Pro Person 200 Franken weniger
Luzerner Neubau-Siedlung lockt mit speziellem Miet-Rabatt

Eine 4,5-Zimmer-Wohnung für nur 2340 Franken? In Luzern macht die Wohnbaugenossenschaft WBG Familien mit Kindern das Leben günstiger – dank eines einzigartigen Mietsystems mit Rabatten pro Haushaltsmitglied. Das Modell könnte schweizweit Schule machen.
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In der Siedlung Libellenhof in Luzern ist die Miete günstiger, wenn mehrere Personen in einer Wohnung leben.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Wohnbaugenossenschaft Luzern senkt Mieten für grosse Familien im Libellenhof
  • Pro zusätzlicher Person gibt es 200 Fr. Mietrabatt pro Monat
  • 90 Prozent der 4,5-Zimmer-Wohnungen sind bereits von Familien belegt
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Wohnraum ist knapp in der Schweiz – und teuer dazu. Die Schere zwischen Bestandsmiete und Angebotsmieten geht immer weiter auf. Langjährige Mieter zahlen bis zu 50 Prozent weniger als Neumieter, zeigt eine aktuelle ZKB-Studie. Das führt dazu, dass viele Mieterinnen und Mieter länger in ihren Wohnungen bleiben, weil sie vom sogenannten Verweilbonus profitieren wollen. Auch wenn ihnen die Bleibe längst zu gross ist, weil etwa die Kinder ausgezogen sind. Das wiederum führt dazu, dass junge Familien keine geeigneten Wohnungen finden. Ein Teufelskreis.

Da sind neue Ideen gefragt. Zum Beispiel diese: Je grösser die Familie, desto tiefer die Miete. Mit diesem schweizweit einzigartigen Modell will die Wohnbaugenossenschaft Luzern (WBG) Familien entlasten und Wohnraum besser nutzen. In der neuen Überbauung «Libellenhof» mit 100 Wohnungen zahlen grosse Haushalte deutlich weniger als Singles oder Paare. Konkret: Pro zusätzliche Person im Haushalt gibt es einen Mietrabatt von 200 Franken pro Monat, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet.

2340 Franken für fünf Personen

Das Prinzip ist bestechend einfach: Wer allein in einer grossen Wohnung lebt, bezahlt den vollen Mietzins. Zieht dagegen eine Familie ein, sinkt der Preis. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung kostet beispielsweise für eine Einzelperson 3140 Franken pro Monat. Ein Paar bezahlt 2940 Franken, eine vierköpfige Familie nur noch 2540 Franken und eine fünfköpfige Familie 2340 Franken.

Mit dem Modell will die Genossenschaft erreichen, dass grosse Wohnungen möglichst auch von Familien mit Kindern genutzt werden. Gleichzeitig sollen Bewohner später innerhalb der Siedlung einfacher in kleinere Wohnungen wechseln können, wenn die Kinder ausziehen. Der sogenannte Belegungszuschuss wird jedes Jahr neu berechnet. Ändert sich die Zahl der Bewohner, verändert sich auch die Miete. Ziehen die Kinder aus, steigt der Mietzins für die Eltern – es sei denn, sie wechseln in eine kleinere Wohnung.

Die Wohnbaugenossenschaft spricht von einem «Lebensmobilitätsmodell». Ziel sei es, Wohnraum gerechter zu verteilen und die Wohnfläche pro Person zu reduzieren. Laut WBG-Präsident Andreas Bucher gibt es ein solches Mietsystem in dieser Form bisher nirgends in der Schweiz. Das Interesse ist bereits riesig. Nur eine Woche nach dem Vermarktungsstart seien die meisten grossen Familienwohnungen vergeben. 90 Prozent der 4,5-Zimmer-Wohnungen gingen bereits an Familien. Gut möglich also, dass dieses spezielle Rabattmodell bald schweizweit Schule macht.

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