Streit in Pfaffhausen
Wenn Ares bellt, gibts keine Post

Weil sich der Pöstler vor dessen Hund fürchtet, weigert er sich, einem Zürcher Treuhänder Briefe und Pakete zuzustellen. Trotz eines 1,5 Meter hohen Maschendrahtzauns.
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«In den letzten acht Jahren gab es nie Probleme mit dem Pöstler»: Daniel Lienhard und sein Hund Ares.
Foto: Samuel Schalch

Darum gehts

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Sophie Nussli
Beobachter

Seit acht Jahren gehört Ares zur Familie Lienhard – und bisher hatte niemand ein Problem damit, dass der Hund gelegentlich auf dem umzäunten Grundstück bellt. Seit einigen Wochen ist das anders. Der Treuhänder Daniel Lienhard lebt mit seiner Familie und Ares in einem Einfamilienhaus im zürcherischen Pfaffhausen, in dem er auch sein Büro betreibt. Und dort landeten plötzlich keine Briefe und Pakete mehr im Briefkasten.

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Als Treuhänder ist Lienhard jedoch beruflich wie privat auf eine funktionierende Postzustellung angewiesen. Er wandte sich deshalb an die Poststelle der Gemeinde. Dort teilte man ihm mit, dass ein Mitarbeiter sich wegen des bellenden Hundes unsicher gefühlt habe.

Jahrelang kein Problem – jetzt stoppt die Post wegen des Hundes

Auf Anfrage des Beobachters teilte die Medienstelle der Post mit, dass sich in letzter Zeit «mehrere Post-Mitarbeitende» aufgrund von Ares’ Verhalten während der Zustellung verunsichert gefühlt hätten. Der Hund belle sie stark an. Die Sicherheit der Mitarbeitenden müsse gewährleistet sein, erklärt Mediensprecher Stefan Dauner.

Für Lienhard ist die Situation nicht nachvollziehbar: «In den acht Jahren, in denen Ares bei uns lebt, hat es nie Probleme mit dem Pöstler gegeben», sagt er. Das gesamte Grundstück ist von einem 1,5 Meter hohen Maschendrahtzaun umgeben, und der Briefkasten steht gut erreichbar an der Grundstückgrenze. Weil die Situation seit Jahren unverändert ist, stossen die plötzlichen Sicherheitsbedenken bei ihm auf Unverständnis. 

Ein 1,5 Meter hoher Maschendrahtzaun trennt den Briefkasten (hinten rechts) und den Garten.
Foto: Samuel Schalch

Post fordert zweiten Zaun – Hausbesitzer lehnt ab

Seiner Beobachtung nach habe sich das Problem erst mit einem neuen Zusteller ergeben, sagt Lienhard: «Der neue Postbote muss eine Hundephobie haben. Das tut mir leid, aber es gehört nun mal zu seinem Job, auch zu Häusern zu liefern, in denen ein Hund lebt.»

Um die Situation zu entschärfen, schlägt die Post zwei Lösungen vor: Eine zusätzliche Absperrung hinter dem Zaun soll verhindern, dass sich Ares unmittelbar beim Briefkasten aufhalten kann. Alternativ könnte der Briefkasten auf die andere Seite des Parkplatzes versetzt werden. Kommt bis Ende August keine Einigung zustande, werden Lienhards Sendungen ab September nicht mehr nach Hause geliefert, sondern in einer Postfiliale zur Abholung bereitgestellt.

Für Lienhard sind diese beiden Vorschläge inakzeptabel. Den Garten zusätzlich zu unterteilen, hält er für unpraktisch: «Was wäre dann mit der Garten- und Baumpflege? Muss ich dafür dann über die zusätzliche Absperrung klettern?» Auch der Briefkasten lasse sich nicht einfach versetzen. Er befinde sich dort, wo er den Vorgaben des Bauamts entspricht.

Daniel Lienhard und Caroline Shaddock führen gemeinsam das Treuhandbüro.
Foto: Samuel Schalch

Einigung in letzter Minute

Am 1. September kommt es schliesslich doch noch zu einer Lösung. Zwei Mitarbeiter der Post begutachten die Situation vor Ort und halten den Zaun für grundsätzlich sicher. Sie schlagen jedoch vor, eine kleine Lücke zwischen dem Zaun und der angrenzenden Holzwand mit einer Holzkonstruktion zu schliessen. So soll verhindert werden, dass Ares seine Schnauze hindurchstecken kann.

Lienhard hält das zusätzliche Holz für unnötig: «Ares kriegt seinen Kopf durch diese kleine, acht Zentimeter breite Lücke nicht einmal durch.» Zudem empfindet er den entstandenen Aufwand mit all den E-Mails und Telefonaten als unverhältnismässig. Er montiere die Platte aber trotzdem: lieber das Holz am Zaun als die Post auf der Filiale.

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