Darum gehts
- Patrick Fischer veröffentlicht perfektes Olympia-Aufgebot ohne grosse Diskussionen
- Tim Bozon wird von Frankreich-Coach Treille aus dem Kader geworfen
- Servette-Star Bozon zählt zu Frankreichs Top-3-Angreifern laut Expertenmeinung
Das Olympia-Aufgebot von Nati-Trainer Patrick Fischer ist in seiner Perfektion fast schon langweilig, weil es daran nicht viel zu rütteln gibt. Aufgebote für Nationalmannschaften sind in der Regel ein Ereignis von nationaler Tragweite und würden deshalb die Möglichkeit für etwas Polemik bieten, in dieser Hinsicht werden wir von Fischer aber im Stich gelassen. Abgesehen vielleicht von möglichen Diskussionen um den dritten Torhüter (Berra und nicht Charlin) oder dem auf den ersten Blick erstaunlichen Fakt, dass offenbar weder der aktuell beste Schweizer Torschütze (Rochette) noch der Schweizer Topskorer der WM 2025 (Moy) gut genug sind, wenn die Besten gefragt sind (Lian Bichsel lassen wir aussen vor, weil der Fall bereits zu den Akten gelegt wurde).
Herrlich – bei den Franzosen gehts zur Sache
Bezüglich Polemik blicken wir deshalb voller Neid nach Frankreich: Dort hat Fischers Pendant (Yorick Treille) dem Servette-Stürmer Tim Bozon einfach so die lange Nase gezeigt. Ein Zerwürfnis zwischen Trainer und Spieler. Gemäss einer mehrheitsfähigen Einschätzung zählt Tim Bozon ohne Wenn und Aber zu den drei angriffslustigsten und konkurrenzfähigsten Angreifern der inzwischen zweitklassigen Franzosen, aber rund zwei Wochen nachdem Treille als Cheftrainer bei Servette gefeuert worden war, warf er seinen ehemaligen Spieler aus dem Olympia-Kader. Danach gab es einen öffentlichen Schlagabtausch, man bezichtigte sich gegenseitig der Respektlosigkeit und walzte ohne Rücksicht auf Verluste und chronologisch geordnet die Fehler der Gegenseite aus – herrlich.
Bozon fehlt die Frankreich-DNA? Sacre bleu!
Der Sieger nach Punkten ist Bozon, weil Treille einen strategischen Fehler beging: Er warf Bozon vor, nicht über die DNA der französischen Nationalmannschaft zu verfügen. Was einigermassen unglaubwürdig ist, weil Tim Bozon in seinem Auftritt durchaus an seinen Vater Philippe erinnert – und der war wohl das Streitlustigste und Leidenschaftlichste, was das französische Eishockey je zu bieten hatte. Da können wir Schweizer nicht mithalten: Charlin, Rochette oder Moy machen wohl höchstens die Faust im Sack. Polemik? Keine Spur. Ändern wird sich das nur, wenn wir in Mailand zum Auftakt des olympischen Turniers gegen die Franzosen verlieren sollten. Das wäre gut für Treille, schlecht für Bozon und miserabel für Fischer.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 40 | 47 | 84 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 40 | 34 | 74 | |
3 | Genève-Servette HC | 40 | 7 | 70 | |
4 | Lausanne HC | 40 | 22 | 68 | |
5 | HC Lugano | 38 | 26 | 66 | |
6 | ZSC Lions | 38 | 20 | 63 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 39 | -8 | 62 | |
8 | EV Zug | 38 | -9 | 58 | |
9 | SCL Tigers | 39 | 4 | 54 | |
10 | SC Bern | 39 | -11 | 51 | |
11 | EHC Biel | 39 | -16 | 49 | |
12 | EHC Kloten | 38 | -19 | 46 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 39 | -36 | 45 | |
14 | HC Ajoie | 39 | -61 | 29 |


