Darum gehts
- Vater aus Bonstetten besorgt über gefährliche Betonplatten an Schulhausfassade
- Seit über einem Monat nur provisorische Befestigung, Brocken fallen bereits heraus
- Hunderte Kinder täglich gefährdet, darunter Reisers sechsjährige Söhne
Kurz vor zwölf Uhr mittags. Die Schulglocke klingelt, Türen fliegen auf, und lachende Kinder strömen auf den Pausenhof. Sie rennen, spielen, drängen sich an der Fassade des Schulhauses vorbei – genau dort, wo aktuell Betonplatten für Unruhe sorgen.
Fabio Reiser (35) aus Bonstetten ZH hat Angst. Er fürchtet, dass mehrere Betonwände an der Fassade des Schulhauses auf spielende Kindergärtner und Schüler herunterstürzen könnten. Im Gebäude befinden sich ein Chindsgi und eine Schule. Und sie sind in Gefahr, ist Reiser sicher. «Ich habe Angst, meine Söhne in die Schule zu schicken», sagt der Zürcher zu Blick.
«Die ganze Statik erscheint mir instabil»
Seine Angst kommt nicht von ungefähr. Seit über einem Monat sind Risse in den Betonplatten sichtbar. Punktuell fielen einzelne Betonstücke in den Ecken heraus. Die Fassade des Schulhauses 4 wurde mit Schraubzwingen und Holzlatten provisorisch vertikal gesichert. «Die ganze Statik erscheint mir instabil», so Reiser.
Bei einem Rundgang über den Schulhof sind ihm Unregelmässigkeiten im tragenden Sims aufgefallen. Und der Coiffeur fragt sich: Ist das Fundament zu schwach, um die Platten zu tragen?
Die Gemeinde habe ihm versichert, dass jemand die Konstruktion angeschaut habe. Doch: «Nichts ist passiert.» Für Reiser ist das unverständlich. «Unzählige Kinder spielen täglich dort, wo bereits Brocken heruntergefallen sind. Das ist ein Risiko, wir müssen die Katastrophe verhindern.»
Es wurden Risse festgestellt
Das Schulhaus wurde erst vor fünf Jahren gebaut. Weshalb müssen die Platten nun bereits zusätzlich gesichert werden?
Die Schule verweist auf Anfrage von Blick auf die Gemeinde. Zuständig ist Many Malis, Vorsitzender der Geschäftsleitung Abteilungsleitung Bau. Und er erklärt: «Im Zusammenhang mit einer geplanten Fassadensanierung und vorgesehenen Anpassungen an der Beschattung wurden bei einer Begehung an einzelnen Betonelementen Risse festgestellt.»
«Es besteht kein Sicherheitsrisiko»
Abklärungen eines Sachverständigen hätten ergeben, dass diese keine akute Gefährdung für Personen darstellen. «Es sind trotzdem freiwillig zusätzliche Sicherungsmassnamen ergriffen worden. Die angesprochenen Sicherungen bestehen seit Februar 2026.»
Ausserdem werde die Situation ständig beobachtet und kontrolliert, so Malis. Er betont: «Nach heutigem Kenntnisstand besteht kein Sicherheitsrisiko.» Also alles gut? Für Papa Reiser reicht das nicht. Er hat weiterhin Angst, um die Kinder. «Die Gemeinde spielt mit dem Risiko.»