Darum gehts
- Ein Fischer fing am 6. Oktober drei seltene Nasen im Zugersee und liess sie sofort wieder frei
- Die Nase galt im Zugersee als ausgestorben, bedroht ist sie durch Barrieren und Laichplatzverlust
- Seit Beginn des 21. Jahrhunderts kamen mehrere Tierarten zurück oder wurden neu angesiedelt
Gleich drei Exemplare der seltenen Fischart Nase sind nach Angaben des Zuger Amts für Wald und Wild im Zugersee aufgetaucht. Das teilte die Behörde jetzt in einer Medienmitteilung mit. Ein Fischer fing am 6. Oktober drei Exemplare der gefährdeten Art.
Der Fischer liess die Tiere sofort wieder frei und meldete den aussergewöhnlichen Fang mit Fotos dem Amt für Wald und Wild. Fachleute gingen laut Mitteilung eigentlich davon aus, dass die Nase im Zugersee ausgestorben ist. «Dass wir nach so vielen Jahren wieder Nasen im Zugersee nachweisen können, ist eine kleine Sensation», freut sich Beda Schlumpf, Abteilungsleiter Fischerei und Jagd beim Amt für Wald und Wild. «Der Fund zeigt, dass seltene Fischarten manchmal unbemerkt überleben können. Er erinnert aber auch daran, wie wichtig intakte und vernetzte Gewässer sind.»
Darum ist die Nase so selten geworden
Früher war die Nase in vielen Schweizer Flüssen weit verbreitet. Heute ist sie vom Aussterben bedroht und steht unter strengem Schutz. Gründe für ihren Rückgang sind insbesondere Wanderhindernisse wie Kraftwerke und Wehre sowie der Verlust geeigneter Laichplätze.
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sind diverse Tierarten, die als ausgestorben galten, in die Schweiz zurückgekehrt oder wurden neu angesiedelt. Blick listet einige von ihnen auf.
Bären
Etwas mehr als hundert Jahre dauerte es nach dem Tod des letzten Schweizer Bären im September 1904 im Unterengadin, bis ein neuer Bär in die Schweiz zurückkehrte. Das schreibt das SRF.
2005 war es soweit. Seit der Rückkehr dieses einzelnen Tieres sind immer wieder junge männliche Bären aus Italien in die Schweiz eingewandert. Zwei Bären mussten aufgrund ihrer geringen Scheu erlegt werden, ein weiterer wurde von einem Zug erwischt. Eine dauerhafte Population gibt es bisher nicht.
Bartgeier
Bartgeier waren Ende des 19. Jahrhunderts in den Schweizer Alpen vollständig ausgerottet. Seit 1991 wildert die Stiftung Pro Bartgeier die Vögel wieder aus – mit Erfolg. Der Bestand wächst stetig. Bis ins Jahr 2025 sind laut der Stiftung im gesamten Alpenraum 589 wild geschlüpfte Bartgeier ausgeflogen – davon 213 Jungtiere in der Schweiz. 30 junge Bartgeier kamen laut SRF in diesem Jahr bisher dazu.
Fischadler
1914 wurde das letzte Fischadler-Brutpaar in der Schweiz dokumentiert. Anschliessend verschwand die Greifvogelart, wie die Stiftung Pro Artenvielfalt auf ihrer Webseite schreibt.
2015 riefen die Stiftung Pro Artenvielfalt und die Westschweizer Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz «Nos Oiseaux» die «Projektgruppe Fischadler-Wiederansiedlung» ins Leben. Seit Beginn dieses Projekts wurden insgesamt 62 Fischadler-Küken in die Schweiz gebracht und ausgewildert. Mit Stand August 2026 konnte die Schweiz sich im Rahmen des Projekts auch über drei junge Fischadler freuen, die nach über 100 Jahren wieder hierzulande geschlüpft sind.
Europäische Sumpfschildkröte
Kurz vor dem Aussterben stand Anfang der 2000er-Jahre auch die Europäische Sumpfschildkröte. Vor 2010 gab es laut der Stiftung info fauna nur noch eine grössere Population im Kanton Genf. Seitdem haben in den Kantonen Genf, Neuenburg und Tessin Wiederansiedlungen stattgefunden. Allein im Gebiet Plan-du-Rhône bei Dardagny GE wurden seitdem 378 Tiere, darunter 229 Jungtiere, freigelassen.
Trotzdem ist die als heimisch zu betrachtende Population weiterhin klein und besiedelt nur einige Hundert Hektare. Im Sommer 2025 wurden etwa 60 Tiere im Naturschutzgebiet in Cheyres FR ausgesetzt, diesen Sommer folgten 50 weitere Sumpfschildkröten.