Darum gehts
- Langenthals Frauen-Team hat momentan keine Zukunft mehr
- Rettungsversuch scheitert, Swiss Ice Hockey lehnt Lizenzrückgabe-Anträge ab
- Von 18 Women's-League- und SWHL-B-Klubs unterstützten 11 die Anträge
Es ist ein Drama in mehreren Akten, das sich ums Frauen-Team des SC Langenthal abspielt – ohne Happy End. Der letzte Versuch für eine Rettung ist gescheitert. Swiss Ice Hockey lehnt entsprechende Anträge des Klubs für eine Rückgabe der Lizenz ab. Die Spielerinnen hätten somit am 2. Februar bis Mitternacht Zeit gehabt, um für den Rest dieser Saison zu einem anderen Klub zu wechseln. Deshalb ist es fraglich, ob die vom Verband eigentlich schon angesetzten Playouts gegen Neuchâtel überhaupt gespielt werden können.
Doch von vorne. Der Untergang beginnt Mitte Dezember, als die Klubführung des SC Langenthals mittels Medienmitteilung den Rückzug der Frauen-Mannschaft aus der höchsten Liga, der Women’s League, vermeldet – aus finanziellen wie sportlichen Gründen. Swiss Ice Hockey ist über die Auflösung bereits im Voraus informiert worden, sowohl schriftlich als auch mündlich. Deshalb gibt der Verband noch am selben Tag der Klub-Meldung die Modusänderung gemäss Reglement bekannt: Die Liga-Quali entfällt, es gibt keinen Absteiger.
Dem SC Langenthal wird die Lizenz für die nächste Saison entzogen. Das ist der verhängnisvolle Punkt. Denn plötzlich rauft man sich in Langenthal auf Bestreben von Sportchef Ruedi Minder wieder zusammen. Man will das Team retten, die Spielerinnen bestätigen, dass sie zusammenbleiben, sofern das gelingen würde. Der Plan ist, von einem anderen Klub übernommen zu werden, wie dies Davos mit Thurgau oder Bern mit Thun vor drei Jahren getan hat. Gespräche mit einem ernsthaften Interessenten (Langnau?) aus der National League sind geführt worden.
Elf Teams haben die Anträge unterzeichnet
Vergeblich. Denn: Um dies überhaupt über die Bühne bringen zu können, hätte der SC Langenthal die Auflösung nicht so früh melden sollen, um die Lizenz-Löschung nicht in Gang zu setzen. So hat sich der Klub selbst dazu gezwungen, Anträge für eine Rückgabe dieser Lizenz stellen zu müssen. Von den insgesamt 18 Klubs aus der Women’s League und der SWHL B haben elf Teams die Anträge unterstützt und unterzeichnet.
Dennoch lehnt sie das Koordinationsgremium ab. Als Grund schreibt Swiss Ice Hockey: «Die Ablehnung des Antrags beruht auf der notwendigen Rechtssicherheit für die übrigen Klubs, die Klarheit darüber haben müssen, wie es weitergeht. Ein allfälliger Rekurs wäre von einem Einzelrichter gutgeheissen worden, wenn dem Antrag von Langenthal stattgegeben worden wäre.»
Bitter: Über einen Rückzug hätte der Verband von Langenthal faktisch auch erst nach der Saison informiert werden können. «Unser Wunsch wäre gewesen, den Liga-Erhalt sportlich zu schaffen», sagt die enttäuschte Team-Kapitänin Anja Luternauer (23), die seit elf Jahren für Langenthal verteidigt. «Doch wir wurden schon vorher ausgebremst.» In den letzten Tagen haben sich die Spielerinnen mit ihrer Zukunft befasst, auch Tränen sind geflossen. «Wir fühlten uns wie im falschen Film. Das Ende ist nicht einfach für mich.» Ihre Zukunft sei noch offen. Wie von vielen anderen Spielerinnen auch.

