Ambri-Piotta – Lausanne 3:2 n.V.
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Langweilig wirds mit Chris DiDomenico nie. Da nehmen sich im Schlussdrittel Ambris Alex Formenton und Lausannes Ahti Oksanen gegenseitig in den Schwitzkasten, doch bevor die Partie danach in der Gottardo Arena weitergeht, verschwindet DiDomenico mit einem Restausschluss in den Katakomben.
Was ist da bloss scheinbar abseits des Geschehens passiert? Hat DiDomenico bewusst den Stock eines Gegenspielers zerbrochen? So scheint es zu sein. TV-Bilder lassen erahnen, dass der 37-Jährige das Arbeitsgerät eines Lausanners, das durch das zuvor entstandene Gerangel herrenlos auf der Ambri-Bank rumliegt, mit seiner linken Hand unbrauchbar macht.
DiDomenico selbst versteht die Welt nicht mehr, als er vom Knallhart-Urteil des Schiedsrichterduos Marc Wiegand und Roland Gerber erfährt. Genauso ergeht es Ambri-Trainer Jussi Tapola. Und natürlich kochen die Leventiner Fans auf den Tribünen.
Etwas Abkühlung verschafft das Schlussresultat aus Tessiner Sicht. Jesse Virtanen schiebt nach Zuspiel von Manix Landry den Puck in der Overtime zum 3:2-Sieg über die Linie. Die zwei Punkte sind für die Tapola-Mannschaft wichtig, denn im Fernduell um Platz 12 sichert sich auch Kloten (in Bern) zwei Punkte.
Ambri gerät zwar im Startdrittel mit 0:2 in Rücklage, schafft dann aber doch noch die Wende. Dabei hilft auch DiDomenico tatkräftig mit. Ihm glückt im Mittelabschnitt der 2:2-Ausgleich, als er einen Schuss von Michael Joly wohl mit dem Bein an LHC-Goalie Kevin Pasche ins Tor ablenkt.
Fans: 6093.
Tore: 2. Suomela (Baragano, Czarnik) 0:1. 18. Oksanen (Heldner, Rochette) 0:2. 33. Zwerger (Virtanen, Heim) 1:2. 37. DiDomenico (Joly, Wüthrich/PP) 2:2. 62. Virtanen (M. Landry, Joly) 3:2.
Bern – Kloten 1:2 n.V.
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Wer die Olympia-Pause nicht damit verbracht hat, hochkarätiges, rasantes Eishockey auf kleineren Eisfeldern zu schauen, ist für einmal im Vorteil. Denn: Was der SCB und Kloten im Vergleich bieten, ist eine andere Sportart, eine äusserst zähe Angelegenheit. Im Gegensatz zum Olympia-Final sind allerdings auch kein Celebrini, McDavid oder auch keine Hughes-Brüder am Werk. Von den beiden Teams war nur Klotens italienischer Ersatzkeeper Fadani in Mailand dabei.
Während die Berner von Anfang entschlossen in die Zweikämpfe gehen, spielen die Zürcher Unterländer im ersten Abschnitt im Ferien-Modus. Erst 28 Sekunden vor der ersten Pause geht der erste Schuss auf das Tor von Goalie Zurkirchen in die Statistik ein. Der ehemalige Kloten-Keeper pariert dabei einen Abschluss von Rückkehrer Aberg.
Zu diesem Zeitpunkt führt der SCB längst 1:0. Denn bereits in der 2. Minute leitet Schild einen Konter ein, als Kloten-Verteidiger Profico zu forsch und vor allem erfolglos in der gegnerischen Zone nachsetzt. Scherwey bedient Schild darauf mustergültig und der 21-jährige Stürmer, der zuletzt an Visp ausgeliehen war, erzielt im 42. Spiel sein erstes Saisontor für den SCB. Eine Erlösung für den Berner, der in den beiden letzten Saisons noch 6 und 5 Tore erzielt hatte.
Dem SCB fehlt der letzte Wille, die knappe Führung auszubauen und Kloten kommt nach der ersten Pause ein wenig besser ins Spiel und in die Zweikämpfe, ohne Zurkirchen oft ins Schwitzen zu bringen. Im Schlussdrittel stellt der SCB bald einmal seine letzten Angriffsbemühungen ein, gerät unter Druck und quält seine Fans. Der Berner Minimalismus rächt sich. Ohne Goalie gelingt Kloten durch Morley der Ausgleich. In der Overtime sind die Berner wie paralysiert. Und Lindroth schiesst die Gäste gar noch zum Sieg.
Fans: 14'789.
Tore: 2. Schild (Scherwey, Rhyn) 1:0. 60. (59:26) Morley (Leino/ohne Goalie) 1:1. 63. Lindroth (Waeber) 1:2.
Zug – Fribourg-Gottéron 1:3
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Nach dem verlorenen Olympia-Viertelfinal gegen Finnland (2:3 n.V.) gehts für Goalie Genoni und seinen EVZ darum, auf der Zielgeraden Richtung Quali-Ende den Anschluss an die Top 6 nicht zu verlieren. Der neue Trainer Benoit Groulx hat nach fünf Spielen und kaum Training die Olympia-Pause intensiv nutzen wollen. Dass die beiden wichtigen Verteidiger Raphael Diaz und Lukas Bengtsson nach ihren Verletzungen ihr Comeback geben gegen Fribourg, sollte ihm in die Karten spielen.
Konstant sattelfest ist die Zuger Abwehr dennoch nicht. Beim Führungstreffer von Gottéron gewinnt Walser das Bully, bevor er selbst zum 1:0 ablenkt. Die Zuordnung bei den Zugern geht bei Fribourgs Bully-Variante ruckzuck verloren. Gleichzeitig ist der EVZ offensiv zu wenig zwingend, Keeper Berra hat nur selten Mühe, die Übersicht zu behalten. Seine Vorderleute verlieren sie zwar nicht, bleiben aber in der Zuschauerrolle, als EVZ-Stürmer Senteler ein Energieanfall überkommt.
Rückkehrer Diaz schickt ihn auf die Reise, er zieht in der eigenen Zone los und trifft zum Ausgleich. Allerdings wird Senteler im Moment nach dem 1:1 von Verteidiger Glauser wuchtig in Goalie Berra gedrückt. Der Olympia-Ersatzmann rappelt sich auf, braucht einige Momente der Orientierung – kehrt aber im Schlussdrittel nicht mehr zwischen die Pfosten zurück. Galley ersetzt ihn, bleibt makellos. Denn das Zuger Offensivlüftchen weht zu lau. Auch der neu verpflichtete Schwede Lilja bleibt blass. Und Captain Kovar kehrt nicht mehr zurück, nachdem er von einem Puck getroffen worden ist, den Teamkollege Künzle ins Aus spediert hat. Borgströms Powerplay-Tor ist die Vorentscheidung, Streule deckelt den Sieg in den von Genoni verlassenen Kasten.
Fans: 7194.
Tore: 12. Walser (Glauser) 0:1. 36. Senteler (Diaz) 1:1. 41. Borgström (PP) 1:2. 59. Streule (Bertschy) 1:3 (ins leere Tor).
Davos – SCL Tigers 4:3
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Die SCL Tigers müssen in Davos eine bittere Pille schlucken und verpassen es bei der 3:4-Niederlage, etwas Zählbares mitzunehmen. Der Strickampf spitzt sich für sie zu.
Dabei sorgt Langnaus André Petersson zunächst für die grosse Show. Der Spektakel-Schwede orchestriert die SCL Tigers zu einer 3:2-Führung. Und wie: Beim 2:2 spielt er gemeinsam mit Saku Mäenalanen mit der HCD-Hintermannschaft Katz und Maus, ehe er brillant vollendet – ein Treffer für jeden Saisonrückblick. Und bereits das fünfte Saisontor von Petersson gegen den HCD, anschliessend bereitet er auch das 3:2 von Jiri Felcman vor. Langnau erwischt den souveränen Leader auf dem falschen Fuss.
Bei den SCL Tigers verschwindet in der 37. Minute dann plötzlich Goalie Luca Boltshauser ohne ersichtlichen Grund in der Kabine. Aber sein Stellvertreter Robin Meyer fügt sich sogleich mit einem Monstersave gegen Filip Zadina ein. Dafür sieht er beim 3:3-Ausgleichstreffer von Calle Andersson, da er mit der Fanghand daneben greift, nicht gut aus. Und als Petersson kurz später auf der Strafbank sitzt und nicht neuerlich zum HCD-Schreck werden kann, schlägt stattdessen Matej Stransky mit seinem 24. Saisontreffer zu. Die neuerliche Wende. Darauf haben die SCL Tigers in der hektischen Schlussphase dann keine Antwort mehr – Juuso Rikola trifft 58 Sekunden vor dem Ende nur den Pfosten und in den Schlusssekunden scheitert auch noch Petersson. Bitter für Langnau – für einen beherzten Auftritt gibt es keinen Ertrag.
Fans: 6130.
Tore: 9. Dahlbeck (Frick, Nussbaumer) 1:0. 23. Rohrbach 1:1. 23. Asplund (Barandun, Fora) 2:1. 25. Petersson (Mäenalanen) 2:2. 27. Felcman (Petersson, Riikola/PP) 2:3. 45. Andersson (Stransky, Nussbaumer) 3:3. 47. Stransky (Lemieux, Andersson/PP) 4:3.
ZSC Lions – Ajoie 2:1
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Vor dem ersten Puck-Einwurf gegen Ajoie finden in der Swiss Life Arena schon erste Ehrungen statt. Die ZSC-Spielerinnen Lisa Rüedi und Shannon Siegrist, die mit der Schweizer Nati Olympia-Bronze gewannen, werden vom heimischen Anhang gefeiert. Neben den Schweizerinnen wird auch Mikko Lehtonen geehrt, der Finne hat mit dem Nati-Bezwinger ebenfalls Bronze gewonnen. Mit Juho Lammikko hat Lehtonen wieder einen finnischen Landsmann in den ZSC-Reihen, der Center kehrt nach einem Abstecher in die NHL zu den Lions zurück. Neben Lammikko bestreitet auch Harrison Schreiber sein erstes Spiel für die Lions. Und bereits nach sechs Minuten kann sich der Stürmer, der im Tausch mit Joel Henry vom EHC Kloten kam, seinen ersten Punkt gutschreiben lassen. Er leitet den Führungstreffer von Sigrist ein.
Mit der knappen Führung geht das Spiel ins zweite Drittel, man merkt beiden Teams aber die lange Olympia-Pause an und so plätschert die Partie vor sich hin. Einer, der im Flow ist, ist für das zweite Zürcher Tor zuständig. Andrighetto wird nach einem Bully von Grant bedient und kann aus zentraler Position einschieben – es ist der 15. Saisontreffer für den Topskorer. Sein Jurassier Pendant, Honka, bringt Ajoie kurz vor der zweiten Sirene mit einem gezogenen Handgelenkschuss wieder ran. Wenige Sekunden später benötigen die Hausherren dann nochmals ganz viel Glück, als ein Ajoie-Abschluss nur an den Pfosten geht. Trotzdem wird die Szene nochmals gecheckt, doch die Schiris entscheiden auf «kein Tor».
Im Schlussdrittel leisten sich die Lions mehrere Strafen, doch das Powerplay von Ajoie ist nicht besonders gefährlich und so kommt der Meister ungestraft davon. So können die Zürcher den Heimsieg in trockene Tücher bringen und den Auftakt in den Schlussspurt der Regular Season erfolgreich gestalten.
Fans: 11'263.
Tore: 6. Sigrist (Baltisberger, Schreiber) 1:0. 31. Andrighetto (Grant) 2:0. 38. Honka (Bellemare, Berthoud) 2:1.
SCRJ Lakers – Genf-Servette 4:1
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Wie man nach dreiwöchiger Olympia-Pause in die wichtige Schlussphase startet? Wie der Blitz, wenn es nach Rappis Strömwall geht. Er netzt gegen die Servettiens nach 43 Sekunden ein. Es ist erst der zweite Treffer des Schweden in den letzten 15 Spielen. Mit etwas mehr Konstanz hätte der Topskorer sein Team allenfalls die Verfolger auf den Play-In-Plätzen etwas deutlicher vom Leib gehalten. Generell sind die Lakers-Leistungsträger phasenweise auf Tauchstation gegangen, was die einst so formidable Tabellensituation zunichte gemacht hat. Vielleicht ist damit der für Moy ungewöhnliche Torjubel zu erklären: Nach seinem Shorthander zum 2:1 schreit der für Olympia zuhause gelassene Nati-Stürmer seine Freude raus. Solche Emotionen sieht man von Moy nur selten. Ihm ist nach seiner Nicht-Nomination für Mailand für einige Spiele nicht mehr viel gelungen.
Dazwischen ist der SCRJ von einem Shorthander von Manninen aufgeweckt worden. Dem neuen Captain Larsson – er ersetzt den verletzten Dünner – misslingt ein Zuspiel auf Wetter, Genfs Finnen-Bande profitiert. Sie ist es allerdings auch, die in jenem Powerplay auf dem Eis steht, als Moy die Lakers erneut in Führung bringt. Darauf können die Servettiens nicht mehr reagieren, sie rennen an SCRJ-Goalie Nyffeler an.
Fans: 4086.
Tore: 1. Strömwall (Moy, Maier) 1:0. 8. Manninen (Saarijärvi, Puljujärvi, SH!) 1:1. 36. Moy (SH!) 2:1. 59. Wetter (Larsson) 3:1 (ins leere Tor). 60. Taibel 4:1 (ins leere Tor).
Lugano – Biel 3:4 n.P.
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Als der EHC Biel im November letztmals in Lugano war, setzte es eine 0:6-Klatsche ab. Anschliessend wurde es laut in der Kabine der Seeländer, Sportchef Martin Steinegger tobte. Dieses Mal, beim sechsten Spiel unter dem neuen Trainer Christian Dubé, sind die Bieler nicht nur bedeutend konkurrenzfähiger, sondern sogar siegreich.
Sie verschlafen zwar den Start (Luganos Neuzugang Curtis Valk trifft bereits nach 55 Sekunden), aber melden sich mit dem 1:1 von Marcus Sylvegaard zurück. Auch der neuerliche Rückstand durch das 16. Saisontor von Zach Sanford bringt den um einen Play-In-Platz kämpfenden Tabellenelften nicht aus der Ruhe. Niko Huuhtanen nach schöner Vorarbeit von Rodwin Dionicio und Lias Andersson bei einer angezeigten Strafe gegen Lugano bringen Biel in Führung.
Die im oberen Tabellendrittel um einen Top-4-Platz und den Heimvorteil in den Playoff-Viertelfinals spielenden Tessiner sind gefordert und drücken aufs Gaspedal. Doch die solidarisch agierenden Bieler verteidigen, angeführt von einem starken Goalie Harri Säteri, alles weg. Bis Luca Fazzini dann in der 57. Minute doch noch eine Lücke findet und ausgleicht. Doch im Penaltyschiessen holen sich die Seeländer doch noch den Sieg – der Penalty von Mark Sever macht den Unterschied.
Und so holen sich die Seeländer zwei Punkte und erhöhen so den Druck auf die derzeit noch auf den Play-In-Plätzen vor ihnen liegenden Teams. Umso mehr, da an diesem Abend sowohl Langnau, Bern und Zug Federn lassen müssen.
Fans: 4922.
Tore: 1. Valk (Thürkauf, Simion) 1:0. 11. Sylvegaard (Andersson, Sever) 1:1. 15. Sanford (Dahlström, Fazzini) 2:1. 25. Huuhtanen (Dionicio, Neuenschwander) 2:2. 31. Andersson (Sylvegaard, Hofer/Strafe angezeigt) 2:3. 57. Fazzini (Sanford) 3.3.
Penaltytore: Fazzini; Andersson, Sever.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 47 | 62 | 105 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 48 | 44 | 91 | |
3 | ZSC Lions | 47 | 28 | 83 | |
4 | HC Lugano | 47 | 33 | 82 | |
5 | Genève-Servette HC | 47 | 0 | 77 | |
6 | Lausanne HC | 47 | 20 | 77 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 47 | -11 | 70 | |
8 | EV Zug | 47 | -18 | 67 | |
9 | SC Bern | 47 | -5 | 65 | |
10 | SCL Tigers | 47 | 3 | 64 | |
11 | EHC Biel | 47 | -21 | 61 | |
12 | EHC Kloten | 47 | -22 | 55 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 47 | -43 | 54 | |
14 | HC Ajoie | 48 | -70 | 39 |