Ex-Museumsbetreiber Vincent Escriba aus Gossau ZH gibt Sammlung ab
Indigene Artefakte gehen nach Kanada zurück

Im vergangenen Jahr hat Vincent Escriba sein Indian Land Museum in Gossau ZH zugemacht. Häuptlinge aus Kanada besuchten damals die Sammlung. Tausende indigene Artefakte sollen jetzt zurück in ihre Heimat Nordamerika wandern.
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Die Sammlung von Vincent Escriba umfasst Tausende Stücke.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vincent Escriba verkauft Artefaktsammlung an Gruppe von Indigenen in Kanada
  • Schweizer Museen lehnten Sammlung ab, trotz zweistelligen Millionenwerts der Objekte
  • Escriba betrieb Museum jahrzehntelang, bald soll endgültig Schluss sein
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Marian NadlerRedaktor News

Ende 2025 machte das von Vincent Escriba (67) betriebene Indian Land Museum in Gossau ZH nach 32 Jahren zu. Für seine weltweit einzigartige Sammlung indigener Artefakte hat der Liebhaber und Kenner nordamerikanischer Kulturen nun offenbar Interessenten gefunden.

Tausende von zeremoniellen und historischen Gegenständen sollen an eine Gruppe indigener Völker aus Kanada gehen. Aktuell sind gleich drei Lagerräume mit diversen Kostbarkeiten, darunter Mokassins, Waffen und Kleidung, belegt. Einen entsprechenden Bericht des kanadischen TV-Senders Global News bestätigt Escriba gegenüber Blick.

Stammesführer kamen aus Kanada

Vertreter des in der kanadischen Provinz Manitoba ansässigen indigenen Projekts «Bringing Them Home» haben das Museum im vergangenen Jahr für drei Tage besucht. «Darunter waren auch fünf Häuptlinge», erklärt Escriba. Sie sind ernsthaft an einer Rückführung interessiert.

Der Wert der Sammlung dürfte im Bereich eines zweistelligen Millionenbetrags liegen. Escriba selbst will nicht über den Preis spekulieren. Ein Gutachter soll die früheren Exponate noch schätzen. «Es kommen auch noch Transport- und andere Kosten hinzu», so Escriba.

Die meisten Gegenstände stammen von den Dakota-, Lakota-, Ojibway- und Cree-Nationen in Kanada und den amerikanischen Prärien. Einige stammen von den Haida aus British Columbia.

Schweizer Museen lehnten Kauf ab

Escriba hat seine Sammlung auch diversen Schweizer Museen angeboten. Es kamen allerdings nur Absagen. Man wurde sich nicht einig.

Oft sei eine umfangreiche Dokumentation gefordert worden. Nicht ganz leicht bei Objekten, die Hunderte Jahre alt sind, macht Escriba klar. «Schade, dass niemand Interesse hat», meint Escriba enttäuscht. «Jetzt gehen die Sachen über den Teich.»

Ein weiterer möglicher Grund für das mangelnde Interesse in der Schweiz: Museen und private Sammler sehen sich seit einiger Zeit zunehmendem Druck ausgesetzt. Forderungen, während der Kolonialisierung geraubte indigene Kulturgüter zurückzugeben, werden immer lauter und häufiger geäussert. Der Vatikan gab erst im Dezember vergangenen Jahres über 60 Objekte nach Kanada zurück.

Vincent Escriba geht in den Ruhestand

Das Indian Land Museum war über drei Jahrzehnte geöffnet. In dieser Zeit bereiste Escriba 50-mal den nordamerikanischen Kontinent. Escriba meint: «Es gibt keinen Nachfolger und auch keine Nachkommen. Das Museum hat mir viel bedeutet, aber jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mich von den Trouvaillen zu verabschieden und loszulassen.»

Escriba ist zuversichtlich, dass die kostbaren Objekte als ganze Sammlung bald in ihre Heimat zurückkehren können. Er möchte sie nicht als Einzeltrophäen in Auktionshäusern oder zum Verkauf anbieten. Es wäre auch in seinem Sinn, dass die indigene Museumssammlung heimkehren kann. Die Verhandlungen und Bemühungen um die Rückführung und den Verkauf der Sammlung sind im Gang.

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