Auch Niederreiter warnt
Aus diesen sechs Gründen ist Norwegen für die Nati gefährlich

Der Weg in den dritten WM-Final in Folge führt für die Nati im Halbfinal über Turnier-Überraschung Norwegen. Ein Selbstläufer wird das nicht.
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Nati-Star Nino Niederreiter (l.) warnt nach dem Sieg gegen Schweden vor Norwegen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Norwegen erreicht erstmals WM-Halbfinal nach 2:0-Sieg gegen Lettland
  • Goalie Haukeland glänzt mit drei Shutouts, Genoni führt bei Abwehrquote
  • Norwegens Koblar (18) erzielt sechs Tore, gleichauf mit Kanadas Celebrini
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Im Rausch

Das Turnier begannen die Norweger mit einer 1:2-Niederlage gegen die Slowakei und zwei 4:0-Pflichtsiegen gegen Slowenien sowie Italien unauffällig. Doch nach einem sensationellen Punktgewinn in einem verrückten Match gegen Kanada (5:6 n.V.) spielten sie sich mit grossen Siegen gegen die Topnationen Schweden (3:2) und Tschechien (4:1) sowie den letztjährigen Halbfinalisten Dänemark (4:3 n.V.) in einen Rausch, der sie im Viertelfinal auch zu einem 2:0 gegen Lettland trug. «2013 waren wir in dieser Situation, dass wir plötzlich unerwartet im Halbfinal standen. Daher wissen wir, wie gefährlich ein solcher Gegner sein kann», sagt Nati-Star Nino Niederreiter. Die Schweiz beendete die WM im schwedischen Stockholm damals mit dem ersten Silberwunder. Von einer Medaille träumt jetzt auch Norwegen.

Nichts zu verlieren

Der Druck liegt bei der Schweiz, sie hat bislang alle acht Spiele gewonnen, im Viertelfinal endlich auch Angstgegner Schweden in die Schranken gewiesen und strebt mehr denn je nach Gold. Norwegen kann dagegen unbeschwert aufspielen, mit dem erstmaligen Halbfinal-Einzug haben die Wikinger bereits Geschichte geschrieben, was noch folgt, ist Zugabe. «Wir haben alles zu gewinnen, die Schweiz alles zu verlieren», hält Norwegens Captain Andreas Martinsen fest. Den Nati-Trainer Jan Cadieux lässt die Favoritenrolle dagegen kalt: «Erwartungsdruck begleitet uns seit dem ersten Tag des Turniers. Wir haben gelernt, damit zu leben.»

«Am Schluss hat sicher die bessere Mannschaft gewonnen»
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Nati voller Selbstvertrauen:«Am Schluss hat sicher die bessere Mannschaft gewonnen»

Energiereserven

Letztes Jahr traf die Nati im WM-Halbfinal auf Dänemark, fuhr dort einen 7:0-Kantersieg ein. So gemütlich dürfte es gegen Norwegen nicht werden. Die Dänen verblüfften 2025 zuvor im Viertelfinal mit einem 2:1-Sensationssieg gegen Kanada, nach dem grossen Investment in diesen Coup fehlte dann die Frische – geistig und körperlich. Norwegen dürfte dagegen noch genügend Benzin im Tank haben, es musste im Viertelfinal mit Lettland «nur» einen Gegner auf Augenhöhe besiegen und ist heiss drauf, nochmals einen Grossen zu ärgern. 

Der Genoni Norwegens

Die Schlüsselfigur beim norwegischen Höhenflug ist Goalie Henrik Haukeland. Der 31-Jährige und Nati-Goalie Leonardo Genoni liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Status des besten Keepers des Turniers. In den Abwehrquoten liegt Genoni mit 96,63 Prozent gegenüber Haukelands 95,97 Prozent leicht vorne, bei den Shutouts führt Haukeland gegen Genoni mit 3:2. Haukeland und Genoni verbindet auch, dass sie von der NHL ignoriert wurden. Genoni verbrachte seine ganze Karriere in der Schweiz, Haukeland spielt seit fünf Jahren in Deutschland, aktuell für Straubing. 

Ungemütlich

Die Nati muss sich auf ein sehr physisch geführtes Spiel einstellen. Die norwegische Spielweise ist ähnlich wie jene der Schweden – Stabilität und Struktur wird grossgeschrieben. Erstaunen kann das nicht, denn 18 Spieler genossen mindestens einen Teil ihrer Ausbildung in Schweden, zehn spielen aktuell in Schweden.

Jung und wild

Die Norweger verfügen über eine junge, wilde Equipe. Zehn Spieler sind 23 oder jünger, einige gelten als grosse Versprechen. Michael Brandsegg-Nygard (20) debütierte diese Saison für Detroit in der NHL, Noah Steen (21, Tampa), Stian Solberg (20, Anaheim) und die beiden 18-jährigen Mikkel Eriksen (NY Rangers) und Tinus Luc Koblar (Toronto) wurden bereits gedraftet. Koblar, diese Saison in Schweden bei Absteiger Leksand Teamkollege von Andro Kaderli, hat an der WM schon sechs Tore erzielt, damit mehr als jeder Schweizer und gleich viel wie Kanada-Star Macklin Celebrini. «Unsere Jungen bringen enorm viel Energie und Talent ins Team rein», schwärmt Captain Martinsen.

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