Gottéron-Meisterverteidiger ist heiss begehrt
«Er ist von einer Swatch zu einer Rolex geworden»

Der letzte meisterliche Frühling mit Fribourg und sein Nati-Debüt haben alles verändert. Statt ein Mitläufer ist Simon Seiler plötzlich der gefragteste Verteidiger auf dem Markt. Der Thurgauer wird mit 29 erstmals in seiner Karriere einen richtig guten Vertrag unterschreiben.
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Simon Seiler hat sich in den Vordergrund gespielt.
Foto: Estelle Vagne
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Seine sportliche Heimat war während sieben Jahren die Swiss League, wo er für die GCK Lions, Thurgau, Kloten und Olten spielte. Wobei er auch dort nicht immer erste Wahl war – in Kloten sagte man ihm in der Aufstiegssaison, dass man die Zukunft ohne ihn plane. Simon Seiler (29) begann sich zu jener Zeit allmählich damit abzufinden, dass es womöglich nicht für mehr reicht, obwohl er sich eigentlich mehr zutraute.

Vor vier Jahren gab es dann über Nacht die entscheidende Wendung für den damals für Olten spielenden Thurgauer: Im Rahmen eines Spielertausches bot sich dem einstigen ZSC-Junior die Möglichkeit, nach Fribourg zu wechseln, wo ein zuverlässiger Defensivverteidiger gesucht wurde. «Ich musste nicht zweimal überlegen», sagte Seiler im April zu Blick. Den umgekehrten Weg ging damals Offensivverteidiger Joël Scheidegger (31), der mittlerweile für La Chaux-de-Fonds spielt.

Meister, Nati-Debüt, neue offensive Qualitäten

Bei Gottéron entwickelte sich Seiler zu einem zuverlässigen Abräumer, gegen den es mühsam zu spielen ist. In den letzten Playoffs wurde er mit seiner schnörkellosen Spielweise zu einem unerwarteten Fribourg-Helden beim Titelsturm, anschliessend kam der Spätzünder sogar noch zu seinen ersten drei Länderspielen. Für die WM reichte es dann zwar nicht ganz, aber auch beim Nati-Staff schwärmte man damals von der Arbeitsmoral des Verteidigers.

Der Start in die neue Saison ist Seiler erneut glänzend geglückt. Er räumt in der von Verletzungen geplagten Gottéron-Defensive beharrlich ab – und daneben hat er neuerdings auch noch seine Offensivqualitäten entdeckt. Schon zwei Tore sind ihm in den ersten neun Spielen gelungen. Damit hat er seinen bisherigen Saisonbestwert bereits verdoppelt.

Ausgetrockneter Markt hilft

Das trifft sich gut, denn Seilers Vertrag läuft Ende Saison aus. Auf dem aufgrund der vielen immer langfristigeren Verträge ausgetrockneten Markt ist der langjährige Mitläufer durch sein neues Standing plötzlich der gefragteste Verteidiger, der für die nächste Saison noch keinen Arbeitgeber hat. Sein Agent Sven Helfenstein (44) bestätigt, dass die Interessenten in der Vergangenheit wegen Seiler nicht Schlange bei ihm gestanden sind, aber nun eine völlig neue Situation entstanden sei: «Er ist von einer Swatch zu einer Rolex geworden.»

Der Spätzünder, der bislang eher dem unteren Lohnniveau der National League zuzuordnen war, wird spät doch noch einen richtig guten Mehrjahresvertrag unterschreiben. Wo ist noch offen, soll sich aber bereits in den nächsten Tagen entscheiden. Eine Vertragsverlängerung bei Fribourg ist genauso denkbar wie ein Wechsel. Als mögliche Abnehmer werden unter anderem Bern und Zug gehandelt.

National League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
8
16
23
2
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
10
3
18
3
SCL Tigers
SCL Tigers
9
5
15
4
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
9
-5
14
5
HC Ajoie
HC Ajoie
9
1
14
6
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
9
5
14
7
HC Davos
HC Davos
9
0
13
8
Lausanne HC
Lausanne HC
9
-4
12
9
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
9
-8
11
10
EV Zug
EV Zug
6
8
10
11
EHC Biel
EHC Biel
8
-1
10
12
SC Bern
SC Bern
7
-2
9
13
HC Lugano
HC Lugano
7
0
8
14
EHC Kloten
EHC Kloten
9
-18
6
Playoffs
Qualifikationsspiele
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