Darum gehts
- Albanifest in Winterthur: 143 Patienten und Chaos nach Pfefferspray-Angriff
- 23 Verletzte durch Pfefferspray, drei Personen mussten ins Spital
- 50 Bussen, 25 Verzeigungen, zwölf Patienten mehr als 2025
Am Freitag startete das 53. Albanifest in Winterthur noch friedlich. Die Stadtpolizei brachte ein vermisstes Kind zurück zu den Eltern, hie und da gab es kleinere Einsätze wegen Betrunkenen. Doch in der Nacht auf Sonntag wendete sich das Blatt komplett: Die Einsatzkräfte mussten wegen Streitigkeiten, Bedrohungen und Schlägereien ausrücken. Meistens war dabei zu viel Alkohol im Spiel.
Ein Krimineller schlug einen Mann nieder und raubte ihm seine Luxusuhr im Wert von mehreren Tausend Franken. Das Opfer erstattete Anzeige. Ausserdem verhaftete die Polizei zwei mutmassliche Drogendealer und ermittelte wegen einer Beinverletzung, die vermutlich durch eine Luftpistole verursacht worden war.
Menge randalierte nach Pfefferspray-Angriff
Für den grössten Sanitätsdienst-Einsatz sorgten Unbekannte: Sie sprühten mitten in einer dichten Menschenmenge mit Pfefferspray um sich. Es brach Chaos aus. 23 Personen erlitten heftige Augenreizungen und Atemprobleme, drei von ihnen mussten ins Spital gefahren werden. Die Stimmung in der Masse kochte derart hoch, dass die Polizei sogar den Sanitätsposten vor aggressiven Festbesuchern schützen musste.
Insgesamt versorgten die Sanitäter bis zum Sonntagmorgen 143 Patienten – zwölf mehr als im Vorjahr. 14 Personen mussten ins Spital. Trotz der schwülen Hitze registrierten die Retter keine lebensbedrohlichen Notfälle. Es blieb meist bei Schnittwunden, Prellungen und Kreislaufproblemen.
Drohnen-Sünder und laute Autos
Auch die Verkehrs- und Luftpolizei hatte alle Hände voll zu tun: Über dem Festgelände sichteten die Beamten mehrere illegale Drohnenflüge. Bei Verkehrskontrollen rund um das Areal hagelte es 50 Ordnungsbussen und 25 Verzeigungen – vor allem wegen illegalem Auto-Tuning und Lärm-Posern.
Bereits vor dem Fest hatten Zivilschützer Betonblockaden aufgestellt und Lampen im Stadtgarten installiert. Wegen der schwülen Temperaturen beriet die Feuerwehr die Festleitung zudem bezüglich Abkühlungs-Zonen («Cooling Spots»). Ernstfalleinsätze hatte die Feuerwehr am Fest selbst keine zu verzeichnen. Die Zusammenarbeit aller Rettungskräfte funktionierte laut den Verantwortlichen einwandfrei.