Bizarre Entwicklung in der NHL
US-Stars holen sich den Fünfer und das Weggli

Die NHL hat ein Problem: US-Stars, die bei Teams ohne Erfolg tätig sind, erzwingen Wechsel. Brady Tkachuk und Connor Hellebuyck hatten damit schon Erfolg, Dylan Larkin muss noch warten.
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Connor Hellebuyck erzwang seinen Wechsel und steht nun bei den New Jersey Devils im Tor.
Foto: AP Photo/Julio Cortez

Darum gehts

  • US-Stars erzwingen Wechsel; Klauseln sind umstritten
  • Tkachuk ging zu Florida, Hellebuyck nach New Jersey
  • Detroit sperrt Larkin; er verliert täglich 40'000 Dollar
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Drei Mitglieder des US-Teams, das in Mailand Olympia-Gold holte, hatten genug von ihrem Dasein bei Verlierer-Teams und verlangten, transferiert zu werden. Stürmer Brady Tkachuk (27) wurde darauf im Sommer von den Ottawa Senators für drei Erstrunden-Draft-Picks zu den Florida Panthers getauscht. Das Team seines Bruders Matthew war die einzige Destination, die für ihn infrage kam.

Auch Top-Goalie Connor Hellebuyck (33) bekam, was er wollte. Er hatte sich entschieden, nicht mehr für Niederreiters Winnipeg Jets zu spielen, nachdem er öffentlich seinen Wechselwunsch geäussert hatte. Obwohl er noch bis 2031 mit einem Lohn von jährlich 8,4 Mio. Dollar unter Vertrag stand. Er landete dann bei den New Jersey Devils mit dem Schweizer Trio Hischier, Meier und Siegenthaler. Im Gegenzug erhielten die Kanadier Stürmer Mercer, Goalie Daws, Talent Comand und zwei Draft-Picks.

Larkin entgehen täglich rund 40'000 Dollar

In Detroit, wo man seit zehn Jahren auf eine Playoffteilnahme wartet, war es Captain Dylan Larkin (30), der im Mai einen Trade verlangte. Bisher vergeblich. Der Stürmer, dem man das C wegnahm, begann die Saison, ehe er diese Woche «genug» hatte, wie sein Agent erklärte. Er weigert sich, weiter in der Auto-Metropole zu spielen. Die Red Wings sperrten ihn und bezahlen ihn nicht mehr. So entgehen Larkin rund 40’000 Dollar pro Tag, bis ein Transfer zustande kommt.

Wie Tkachuk und Hellebuyck oder auch Nati-Captain Josi in Nashville hat er eine No-Movement-Klausel in seinem Vertrag, der noch bis 2031 gültig ist. Das heisst, Detroit kann ihn nur mit seinem Einverständnis transferieren. Zunächst gab er dem Klub eine Liste von drei Teams zur Auswahl, inzwischen sind es zehn: Carolina, Colorado, Dallas, Florida, Minnesota, New Jersey, Tampa Bay, Utah, Vegas und Washington. Alles ambitionierte Klubs in den USA. Nicht auf seiner Liste ist zum Beispiel Montreal, obwohl die Canadiens interessiert sind und den Red Wings das bieten könnten, was sie wollen. Denn Detroits interimistischer General Manager Shawn Horcoff, der nach der Absetzung von Steve Yzerman die Geschäfte führt, will sich nicht nur mit Draft-Picks begnügen, sondern auch einen Gegenwert erhalten, der sofort hilft.

In der NHL wird heiss über No-Movement-Klauseln diskutiert. Viele sind der Meinung, dass ein Spieler auf die Klausel verzichten müsste, wenn er einen Wechsel verlangt. Der neue Gesamtarbeitsvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft, der solche Aspekte regelt, ist aber erst diese Saison in Kraft getreten und läuft bis 2030.

So dürften Tkachuk, Hellebuyck und Larkin nicht die letzten Stars sein, die ihre Machtposition nutzen, um den Fünfer und das Weggli zu bekommen. In die Röhre schauen dabei die schwachen Teams, vor allem jene in Kanada, wo die Steuern höher sind.

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