Darum gehts
- Patrick Fischer nutzte 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat für eine China-Reise
- Strafe: 38'910 Franken; entlassen am 15. April 2026 unter öffentlichem Druck
- Der internationale Eishockeyverband untersucht; Fischer zog sich aus der Öffentlichkeit zurück
Oktober 2021
Fischer äussert sich im Blick öffentlich zu seinem Covid-Impfstatus. Er sagt, dass er sich impfen lassen werde, weil er nichts tun wolle, was seinen Job als Nationaltrainer gefährde. Der erste Schuss soll Anfang November erfolgen. Doch Fischer entscheidet sich anders. Stattdessen bestellt er über Telegram ein gefälschtes Covid-Zertifikat, für das er 400 Franken in Bitcoin bezahlt.
November 2021
Das gefälschte Zertifikat wird Fischer zugestellt. Es weist angebliche Covid-Impfungen vom 27. Oktober und 22. November aus.
Februar 2022
Fischer fliegt mit dem gefälschten Zertifikat nach China und coacht die Nati an den Olympischen Spielen in Peking. Die Fälschung fliegt nicht auf. Zuvor war Fischer im Dezember 2021 damit bereits an die Junioren-WM nach Kanada gereist, die dann allerdings wegen zahlreicher Covid-Fälle bei Spielern abgebrochen werden musste.
Mai 2022
Auch an der WM 2022 in Finnland, wo noch immer strenge Covid-Regeln gelten, kommt Fischers gefälschtes Covid-Zertifikat nochmals unbemerkt zum Einsatz.
Juli 2023
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, in dem Fischer wohnhaft ist, erlässt einen Strafbefehl wegen Urkundenfälschung. Fischer muss eine unbedingte Geldstrafe von 38'910 Franken bezahlen. Aufgeflogen war er zuvor im Zuge von Ermittlungen im Kanton Graubünden rund um gefälschte Covid-Zertifikate, bei denen auch sein Name auftauchte. Die Verurteilung wird damals nicht öffentlich bekannt, und Fischer informiert offenbar auch seinen Arbeitgeber nicht darüber.
Dezember 2025
Nach den WM-Silbermedaillen von 2024 und 2025 gibt Fischer seinen Rücktritt per Ende Saison bekannt. Die Heim-WM soll sein krönender Abschluss nach zehn Jahren als Nati-Trainer werden. Zu seinem Nachfolger wird Jan Cadieux ernannt.
Mitte März 2026
Ein SRF-Team um Redaktor Pascal Schmitz dreht im Hinblick auf die Heim-WM ein Porträt mit Fischer. Beim Mittagessen zwischen den Drehs erzählt Fischer vom gefälschten Covid-Zertifikat, mit dem er zu den Olympischen Spielen nach China gereist ist. Anschliessend beginnt SRF zu recherchieren und beschafft sich den Strafbefehl der Luzerner Staatsanwaltschaft.
April 2026
SRF konfrontiert Fischer und den Verband mit den amtlichen Dokumenten und ersucht um eine Stellungnahme im Hinblick auf eine baldige Veröffentlichung der Fakten auf dem Sender. Daraufhin machen Fischer und der Verband die Sache kurz entschlossen selbst öffentlich. In einem skurrilen Video räumt Fischer ein, dass er 2022 mit einem gefälschten Covid-Impfzertifikat nach China gereist ist. Er bezeichnet sein Verhalten als Fehltritt, entschuldigt sich und verweist darauf, dass er sich ansonsten stets an das geltende Recht gehalten habe. Der Verband stellt sich zunächst hinter Fischer.
April 2026
Beim Verband brennt der Baum, die öffentliche Kritik ist massiv. Swiss Olympic reagiert wegen Fischers Zertifikatsfälschung scharf, der internationale Eishockeyverband IIHF leitet eine Untersuchung ein. Zudem kommt ans Tageslicht, dass Fischer sich zuvor keineswegs stets an das geltende Recht gehalten hatte. Im März 2020 wurde er wegen eines Verkehrsdelikts bereits zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 440 Franken verurteilt.
April 2026
Der Verband gibt dem öffentlichen Druck nach und entlässt Fischer einen Monat vor der Heim-WM. Dieser weilt zu diesem Zeitpunkt anlässlich von zwei WM-Vorbereitungsspielen gegen die Slowakei mit der Nati in Topolcany in der slowakischen Provinz. Cadieux übernimmt in der Folge vorzeitig und führt die Mannschaft an die Heim-WM.
April 2026
Der nach dem Skandal entlassene Fischer reist in die Schweiz zurück und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Dort taucht er erst wieder auf, als er am 31. Mai in Zürich das WM-Finalspiel Schweiz – Finnland (0:1 n.V.) besucht.