD-Torschütze Beni Waidacher.
Foto: keystone-sda.ch

SCRJ Lakers

Gian-Marco Wetter: Die neue Saison gestaltet sich für das Überraschungsteam des letzten Jahres bislang anspruchsvoll. Zum Glück hat Rappi in solchen Phasen Wetter. Dieser markierte das entscheidende Tor zum bislang einzigen Saisonsieg (3:2 gegen Fribourg) und traf auch beim Punktgewinn gegen Kloten.

Für die SCRJ Lakers Gold wert: Gian-Marco Wetter.
Foto: Patrick Straub/freshfocus

SCL Tigers

Santtu Kinnunen: Seit Langnau sieben Ausländer – und auch noch solche von Format – hat, sieht es für den finnischen Verteidiger eher ungünstig aus. In den ersten beiden Spielen war sein Platz dann auch prompt auf der Tribüne. Zurück auf dem Eis stand er dann aber mit einem Tor und zwei Assists am Ursprung des ersten Saisonsiegs (4:3 n. P. in Biel).

Nach einem Spiel schon Topskorer: Santtu Kinnunen.
Foto: PIUS KOLLER
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