Darum gehts
- Serge Aubin wird neuer SCB-Trainer, startet ab Mai 2026 in Bern
- Seit 2018 ungeschlagen: 15 Playoff-Serien und fünf Meistertitel gewonnen
- SCB schloss mit Aubin einen Dreijahresvertrag bis 2029 ab
Seit dem Meistertitel 2019 hat der SCB keine Playoff-Serie mehr gewonnen. Jetzt kommt mit Serge Aubin (51) einer als Headcoach, der seit 2018 keine Playoff-Serie mehr verloren hat. 15 Serien hat der Kanadier, der nach seiner Zeit in der NHL bei Servette und Fribourg stürmte, nun in Folge gewonnen. Die letzte am Sonntagabend, als er mit den Eisbären Berlin durch den Sieg gegen Mannheim den dritten Titel in Serie in die deutsche Hauptstadt holte.
Davor hatte Aubin, der trotz Vertrag bis 2028 zum SCB wechselt, bereits zwei Titel an die Spree geholt. Dass seine Ungeschlagenheit bis 2018 zurückführt, liegt daran, dass zum einen die Playoffs wegen Corona entfielen und sich zum andern die Eisbären in der Krisensaison 2022/23 nicht für die Endrunde qualifizierten.
Aubin hat einen Dreijahresvertrag beim SCB unterschrieben. «Mit Serge Aubin konnten wir unsere schon länger verfolgte Wunschlösung realisieren. Er bringt grosse Erfahrung und einen überzeugenden Leistungsausweis als Trainer und ehemaliger Topspieler mit. Über Jahre hat er gezeigt, dass er Teams erfolgreich weiterentwickeln und konstant auf hohem Niveau führen kann. Zudem konnte er jeweils auch junge Spieler gezielt und nachhaltig fördern», sagt Sportchef Martin Plüss. «Aubin steht für eine klare und fordernde Leistungskultur und überzeugt zugleich mit Empathie und einer hohen Sozialkompetenz. Seine Verpflichtung ist ein wichtiger Schritt im Rahmen unserer sportlichen Weiterentwicklung.»
«Aubin bringt eine klare Haltung und Ausstrahlung mit»
Und Pascal Signer, seit 1. Mai Chief Hockey Officer, sagt: «Aubin bringt eine klare Haltung und Ausstrahlung mit, die über das Eis hinaus wirken und unsere Organisation weiterbringen sollen. Er passt mit seiner Art und seinem Anspruch optimal zum SC Bern und zu dem Weg, den wir in den nächsten Jahren konsequent gehen werden.»
Mit Aubin setzen die Berner nach Jahren mit Nordeuropäern (Ehlers, Tapola, Söderholm, Lundskog) wieder auf einen Nordamerikaner. Der ehemalige Stürmer ist allerdings kein Peitschenknaller alter Schule, der an der Bande permanent das Rumpelstilzchen macht. Nur selten einmal explodiert er. Er strahlt in der Regel viel Ruhe aus. In Berlin hat er dynamisches, hartes Hockey mit einer guten Struktur spielen lassen.
Bereits vor seinem Berliner Gastspiel war er erfolgreich gewesen und mit den Vienna Capitals 2017 österreichischer Meister geworden. Dieser Erfolg brachte ihm auch seinen ersten Trainerjob in der Schweiz. Als die ZSC Lions über Weihnachten 2017 Hans Wallson feuerten, holten sie Aubin bereits für die anschliessende Saison und verpflichteten Hans Kossmann als Interimstrainer. Der Schweiz-Kanadier wurde dann mit den Zürchern Meister.
Aubin hatte in Zürich zunächst Schwierigkeiten, nicht zuletzt, weil sich Sportchef Sven Leuenberger zu nahe an der Mannschaft bewegte. Doch just als Aubin langsam auftaute und sich zu etablieren begann, wurde er bei den Lions entlassen. Die Zürcher Bosse konnten der Versuchung, den bei Davos frei gewordenen Arno Del Curto zu verpflichten, im Januar nicht widerstehen und bekamen so die Playoff-Qualitäten von Aubin nie zu Gesicht. Sie scheiterten dann mit Del Curto hochkant – und verpassten die Playoffs.
«Wir sind Serge unglaublich dankbar»
So hat Aubin noch eine Rechnung mit der Schweiz offen. Einfach wird der Job in Bern nicht. Erst einmal muss er die Playoffs mit dem SCB erreichen, bevor er seine Serie fortsetzen kann. «Nach erfolgreichen Jahren in Deutschland freue ich mich sehr auf meine Rückkehr in die Schweiz und die neue Aufgabe beim SC Bern. Der Klub steht für eine grosse Tradition und hohe Ansprüche», sagt Aubin. «Das motiviert mich. Gemeinsam wollen wir unseren Fans mit harter Arbeit und Überzeugung Freude bereiten.»
Berlins Sportchef Stéphane Richer liess derweil verlauten: «Wir sind Serge unglaublich dankbar für seine Arbeit in den letzten Jahren. Er ist einer der besten und erfolgreichsten Trainer der Eisbären-Geschichte. Fünf Meisterschaften in den letzten sechs Jahren sprechen für sich. Serge erklärte uns, dass er eine neue Herausforderung annehmen möchte. Aufgrund seiner Verdienste um die Eisbären haben wir uns dazu entschieden, diesem Wunsch nachzukommen.»
