Darum gehts
- Prozess gegen rechtsextreme Gruppe Junge Tat startet in Zürich
- Staatsanwaltschaft fordert 15 Monate Haft für zwei Hauptbeschuldigte
- Aktionen zwischen 2022 und 2024 in Zürich, Basel, Winterthur und St. Gallen
Grosse Aufregung vor dem Bezirksgericht Zürich am Freitagmorgen. Es ist der Startschuss für einen bedeutsamen Prozess. Die rechtsextreme Gruppe Junge Tat muss vor Gericht antraben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitgliedern verschiedene Delikte vor, darunter Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Störung der Glaubensfreiheit und Sachbeschädigung.
Vor Beginn des Prozesses findet eine Demo von linken Organisationen vor dem Bezirksgericht statt. Mehrere Dutzend Demonstrierende schwenken Antifa-Fahnen, halten Plakate in die Luft und skandieren Parolen. «Verpisst euch aus unserer Stadt!», schreit ein Mann, als die Angeklagten vor dem Gebäude auftauchen.
Angeklagte haben Parolen mitgebracht
Die angeklagten Mitglieder der Jungen Tat haben ihre eigenen Plakate mitgebracht. Darauf zu lesen sind etwa «#nopridemonth» oder «Familie statt Gender-Ideologie». Eine Mehrheit der Angeklagten erscheint unvermummt vor Gericht. Die Demonstranten reagieren mit einem Sprechchor auf die Plakate: «Alle zusammen gegen den Faschismus!»
Im Zentrum der Anklage stehen Aktionen der Jungen Tat zwischen 2022 und 2024 in Zürich, Basel, Winterthur und St. Gallen, wie SRF schreibt. So sollen sie etwa einen Pride-Gottesdienst verhöhnt und eine Drag-Lesung für Kinder gestört haben.
Für die beiden Hauptbeschuldigten fordert die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von 15 Monaten. Die Rechtsextremen bestreiten einen Grossteil der Vorwürfe und berufen sich auf ihre Meinungsfreiheit.