Bündner reagieren postwendend auf Anschlusstreffer
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ZSC – Davos 2:5:Bündner reagieren postwendend auf Anschlusstreffer

Lions haben das Messer am Hals
Von diesen fünf ZSC-Stars muss mehr kommen

Es ist fünf vor Zwölf für die ZSC Lions. Noch eine weitere Niederlage gegen Davos, und die Vormachtsstellung des Doppelmeisters ist Geschichte. Um dies zu verhindern, müssen einige Stars ihr Leistungsvolumen massiv nach oben schrauben. Blick hat fünf herausgepickt.
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Derek Grant

Schon in den letzten zwei Jahren hatte man oft das Gefühl, man müsse den Kanadier anschieben, damit er in Fahrt kommt. Doch wenn der inzwischen 35-Jährige diese mal aufgenommen hatte, überzeugte er durch seine Spielintelligenz, seine Intensität und seinen langen Stock, mit dem er viele Pucks dingfest machte. Grant war dadurch eine Schlüsselfigur bei den beiden Meistertiteln 2024 und 2025. Doch der ohnehin zu den langsamsten Spielern der Liga gehörende Stürmer ist nochmals behäbiger geworden, die Spiele gegen Davos laufen mehrheitlich an ihm vorbei. Wenn er dann auch noch – wie am Freitag bei einem entscheidenden Gegentor – den Puck verliert und danach nur halbherzig zurückeilt, sieht es auch noch lustlos aus. «Das reicht so nicht, Grant hat mich schwer enttäuscht», urteilte MySports-Experte Ueli Schwarz nach dem Spiel.

Viel lamentieren, aber wenig zeigen: Derek Grant.
Foto: Pius Koller
«Grant hat mich schwer enttäuscht»
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Kritik von Mysports-Experte:Schwarz: «Grant hat mich schwer enttäuscht»

Denis Malgin

In seinen sieben Saisonspielen gegen Lugano (drei in der Quali, vier in den Playoffs) produzierte Malgin herausragende 15 Skorerpunkte (5 Tore, 10 Assists). Gegen Davos in bislang sechs Saisonspielen (zwei in der Quali, vier in den Playoffs) dagegen noch keinen einzigen. Der 29-jährige ZSC-Zauberstürmer scheint einen HCD-Komplex zu haben und ohne seinen verletzten kongenialen Partner Sven Andrighetto scheint er nicht in der Lage zu sein, diesen hinter sich zu lassen. Dass es ein offensichtlicher Auftrag der Davoser ist, Malgin permanent mit Härte anzugehen (Chris Egli scheint daran besonders viel Gefallen gefunden zu haben), macht es für ihn nicht einfacher. In den ersten beiden Halbfinalspielen tauchte Malgin komplett unter, in den Spielen drei und vier sah man wieder mehr von ihm, darunter auch mannschaftsdienliches Backchecking, aber eben nichts, was für Ertrag sorgte. Und daran wird Denis Malgin letztlich gemessen. Jetzt mehr denn je.

Denis Malgin (r.) kommt gegen den HCD nicht auf Touren.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Simon Hrubec

Der zweifache ZSC-Meistergoalie steht zwar keineswegs neben den Schuhen und sorgte zuweilen auch dafür, dass sein Team in starken HCD-Phasen nicht kolossal unterging. Aber der 34-jährige Tscheche hat in drei der vier Halbfinalspiele auch Gegentore erhalten, die ein Mann seiner Klasse zweifellos nicht kassieren will. Bislang ist Davos-Keeper Sandro Aeschlimann der klare Gewinner des Goalie-Duells. Wollen die Zürcher in dieser Halbfinal-Serie noch etwas reissen, dann muss Hrubec nun den Laden dichtmachen. So wie er das während der letzten beiden Playoffs in den entscheidenden Momenten jeweils getan hat. Unglückliche Gegentore von ihm kann sich der ZSC nicht mehr leisten.

Einige Gegentore werden Simon Hrubec nerven.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus
1:3-Rückstand wurde schon 14-mal gedreht
  • Halbfinal 2025: Lausanne – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: Bern – Servette 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: ZSC Lions – Davos 4:3 nach 1:3
  • Final 2012: Bern – ZSC Lions 3:4 nach 3:1
  • Viertelfinal 2010: Servette – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2009: Davos – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2007: Davos – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2004: Lugano – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Final 2001: Lugano – ZSC Lions 3:4 nach 3:1

Wende nach 0:3

  • Final 2022: Zug – ZSC Lions 4:3 nach 0:3
  • Viertelfinal 2022: SCRJ Lakers – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2008: Zug – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2007: Zug – Rapperswil-Jona 4:3 nach 0:3
    Viertelfinal 2006: Lugano – Ambri 4:3 nach 0:3
2025 nahm Lausanne (im Bild Damien Riat, der Marcus Sörensen überspringt) die Halbfinal-Hürde Fribourg trotz 1:3-Rückstand in der Serie.
keystone-sda.ch
  • Halbfinal 2025: Lausanne – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: Bern – Servette 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2013: ZSC Lions – Davos 4:3 nach 1:3
  • Final 2012: Bern – ZSC Lions 3:4 nach 3:1
  • Viertelfinal 2010: Servette – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2009: Davos – Fribourg 4:3 nach 1:3
  • Viertelfinal 2007: Davos – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Halbfinal 2004: Lugano – ZSC Lions 4:3 nach 1:3
  • Final 2001: Lugano – ZSC Lions 3:4 nach 3:1

Wende nach 0:3

  • Final 2022: Zug – ZSC Lions 4:3 nach 0:3
  • Viertelfinal 2022: SCRJ Lakers – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2008: Zug – Davos 3:4 nach 3:0
  • Viertelfinal 2007: Zug – Rapperswil-Jona 4:3 nach 0:3
    Viertelfinal 2006: Lugano – Ambri 4:3 nach 0:3

Rudolfs Balcers

Eigentlich ein bissiger und dankbarer Stürmer, da er auch über viel Kreativität verfügt. Aber auch ihm gelingt es momentan nicht, für entscheidende Impulse und dafür zu sorgen, dass sein Linienpartner Denis Malgin wieder Schwung aufnehmen kann. Dafür, dass er in den Viertelfinals gegen Lugano so unglücklich mit Sven Andrighetto zusammenstiess und dieser sich im Gegensatz zu ihm verletzte, kann der 29-jährige Lette nichts. Das war einfach nur Pech. Aber wenn der Leitwolf fehlt, müssen eben die anderen im Rudel mehr Akzente setzen. Das kann Balcers viel zu selten.

Symbolisch: Rudolfs Balcers liegt am Boden.
Foto: keystone-sda.ch

Denis Hollenstein

Obwohl er die ganze letzte Saison ausfiel und auch in der aktuellen die halbe Quali verletzt verpasste, hat es der 36-Jährige in seinem letzten ZSC-Jahr nochmals in die Playoffs geschafft. Dafür verdient er höchsten Respekt; es zeigt seine grosse Liebe zum Eishockey, denn spätestens seit dem Titelgewinn 2024 muss Hollenstein niemandem mehr etwas beweisen. Doch schaut man ihm in den Playoffs zu, sieht man einen Altstar, der an seine Grenzen stösst, obwohl er alles, was er hat, reinwirft. Vielleicht wäre es gescheiter, der 21-jährige Kimo Gruber würde an seiner Stelle spielen und seine Unbeschwertheit einbringen. Aber vielleicht kramt ja Hollenstein auch in seinem persönlichen Archiv und packt einen dieser besonderen Hollenstein-Momente von früher aus. Der ZSC könnte einen solchen gut gebrauchen.

Denis Hollenstein (l.) sieht nur den Rücken von Brendan Lemieux.
Foto: keystone-sda.ch

Helfen würde es den ZSC Lions natürlich, wenn Andrighetto im Spiel der letzten Chance sein Comeback geben könnte. Dem Vernehmen nach soll er schon am Freitag sehr nahe dran gewesen sein, ehe die Übung am Matchtag dann doch abgeblasen wurde. Allein schon Andrighettos Präsenz könnte einiges auslösen, aber ob man von ihm nach fast dreiwöchiger Pause Wunderdinge erwarten darf?

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