Konstanz
Nach zuvor unruhigen Jahren ist mit dem Führungsdreieck Peter Jakob (Präsident), Pascal Müller (Sportchef) und Thierry Paterlini (Trainer) seit vier Jahren Ruhe eingekehrt – Konstanz wird grossgeschrieben. Während andere Klubs in der gleichen Zeitspanne Entlassungs-Feuerwerke und andere Kuriositäten veranstaltet haben, hat man im Emmental nach schwierigeren Momenten wie der zum Schluss verspielten Play-in-Quali in der letzten Saison den Mund abgewischt, die Ärmel hochgekrempelt und weitergearbeitet. Es passt zur etwas weniger hektischen Welt, wie es sie im Emmental noch gibt.
Geduld
In Langnau bekommen die Spieler auch mal einen Moment mehr Zeit, um sich zu entwickeln. Dario Rohrbach und Stéphane Charlin waren in ihrer ersten Saison noch nicht alles überragend, wurden aber kontinuierlich besser – und noch besser. Eine ähnliche Entwicklung ist bei Verteidiger Noah Meier auszumachen: Spielte er nach seiner Ankunft im Emmental noch nicht die erste Geige und fand sich dann und wann auch mal auf der Tribüne wieder, ist er inzwischen ein auffälliger Führungsspieler. Die Kehrseite der Medaille: Inzwischen interessieren sich auch andere Klubs mit dickerem Portemonnaie für Meier.
Sportliche Führung
Paterlini ist ein guter, fordernder Trainer und besitzt eine natürliche Autorität. Der einheimische Sportchef Müller hat den Laden im Griff und vertritt die Werte des Vereins überzeugend nach innen und aussen. Zum erfolgreichen Gelingen trägt im Hintergrund aber der ganze Staff bei, aus dem Goalietrainer William Rahm speziell herausragt. Wie er zunächst Charlin und jetzt auch Robin Meyer entwickelt hat, ist allererste Sahne.
Transfers
Es ist schon erstaunlich, welche Transfers Sportchef Müller trotz bescheidenen finanziellen Mitteln immer wieder realisieren kann. Ausländer wie Juuso Riikola, André Petersson oder Jonathan Dahlén sind Topshots, Hannes Björninen ist in Finnland seit seinem Goldtor an Olympia 2022 gar ein Nationalheld. Aber auch Perspektivspieler wie Charlin, Rohrbach, Noah Meier, Dario Allenspach und neuerdings Gian Meier finden immer wieder den Weg nach Langnau, um sich weiterzuentwickeln. Daneben haben anderswo durchgefallene Akteure wie Jérôme Bachofner bei den Tigers ein neues Leben für ihre Karriere erhalten – auf dem besten Weg dazu ist aktuell auch Nando Eggenberger.
Sieben Ausländer
Nicht zuletzt die erstmalige Spengler-Cup-Teilnahme in der Altjahreswoche macht es finanziell möglich, dass die SCL Tigers die Meisterschaft diese Saison fix mit sieben Ausländern bestreiten. Intern nachladen zu können, wenn einer kränkelt (wie zuletzt André Petersson), verletzt oder angeschlagen ist, kann am Ende, wenn es um die Playoff-Plätze (oder noch mehr) geht, das entscheidende kleine Detail sein. Und womöglich werden so Argumente gesammelt, um auch in Zukunft das Budget für sieben Ausländer stemmen zu können.
Unterbau mit Partnerschaft
Die SCL Tigers haben mit dem Swiss-League-Klub EHC Chur eine Partnerschaft, die über das handelsübliche Mass hinausgeht. Man reicht sich gegenseitig stets die Hand. Ein Beispiel: Als Chur zuletzt sein Ticketing-System umstellte, eilten die Spezialisten mit dem Know-how aus Langnau herbei, um zu helfen. In Chur wird auch die nächste Generation aus dem – nicht zuletzt wegen des eigenen Campus – starken Unterbau der Tigers für die National League fit gemacht. Spieler wie Martin Neckar (21), Niclas Rentsch (18), Mike Aeschlimann (19) und Simon Bär (19).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 10 | 18 | 27 | |
2 | Genève-Servette HC | 11 | 4 | 21 | |
3 | SCL Tigers | 11 | 7 | 19 | |
4 | HC Fribourg-Gottéron | 11 | 9 | 18 | |
5 | Lausanne HC | 12 | -1 | 18 | |
6 | HC Ajoie | 12 | -6 | 16 | |
7 | HC Ambri-Piotta | 10 | -6 | 15 | |
8 | HC Lugano | 10 | 3 | 15 | |
9 | SC Bern | 9 | 1 | 14 | |
10 | EV Zug | 7 | 10 | 13 | |
11 | HC Davos | 11 | -4 | 13 | |
12 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 11 | -14 | 11 | |
13 | EHC Biel | 10 | -4 | 10 | |
14 | EHC Kloten | 11 | -17 | 9 |