Letzte Saison erfüllten aus der Swiss League einzig La Chaux-de-Fonds und Visp das Anforderungsprofil für einen Aufstieg. Die Gesuche von Sierre und Basel wurden von der National League abgelehnt: Bei Sierre entsprach die Infrastruktur nicht den Vorgaben, Basel erfüllte die finanziellen Richtlinien der NL nicht. Da am Ende Sierre Meister wurde, fiel die Ligaqualifikation aus.
Wie sieht es in der bevorstehenden Saison aus? Aktuell nehmen fünf Teams das Wort «Aufstiegsgesuch» zumindest in den Mund: La Chaux-de-Fonds, Visp, Basel, Sierre und Olten. Vieles spricht jedoch dafür, dass am Ende wieder nur La Chaux-de-Fonds und Visp übrig bleiben. Diese beiden Vereine bestätigen gegenüber Blick, dass sie das Gesuch erneut stellen werden – und haben aufgrund der erfolgreichen Eingabe im Vorjahr beste Chancen auf eine Bewilligung durch die National League.
Basel braucht mehr Budget
Beim EHC Basel ist der definitive Entscheid noch nicht gefallen. Das ist insofern kein Problem, da die Eingabefrist erst Ende Oktober abläuft. Bei den Baslern sieht es jedoch danach aus, dass die Wirtschaftlichkeit auch in diesem Jahr nicht gegeben ist, sofern das Budget in den nächsten Wochen nicht noch aufgestockt werden kann. Sportchef Kevin Schläpfer sagt deshalb: «Wir werden eher kein Gesuch stellen.»
Die Finanzen wären beim HC Sierre kein Problem, dort hakt es weiterhin an der Infrastruktur. Die in die Jahre gekommene Grabenhalle erfüllt das Anforderungsprofil bei Weitem nicht. Da die neue Valais Arena frühestens auf die Saison 2031/2032 bezugsbereit sein wird, haben die ambitionierten Walliser um Trainer und Mitinhaber Chris McSorley ein Problem, ihre Aufstiegspläne zeitnah zu verwirklichen. «Wir sind in Gesprächen mit der National League und suchen nach Lösungen», sagt McSorley.
Sierre wohl frühestens 2028
Eine Möglichkeit wäre es, die Grabenhalle als Übergangslösung so zu sanieren, dass sie den Vorgaben der NL entspricht. Dies kommt allerdings erst auf die Spielzeit 2028/2029 infrage. Deshalb ist es höchst unwahrscheinlich, dass Sierre für die bevorstehende Saison eine Aufstiegsbewilligung erhält – obwohl McSorley und Co. lieber heute als morgen aufsteigen würden. Zumal der wirtschaftliche und sportliche Graben zwischen der NL und der SL jährlich grösser wird.
Der EHC Olten verzichtete letzte Saison aus wirtschaftlichen Gründen auf ein Gesuch. Im Jahr davor wurde es zurückgezogen – mitunter, damit die Solothurner ihren Wunschtrainer Christian Wohlwend nach dessen Entlassung beim abstiegsbedrohten NL-Klub Ajoie bekommen konnten. Wie es in dieser Saison sein wird, ist offiziell noch offen. Präsident Marc Thommen erklärte unlängst im «Oltner Tagblatt»: «Der Verwaltungsrat wird zunächst den Saisonstart abwarten und die weitere Entwicklung sorgfältig beurteilen. Wir haben bis Ende Oktober Zeit und werden rechtzeitig einen Entscheid treffen.»
Andere Prioritäten in Olten
Es würde allerdings überraschen, wenn Olten ein Gesuch einreichen würde. Thommen sagte im selben Interview nämlich auch: «Der EHC Olten hat aktuell grundsätzlich andere Prioritäten. Im Vordergrund steht die Stärkung der Einnahmenseite sowie die nachhaltige finanzielle Konsolidierung.» Zuletzt hatte Olten an der Generalversammlung einen Verlust von fast 900’000 Franken ausgewiesen.