Juwel Dionicio und Top-Stürmer Kneubuehler
Warum das Bieler Duo dem Knallhart-Regime zum Opfer fiel

Verteidiger-Juwel Rodwin Dionicio und 13-Tore-Mann Johnny Kneubuehler wurden im Sommer aus weiterlaufenden Verträgen freigegeben. Weil Biel die Identifikation mit dem Klub vermisste. Ist dort nach drei schwierigen Jahren Schluss mit lustig?
Kommentieren
1/6
Rodwin Dionicio wurde beim EHC Biel aussortiert.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • EHC Biel kämpft nach schwachen Platzierungen seit 2023 um Erfolg
  • Top-Spieler Dionicio und Kneubuehler wegen fehlender Identifikation abgegeben
  • Neuzugang Jeff Skinner (34) soll diese Woche in Biel eintreffen
RMS_Portrait_AUTOR_378.JPG
Marcel AllemannReporter Eishockey

2023 griff der EHC Biel nach dem Meisterpokal, musste sich erst im siebten Playoff-Finalspiel gegen Servette geschlagen geben. Doch seither hatten die Seeländer mit den Rängen 9, 11 und 10 nicht mehr viel zu lachen, zuletzt wurden zweimal in Folge die Playoffs verpasst. Das entspricht nicht den Vorstellungen, die man in Biel hat.

Es ist offensichtlich – im Hinblick auf diese Saison wurden die Schrauben angezogen. Ist beim EHC Biel fertig mit lustig und dem familiär agierenden Klub? «Wir wollen weiterhin ein familiärer Klub sein und es durchaus auch lustig haben. Aber wir wollen auch Spieler, die sich mit uns identifizieren», sagt Sportchef Martin Steinegger (54) dazu.

Identifikation vermisst

Diese Identifikation hat Steinegger bei Verteidiger-Juwel Rodwin Dionicio (22) und 13-Tore-Stürmer Johnny Kneubuehler (30) vermisst. Bei beiden strebte Steinegger eine Verlängerung ihres 2027 auslaufenden Vertrags an, bei beiden stiess er damit auf keine Gegenliebe. Im Fall von Kneubuehler stellte sich gar heraus, dass sich dieser ab Saison 2027/28 bereits bei Servette verpflichtet hatte.

Für Steinegger zur Unzeit. Deshalb bevorzugte er einen sofortigen Schnitt und Schritt von Kneubuehler nach Genf. Umso mehr, da mit dem von Bern aussortierten Ex-Nati-Spieler Joël Vermin (34) ein passender Ersatz bereitstand, der dankbar war, einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Dionicio wiederum ist ein sehr spannender und aussergewöhnlicher Spieler, dessen Weiterentwicklung im Alltag aber sehr fordernd und arbeitsintensiv sein soll. Da Steinegger aus dem Dionicio-Lager kein Interesse für eine Vertragsverlängerung bis mindestens 2028 verspürte, verlor der Klub seinerseits das Interesse, noch in die Ausbildung und Entwicklung des Appenzellers zu investieren – zugunsten von Dionicios nächstem Arbeitgeber. So wurde ein solcher bereits vorzeitig gesucht und mit dem SCB, der sogar noch eine namhafte Ablöse nach Biel überwies, gefunden. Dionicio hat in Bern bis 2029 unterschrieben.

Jeden Fall individuell anschauen

Doch kann sich Biel ein solches Knallhart-Regime überhaupt leisten? Immerhin wurden der spektakulärste Verteidiger und der zweitbeste Torschütze mit Schweizer Lizenz der vergangenen Saison ohne Not abgegeben. Ein Klub wie Biel müsste damit leben können, dass sich die finanzkräftigeren Klubs für ihre besten Spieler interessieren und man dadurch ein Stück weit auch Spieler für die Topklubs entwickelt.

Was macht Steinegger, wenn einer seiner Spieler kommende Saison durchstartet und ihn sich anschliessend im kommenden Sommer der ZSC oder Davos ein Jahr im Voraus sichert? Muss dieser dann ebenfalls weg? «Man muss jeden Fall individuell anschauen», sagt er. Aber die Identifikation mit dem Klub ist für ihn offensichtlich ein Schlüsselelement auf dem Weg zurück zu erfolgreicheren Bieler Zeiten. Dass in der Schweiz so weit im Voraus Transfers eingetütet werden, ist für den ehemaligen Nati-Verteidiger rein grundsätzlich ein Graus.

Neuenschwander vor Pro-forma-Vertragsverlängerung

Besser gefällt ihm, dass der neu verpflichtete NHL-Star Jeff Skinner (34) diese Woche in Biel eintreffen soll. Weiter ist davon auszugehen, dass Biel den 2027 auslaufenden Vertrag mit Supertalent Jonah Neuenschwander (17) bald pro forma verlängern wird, obschon dieser als potenzieller NHL-Top-10-Erstrundendraft den neuen dann höchstwahrscheinlich nicht mehr antreten wird. Bei Neuenschwander gibt es aber zumindest keine Identifikationsschwierigkeiten. Biel ist seine Heimatstadt und wird, auch wenn er in Nordamerika spielt, seine Sommerbasis bleiben. Genauso wie bei Tampa-Star Janis Moser (26).

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen