Darum gehts
- Jonas Lauwiner versteigert den umstrittenen Rosenweg in Geuensee ab 11. März
- Erlös von mindestens 5000 Franken geht an die Kinderkrebshilfe Schweiz
- Lauwiner besitzt 150 Grundstücke
Wenn es dem König gut geht, fällt vielleicht auch etwas für das Volk ab. So könnte man zumindest die aktuelle Aktion von Jonas Lauwiner (31) deuten. Der selbst ernannte «König der Schweiz» bietet den Rosenweg in Geuensee LU zur Auktion an – die Anwohner waren nach seinem Kauf im vergangenen Jahr auf die Barrikaden gegangen. Die Versteigerung startet am 11. März und dauert 30 Tage. Der gesamte Erlös soll an die Kinderkrebshilfe Schweiz gehen. Das Startgebot liegt bei 5000 Franken.
Lauwiner hat nach eigenen Angaben bislang rund 150 Grundstücke erworben – darunter auch den herrenlosen Rosenweg in Geuensee. Sein «königliches» System: Er durchforstet Grundbücher und lässt sich für geringe Gebühren als Eigentümer eintragen – ein Vorgehen, das in Kantonen wie Luzern legal ist.
Die Gemeinde wollte die Parzelle zuerst selbst übernehmen, doch «Seine Hoheit» war schneller. Anwohner reagierten empört, als er für den Rosenweg bis zu 150’000 Franken verlangte und mit Rechnungen für Wegrechte drohte. Lauwiner sieht sich dagegen als Unternehmer: «Es gibt keine besseren Schuldner als Hauseigentümer.»
Warum die Auktion?
Will der «König» den Anwohnern mit der Auktion eins auswischen? «Ich habe in den letzten Jahren viel gewonnen. Jetzt muss ich auch mal etwas zurückgeben. Diese Strasse in Geuensee ist ein Anfang», sagt Lauwiner zu Blick. Mit dem Startgebot von 5000 Franken liegt der Preis deutlich unter seiner ursprünglichen Forderung. Allerdings zeigen Erfahrungen mit Onlineauktionen: Bieterwettkämpfe können den Preis schnell nach oben treiben.
Für Lauwiner ist die Sache klar: «Jetzt können die Leute zeigen, wie viel ihnen die Strasse wert ist. Wenn niemand etwas bezahlt, sieht man einfach, wie geizig diese Hauseigentümer dort sind.» Bei rund 25 Wohneinheiten rechne er mit etwa 200 Franken pro Person. Dass er die Aktion öffentlich mache, sei Absicht: «Damit möglichst viele bieten.»
Ob weitere Grundstücke versteigert werden könnten, lässt er offen: «Vielleicht. Aber ich kann nicht alles verschenken.» Und falls die Auktion floppt? «Dann lasse ich es und mache es anders.»
Warum ausgerechnet Kinderkrebshilfe?
Der gesamte Erlös soll an die Kinderkrebshilfe Schweiz gehen. Lauwiner begründet die Wahl persönlich: «Meine Oma hatte Krebs, als sie 55 war. Bei Kindern ist das natürlich noch schlimmer.» Seine Schweizer Grossmutter starb, als er ein Jahr alt war. «Darum ist das ein sehr guter Zweck – und das Geld bleibt in der Schweiz.»
Kritik an seiner Person lässt Lauwiner, ganz wie es sich für einen König gehört, ironisch an seinem Hermelin abperlen: «Ja, ich bin ja der geldgierige König, der sich alles unter den Nagel reisst.» Er zieht einen Vergleich zu Bill Gates: «Dem sagt man auch nach, er verfolge seine eigenen Ziele.»
«Tut erst einmal selbst etwas Gutes»
Sein Hauptargument: «Es geht mir nicht ums Geld. Viele glauben, ich würde mich bereichern.» Für Kritiker hat er dennoch eine klare Botschaft: «Nichts tun und kritisieren ist leicht. Denen sage ich: Tut erst einmal selbst etwas Gutes – dann könnt ihr auch schlecht reden.»
Am Ende des Gesprächs kommt Lauwiner ein bisschen von seinem königlichen Kurs ab, wird geradezu diplomatisch: «Du kannst es einfach nicht allen recht machen. Es wird immer Leute geben, die das, was du machst, nicht gut finden. Damit muss ich wohl leben.»