Darum gehts
- HC Davos reist früh nach Zürich für Halbfinal-Spiel um 20 Uhr
- Team startet um 12 Uhr, um Osterverkehr zu umgehen
- Nach der Ankunft legen sich die Spieler nochmals hin
Auf Schweizer Strassen ist am Ostermontag viel Geduld gefragt. Vom Süden oder den Bergen her bewegt sich die Blechlawine jeweils wieder zurück in nördliche Richtung. Und das hat auch Auswirkungen auf die Playoff-Halbfinals. Denn der HC Davos hat ebenfalls eine Reise ins Unterland vor sich, zur zweiten Playoff-Halbfinal-Begegnung um 20 Uhr in Zürich.
Diese könnte zum Problem werden. Zunächst müssen die Eishockeyaner auf der Kantonsstrasse von Davos nach Landquart runter, was, so zeigen es die Erfahrungswerte, zu Stau-Stosszeiten allein schon über zwei Stunden in Anspruch nehmen kann – um sich dann dort auf der A13 einzureihen, wo neben den Rückkehrern aus den anderen umliegenden Bergdestinationen auch jene aus dem Süden erwartet werden, die via San Bernardino dem Gotthard ausweichen wollen. Kurzum: Ein nervendes Chaos ist programmiert – von Davos bis nach Zürich.
Abfahrt schon um 12 Uhr
Deshalb hat man sich beim HCD Gedanken gemacht und vorgesorgt. Für zumindest einen Teil der Strecke mit dem Zug anzureisen, wurde als Möglichkeit verworfen. Denn auch auf den Schienen und an den Bahnhöfen wird am Ostermontag auf dieser Route viel los sein. Stattdessen wird der Quali-Sieger direkt nach dem Warm-Up in den Bus steigen und schon um 12 Uhr losfahren. So hoffen die Bündner, den grossen Verkehrsmassen auf der Strasse noch entgehen zu können.
Doch was tun mit der gesparten Zeit, wenn der Plan aufgeht und man bereits kurz nach 14 Uhr in Zürich ist? Ein Ausflug in den Zoo ist genauso wenig Thema wie an einem hübschen Ort am Zürichsee bei den zu erwartenden rund 20 Grad etwas Sonne zu tanken. Stattdessen begeben sich die HCD-Cracks für einige Stunden in ein Hotel, um sich zu verpflegen und etwas hinzulegen. Anschliessend wollen sie am Abend erholt und mit vollen Kräften in den Match steigen und den zweiten Sieg in der Halbfinal-Serie nach dem 4:2-Auftaktsieg am Samstag einfahren.
Nachmittagstermin wurde abgeschafft
Bleibt nur noch die Frage, weshalb am Ostermontag eigentlich erst um 20 Uhr gespielt wird und nicht, wie in früheren Jahren, schon am Nachmittag. Dann hätte sich der HCD nämlich den ganzen Stundenhotel-Aufwand sparen können. Dazu sagt der Spielplan-Verantwortliche Willi Vögtlin: «Mit der Einführung, die Verlängerungen bis zum ersten Tor auszuspielen, einigten sich die Klubs auf eine einheitliche Anspielzeit für alle Partien.»
Unliebsame Stau-Erfahrungen machte am Donnerstag vor Ostern übrigens auch die Mannschaft von Lausanne auf dem Weg zum entscheidenden siebten Viertelfinal-Spiel in Genf. Um noch rechtzeitig anzukommen, mussten die Waadtländer von der Polizei eskortiert werden; nach diesem Strassen-Stress gingen sie anschliessend allerdings mit 1:5 unter.


