Opfer eines Bus-Dramas
SCB-Topskorer Mitchell denkt vor jedem Spiel an verstorbenen Freund

Als er spürte, dass der NHL-Zug für ihn abgefahren ist, wechselte er in die Schweiz. Und in Bern hat Ian Mitchell sofort eingeschlagen und trägt zur Freude seiner Freunde in Kanada den Topskorer-Helm.
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Der neue Verteidiger Ian Mitchell ist der Topskorer des SC Bern.
Foto: keystone-sda.ch
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Ein neuer Ausländer, der auf Anhieb funktioniert – das ist beim SCB nicht eben alltäglich. Doch mit Ian Mitchell (27) hat man ein gutes Händchen gehabt. Der kanadische Verteidiger ist nach 11 Spielen mit 13 Punkten der Topskorer des Teams.

Wieso ist er in der Schweiz gelandet? «Es war ungefähr kurz vor Weihnachten letzten Jahres, als meine Frau und ich über das Interesse von Teams aus der Schweiz nachzudenken begannen», erzählt er. «Die Schweiz war immer ein Ort, an den wir idealerweise kommen wollten, wenn wir nach Europa gehen würden. Als Bern dann ein Angebot machte, haben wir uns riesig darüber gefreut.»

Der ehemalige Junioren-Nationalspieler war in den letzten Jahren zwischen NHL und AHL hin- und hergeschoben worden. «Ich war irgendwie immer ein Auf-und-Ab-Spieler, das war hart. Wir haben viel Zeit in Hotels verbracht und hatten nie wirklich eine Heimatbasis, wo man sich im eigenen Haus richtig wohlfühlt», blickt Mitchell zurück.

Mitchell spürte, dass ihm sein NHL-Traum entglitt

Es war eine stressige Zeit für ihn, «weil ich das Gefühl hatte, dass ich jeden Tag nur darauf wartete, dass das Telefon klingelt, damit man mir sagt, ob ich nach unten geschickt oder ob ich hochgerufen werde. Aber man sitzt eben immer wie auf Kohlen, man ist nie wirklich angekommen, wo man ist. Und wenn man hierherkommt und weiss, dass man für das ganze Jahr im Team ist, dann ist das toll.»

Zuletzt habe es sich immer mehr angefühlt, als ob ihm sein «NHL-Traum entgleiten würde», sagt der Mann, der auf 110 NHL-Partien kam, «und ich in der AHL feststecke. In der Schweiz zu leben ist viel besser als in den meisten AHL-Städten, würde ich sagen. Die Lebensqualität für die Familie hier ist grossartig.»

Er und seine Frau Mackenzie haben ein 10-monatiges Töchterchen namens Ella und leben im nahen Ittigen BE. «Es ist ein grossartiger Ort. Meine Frau geht jeden Tag zu Fuss zum Lebensmittelladen und nimmt das Baby im Kinderwagen mit. Sie liebt es hier wirklich.»

Mitchells guter Freund unter den Opfern eines Bus-Dramas

Der Verteidiger hat ein besonderes Ritual, das mit einer Tragödie zu tun hat. 2018 starben 16 Menschen, als der Bus der Juniorenmannschaft Humboldt Broncos verunfallte. «Ein enger Freund von mir, Logan Hunter, ist dabei ums Leben gekommen. Ich kannte sechs Spieler, die beim Unfall gestorben sind.» Deshalb trägt er auf seinem Stock die Aufschrift «Broncos».

SCB-Verteidiger Ian Mitchell hat auf seinem Stock im Gedenken an das Juniorenteam aus Humboldt (Ka), das 2018 einen schweren Bus-Unfall hatte, dessen Namen «Broncos» verewigt.
Foto: Sephan Roth

An seinem Platz in der Garderobe hat Mitchell einen Sticker angebracht, den Hunters Mutter verteilt hat. «Es ist eine Erinnerung an einen engen Freund, der nicht mehr unter uns ist. Vor jedem Spiel berühre ich ihn und denke kurz: Ich bin dankbar, dass ich hier bin und Hockey spielen darf. Man denkt dann daran, wie oft man als Hockeyspieler im Bus gefahren und stets sicher nach Hause gekommen ist. Aber diese Jungs taten es nicht.»

Vater brachte ihm das Power-Skating bei

Mitchell kann immer noch spielen. Und er hat sich schnell in Europa zurechtgefunden. Nicht zuletzt, weil er ein ausgezeichneter Schlittschuhläufer ist. Dies verdankt er seinem Vater, mit dem er schon als kleiner Junge auf dem Eis stand und ohne Stock an seinem Power-Skating feilte.

Mit dem Flammenhelm des Topskorers hat Mitchell ein gefragtes Fotosujet für seine Freunde in Übersee. Und seine Eltern, die seit Freitag zu Besuch sind, sahen zwei Siege seines SCB.

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SP
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PT
1
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12
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2
Genève-Servette HC
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13
3
24
3
HC Ambri-Piotta
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12
2
21
4
HC Fribourg-Gottéron
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12
14
21
5
Lausanne HC
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14
1
21
6
SC Bern
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11
4
20
7
SCL Tigers
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13
3
19
8
HC Ajoie
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14
-4
19
9
EV Zug
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8
11
16
10
HC Davos
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13
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16
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13
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