Südtiroler Physiker (56)
Günther Dissertori wird nächster ETH-Präsident

Auf Antrag des ETH-Rates hat der Bundesrat am Mittwoch Günther Dissertori als künftigen ETH-Präsidenten bestätigt. Der Physiker tritt die Nachfolge von Joël Mesot an. Dienstantritt für Dissertori ist der 1. Januar 2027.
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Die ETH Zürich hat einen neuen Chef.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

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  • Der Bundesrat hat heute Günther Dissertori, den derzeitigen Rektor, zum Nachfolger des derzeitigen Präsidenten der ETH Zürich, Joël Mesot, ernannt. 

  • Dissertori wird am 1. Januar 2027 das Amt des Präsidenten übernehmen. Das Auswahlverfahren für den neuen Rektor wird umgehend eingeleitet.

  • Der Bundesrat und der Präsident des ETH-Rates möchten Joël Mesot für seine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Universität und ihrer Etablierung unter den besten der Welt loben. 

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Marian NadlerRedaktor News

Ein Physiker übernimmt das wichtigste Amt an der ETH Zürich. Den Vorschlag des ETH-Rates, den Teilchenphysiker Günther Dissertori (56) zum Präsidenten zu machen, hat der Bundesrat am Mittwoch angenommen. «Ich danke dem Bundesrat für sein Vertrauen und freue mich darauf, gemeinsam mit dem starken Team des Rektorats, unseren Professorinnen und Professoren sowie allen Mitarbeitern die ETH Zürich weiterhin zu einer weltweit führenden Universität zu machen», zitiert die ETH den Wissenschaftler auf seiner Webseite. Er ist seit 2001 Professor für Teilchenphysik, 2022 wurde er zum Rektor, Vizepräsidenten und Mitglied des Rektorats der ETH Zürich ernannt. 

Seine Arbeit leistete laut Bund «entscheidende Beiträge zur Entdeckung des Higgs-Bosons am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf im Jahr 2012». Neben seinen Beiträgen zur Grundlagenforschung trieb Dissertori auch die Anwendung von Detektortechnologien in der Medizin voran, was zur Gründung eines ETH-Spin-offs führte, das einen kosteneffizienten PET-Scanner für das Gehirn entwickelte. Als Rektor legte er Wert auf die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, beispielsweise im Rahmen des Projekts «Learning Factory» in Zug, das ETH-Studenten mit Industrieunternehmen zusammenbringt. Zudem förderte er das «Student Project House», ein Projekt, das Studenten die Möglichkeit bietet, unternehmerische Fähigkeiten und Innovationsgeist zu entwickeln.

Erfahrener Wissenschaftler wird neuer ETH-Chef

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stand stets im Mittelpunkt von Dissertoris Arbeit. Als Rektor war er für Lehre und Unterricht auf allen Ebenen verantwortlich, einschliesslich der Weiterbildungsangebote der Universität. Laut Bundesrat hat Dissertori in den vergangenen vier Jahren «die strategische Ausrichtung der akademischen Lehre an der ETH Zürich massgeblich geprägt». Darüber hinaus entwickelte Dissertori eine umfassende Vision für die Lehre, stärkte projektbasierte Lehrformate und trieb die strategische Integration von KI in die Curricula aktiv voran. 

Joël Mesot, der bis Ende Dezember Präsident der ETH Zürich bleibt, äusserte sich positiv über die Wahl von Dissertori: «Ich freue mich, dass mein Nachfolger eine so erfahrene Persönlichkeit ist, jemand, der bereits beeindruckende Fähigkeiten in der Leitung wissenschaftlicher und Forschungseinrichtungen bewiesen hat. Als Führungspersönlichkeit ist er empathisch, hat ein Gespür für verschiedene Anliegen und verfügt über politisches Geschick.»

Im März 2025 hatte Mesot bekannt gegeben, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Unter Einbeziehung seiner Zeit als Direktor des PSI von 2008 bis 2018 wird Mesot 18 Jahre in einer Führungsposition im ETH-Bereich und 16 Jahre im ETH-Rat tätig gewesen sein.

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