Neuer Test
Zürcher Forscher entlarven Übermüdung im Speichel

Einem Forschungsteam der Universität Zürich ist es gelungen, zehn Biomarker für Übermüdung zu identifizieren. In einer gross angelegten internationalen Studie soll nun ein Schnelltest für den Nachweis entwickelt werden.
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Die Gefahren von Schlafmangel, insbesondere im Strassenverkehr, sind längst bekannt. Übermüdung war bis jetzt jedoch nicht nachweisbar.
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Uni Zürich entdeckt Speichel-Biomarker, um Schlafmangel erstmals nachweisbar zu machen
  • Studie analysierte 20 Männer und fand 10 spezifische Biomarker unter Tausenden
  • Übermüdete Fahrer: Unfallrisiko bis zu 8-fach erhöht, Strafen bis 3 Jahre
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Wer zu wenig geschlafen hat, ist eine Gefahr für sich selbst und für andere. So haben übermüdete Mitarbeiter laut der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ein doppelt so hohes Risiko zu verunfallen – im Strassenverkehr steige das Unfallrisiko sogar bis aufs Achtfache. Die verheerenden Folgen von akutem Schlafmangel sind längst bekannt. Bis jetzt gab es jedoch keine zuverlässige Methode, um Übermüdung nachzuweisen. 

Das könnte sich nun ändern. Ein Forschungsteam der Universität Zürich fand einen Weg, um Schlafmangel bei Testpersonen anhand ihres Speichels festzustellen. Wie es in der Mitteilung heisst, wurden insgesamt zehn Biomarker entdeckt, die auch unter alltagsnahen Bedingungen eindeutige Ergebnisse liefern. 

Biomarker wurden mit KI gefunden

Laut Michael Scholz, dem Hauptautor der Studie, war es eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Denn rund zehn Prozent aller Biomoleküle im Speichel werden durch starken Schlafmangel beeinflusst: «Die Herausforderung lag darin, aus Zehntausenden Molekülen genau diejenigen herauszufiltern, die Übermüdung zuverlässig anzeigen.»

Insgesamt wurde der Speichel von 20 jungen Männern mehrfach untersucht. Die Männer, die normalerweise sieben bis acht Stunden pro Nacht schlafen, änderten dafür ihre Schlafroutine. In zufälliger Reihenfolge mussten sie während einer Nacht komplett auf Schlaf verzichten und vier Nächte lang zwei Stunden später ins Bett. Zudem wurde eine Kontrollprobe unter normalen Bedingungen genommen.

Anschliessend analysierte das Team die Speichelproben im Massenspektrometer. Mithilfe von KI konnten die Forscher molekulare Muster erkennen, die auf Schlafentzug hinwiesen. Bei den Ergebnissen handelt es sich laut Thomas Krämer vom Institut für Rechtsmedizin um «einen Meilenstein für die forensische Forschung». 

Schnelltest soll Strassenverkehr sicherer machen

Ob das bereits patentierte Biomarker-Set auch im realen Alltag, etwa im Zusammenhang mit Alkohol oder Medikamenten, standhält, soll nun mit einer gross angelegten internationalen Feldstudie geprüft werden. Langfristig könnte ein Schnelltest entwickelt werden, der bei Verkehrskontrollen oder in bestimmten Berufen zum Einsatz kommt. 

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Auch ohne Test ist das Gesetz eindeutig: Wer übermüdet ein Fahrzeug lenkt, macht sich strafbar. Neben einer Busse drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren sowie ein Führerausweisentzug von mindestens drei Monaten. Zudem bezahlen Unfallversicherungen meist keine Schäden, die durch Schlafmangel entstanden sind. 

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