Darum gehts
- Mikko Lehtonen wurde überraschend ins finnische Olympia-Team für Mailand 2026 berufen
- Trotz grosser NHL-Konkurrenz sicherte sich der ZSC-Lions-Verteidiger einen Platz
- Lehtonen holte 2022 in Peking Gold und wurde ins Allstar-Team gewählt
Mikko Lehtonen (31) war gerade auf dem Eis in Genf und bestritt mit den ZSC Lions das erste Spiel des Jahres, als das finnische Aufgebot für die Olympischen Spiele in Mailand bekannt gegeben wurde. Für viele ist es eine Überraschung, dass der Verteidiger im Februar in Mailand mit von der Partie sein wird. Denn sein Land verfügt über einen grossen Pool an Spielern, die in der NHL spielen.
«Ich wusste, dass es während des Spiels bekannt gegeben wird, aber ich konnte noch keinen Blick auf mein Handy werfen», erklärt er nach der 3:5-Niederlage. «Es kann sein, dass ich zwei, drei Nachrichten erhalten habe», fügt er grinsend an. Die Überraschung in der Eishockeywelt ist gross. Der offizielle Instagram-Account der NHL hat nicht einmal das Logo der ZSC Lions neben dem Namen von Lehtonen angezeigt. Bei seinen 24 Teamkollegen prangt jeweils das Emblem des jeweiligen NHL-Klubs.
War er auch überrascht, dass er von Trainer Antti Pennanen einberufen wurde? «Ich bin wirklich stolz auf das, was ich für die Nationalmannschaft tun konnte, und ich habe auf einem guten Niveau gespielt», antwortet er. «Ich weiss, was ich kann und bin nicht besonders überrascht, dass ich in der Nationalmannschaft bin.» Natürlich wisse er, dass es «eine grosse Sache» sei, unter den 25 Spielern zu sein, obwohl Finnland über genügend NHL-Spieler verfügt.
In der anderen Kabine spricht Ville Peltonen über seinen Landsmann. Die beiden Männer werden in Mailand das gleiche Wappen tragen, da der Servette-Trainer als Assistent auf der finnischen Bank sein wird. «In unserem Land gibt es immer gute Spieler, die nicht an den Spielen teilnehmen, aber ich denke, dass Mikko seinen Platz wirklich verdient hat», versichert Peltonen. «Er ist talentiert, hat Erfahrung und Erfolg mit der Nationalmannschaft.»
«Ich werde meine Rolle akzeptieren»
Lehtonen war Teil der Auswahl, die vor vier Jahren in Peking den Titel holte, als die NHL-Spieler noch nicht dabei waren. Die Olympischen Spiele in Mailand werden seine Dritten sein. In Pyeongchang 2018 hatte er nur ein Spiel bestritten und war die meiste Zeit überzähliger Verteidiger gewesen. Die Gefahr, dass es ihm in Italien ähnlich ergeht, ist real. «Ich werde meine Rolle akzeptieren, egal welche», sagt er. «Danach liegt die Entscheidung bei den Trainern.»
Vier Jahre nach seinem Olympia-Debüt hingegen führte er sein Team in Peking mit vier Punkten aus sechs Spielen zum Titel und wurde ins Allstar-Team des Turniers gewählt. Als Olympiasieger, Weltmeister, Junioren-Weltmeister, Champions-League-Gewinner und zweifacher Schweizer Meister kann Lehtonen auf einige Erfolge zurückblicken. «Jeder Erfolg ist anders und ich möchte es nicht vergleichen», zögert Lehtonen. «Aber eine olympische Goldmedaille ist das, wovon jeder Sportler auf der Welt träumt.» Ausserdem betont der Verteidiger, wie sehr es ihn mit Stolz erfülle, sein Land auf einem so hohen Niveau zu vertreten. «Grösser kann es nicht werden», sagt er. «Die besten Spieler der Welt werden dort sein und es wird eine grosse Ehre sein, ein Teil davon zu sein.»
Während Kanada, die USA, Schweden oder Finnland ihr Olympia-Aufgebot schon publik gemacht haben, wird jenes von Nati-Coach Patrick Fischer erst zwischen dem 6. und 8. Januar erwartet.

