Hier löscht Ibrahim Selimi (41) den Balkon-Brand
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Altersheim in Pfäffikon SZ:Hier löscht Ibrahim Selimi (41) den Balkon-Brand

Das Altersheim in Pfäffikon SZ brennt – Ibrahim Selimi (41) greift zum Gartenschlauch
«Ich musste rasch handeln, um die Senioren zu retten»

Drama in Pfäffikon SZ: Ein Feuer auf dem Balkon des Altersheims Roswitha hat am Sonntag für Panik gesorgt. Ibrahim Selimi (41) löscht die Flammen mit einem Gartenschlauch und verhindert Schlimmeres. Zwei Frauen mussten laut der Polizei ins Spital zur Kontrolle.
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Hier ist zu sehen, wie Ibrahim Selimi (41) zum Gartenschlauch griff und das Feuer auf dem Balkon löschte.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Paar löscht am 11. Januar Balkonbrand in Pflegezentrum Pfäffikon SZ
  • Ibrahim Selimi nutzte Gartenschlauch, um Brand vor Feuerwehr zu löschen
  • Zwei Frauen (45, 61) wurden wegen Rauchvergiftung ins Spital gebracht
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Qendresa LlugiqiReporterin News

Ibrahim Selimi (41) und seine Ehefrau Fatlinda (38) räumen am Sonntagnachmittag gerade Schnee vor Wohnblöcken rund um die Etzelstrasse in Pfäffikon SZ. Mit ihrer eigenen Hauswartungsfirma – der Selimi AG. Sie streuen Salz, sorgen für sichere Wege. Bis anhin ein normaler Arbeitstag für das Paar.

«Irgendwann nahm ich den Geruch von etwas Verbranntem wahr, dachte mir aber zunächst nichts dabei», sagt Ibrahim Selimi, als Blick das Paar am Mittwochmorgen kontaktiert.

Feuer auf dem Balkon

Etwa gegen 15.30 Uhr läuft Selimi in Richtung eines Parkplatzes, wo auch sein Transporter steht. «Eigentlich wollte ich nur nachsehen, ob wir dort auch noch Schnee räumen müssen. Doch dann sah ich das Feuer auf dem Balkon des Pflegezentrums Roswitha», sagt er. Die Flammen waren schon etwa einen Meter hoch. «Ich rief meine Frau, dass sie schnell kommen soll, weil es beim Altersheim brennt.»

Während seine Frau ihm zur Hilfe eilt, verständigt sie die Polizei. «Danach rannte ich los, um auch das Personal des Altersheims über den Balkonbrand und die Mitarbeiter des Restaurants zu informieren», sagt seine Ehefrau Fatlinda Selimi.

Rundherum bricht Panik aus, Anwohner kommen hinzu. Doch Ibrahim Selimi kann sich nur noch auf das Feuer fokussieren. «Ich wusste, ich muss rasch handeln, um die Senioren zu retten, da sie sich vielleicht nicht so einfach selbst helfen können.»

Zunächst versucht er, das Feuer mit Schnee zu löschen – vergebens! «Ich konnte nicht klar denken», sagt der Hauswart. «Dann aber fiel mir ein, dass ich im Transporter einen Gartenschlauch hatte. Also rannte ich los und holte diesen.»

Während sich Ibrahim Selimi mit dem Schlauch etwas in die Höhe begibt, um überhaupt an die Feuerstelle heranzukommen, dreht Partnerin Fatlinda den Wasserhahn auf – eine möglicherweise lebensrettende Aktion.

«Gehen Sie rein!»

In einem Video von Fatlinda Selimi ist etwa zu sehen, wie eine Heimbewohnerin einen Balkon auf dem oberen Stockwerk betritt. Sie ruft der Seniorin zu: «Gehen Sie rein, es brennt!» Auch andere Stimmen sind zu hören, die die Frau vor dem Feuer und dem Rauch warnen.

Ibrahim Selimi schafft es, das Feuer mit einem einfachen Gartenschlauch zu löschen, bevor die Feuerwehr überhaupt eintrifft. Ohne seine Besonnenheit, wären die Schäden wohl deutlich schlimmer gewesen. Als Held sieht er sich trotz seines Einsatzes nicht: «Ich habe nur das getan, was nötig war!»

Die Kantonspolizei Schwyz informierte bereits am Montag über den Brand. Am Sonntag um 15.40 Uhr ging der Notruf ein, heisst es in einer Mitteilung. «Umgehend wurde die Stützpunktfeuerwehr Pfäffikon aufgeboten. Anwesende Personen konnten das Feuer noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr löschen.» Damit ist Selimis Zivilcourage gemeint.

Weiter heisst es in der Polizeimeldung: «Der Rettungsdienst untersuchte vor Ort mehrere Personen, die dem Rauch ausgesetzt waren, und brachte zwei Frauen im Alter von 45 und 61 Jahren zur Kontrolle in ein Spital.» Die Kantonspolizei Schwyz habe die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Ibrahim Selimi geht davon aus, dass das Feuer durch eine brennende Zigarette ausgelöst wurde. Am Mittwoch bedankte sich auch der Heimleiter beim Paar für das «rasche Eingreifen und das umsichtige Handeln». So sei «Schlimmeres verhindert» worden. Die Selimis sind froh, dass es den Bewohnern gut geht: «Wir wollen uns nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn sich das Feuer weiter ausgebreitet hätte!»

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