Gravierende Baumängel
In Zürich stehen 37 günstige Wohnungen seit Monaten leer

Wegen Baumängeln kann eine ganze Siedlung in Zürich-Wollishofen nicht vermietet werden. Weil die Gebäudehülle undicht ist, fehlt das Minergie-Zertifikat. Die Baugenossenschaft St. Jakob musste radikal nachbessern. Und auch frisch verlegtes Parkett wieder entfernen.
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An der Thujastrasse in Zürich-Wollishofen stehen 37 neue Wohnungen leer.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Zürich stehen 37 günstige Wohnungen wegen Baumängeln seit 2025 leer
  • Gravierende Lecks in der Gebäudehülle verhindern Minergie-Zertifikat und Vermietung
  • Erste Mieter könnten nun ab Mai einziehen
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

In Zürich gehen leere Wohnungen weg wie warme Weggli! Wohnraum ist knapp, bezahlbare Wohnungen sind heiss begehrt. Nur Objekte im Hochpreis-Segment stehen länger leer. So etwa in der Neubausiedlung «Living Eleven» in Oerlikon, wo 34 Wohnungen noch nicht vermietet sind. Ein 2,5-Zimmer-Appartement kostet in der Neubausiedlung stolze 5520 Franken! Oder wie im Hochhaus «Sphinx» am Fusse des Triemlispitals. Im Neubau kostet eine 1-Zimmer-Wohnung 3000 Franken monatlich. Die Folge des Mietzins-Irrsinns: Ein Fünftel des Hochhauses steht noch leer.

Einen Leerstand der speziellen Sorte gibts in Zürich-Wollishofen. 37 neue, günstige Wohnungen stehen an der Thujastrasse schon seit fast einem Jahr leer, wie die NZZ berichtet. Die beiden modernen Mehrfamilienhäuser hätten bereits im Frühsommer 2025 vermietet werden sollen. Doch bis heute hat dort kein einziger Mieter seine Zügelkartons ausgepackt. Grund ist ein gravierender Baumangel: Die Gebäudehülle ist nicht dicht. Die Folge: Wärmeenergie geht verloren. Das Minergie-Zertifikat gibts so natürlich nicht.

Parkett wieder herausgerissen

Für die Baugenossenschaft St. Jakob ist das ein Desaster. Die Häuser sollten nach dem strengen Minergie-P-Eco-Standard gebaut werden – doch genau dieser Anspruch wurde zum Problem. Die Suche nach den Lecks zog sich monatelang hin. Am Ende blieb nur ein radikaler Schritt: Bereits fertige Wohnungen wurden wieder in den Zustand des Rohbaus zurückversetzt. Ein massiver Eingriff, so wurde etwa das frisch verlegte Parkett wieder entfernt. Erst so konnte die Ursache gefunden werden.

Dabei wäre ein Bezug theoretisch längst möglich gewesen – auch ohne das Minergie-Zertifikat. Doch die Baugenossenschaft St. Jakob wollte die Fördergelder nicht riskieren und entschied sich deshalb gegen eine frühere Vermietung, wie die NZZ weiss. Als wäre das nicht genug, kam auch noch eine Panne bei der Stadt Zürich hinzu: Die Bezugsbewilligung lag offenbar wochenlang herum. Erst kurz vor Ostern traf sie ein. Jetzt soll es endlich vorwärtsgehen: Erste Mieter könnten ab Mai einziehen. Für das zweite Gebäude dürfte es noch bis Herbst dauern.

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